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Konferenz der Internationalen Marangoni-Association auf Schloss Rauischholzhausen

10.09.2001 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

"Grenzflächenfluiddynamik und physikalisch-chemische Prozesse"


Eine Konferenz der Internationalen Marangoni-Association unter der Leitung von Prof. Dr. Dietrich Schwabe, I. Physikalisches Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, findet vom 12. bis 16. September 2001 auf Schloss Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) statt. Das Thema lautet "Grenzflächenfluiddynamik und physikalisch-chemische Prozesse". Erwartet werden rund 80 Teilnehmer, darunter acht deutsche Wissenschaftler.

Carlo Marangoni war ein florentinischer Wissenschaftler, der sich um 1870 um das Verständnis der Eigenschaften von Flüssigkeitsoberflächen und einiger Phänomene an ihnen bemühte. Er gab einem heute viel breiteren Gebiet wichtiger Vorgänge an Flüssigkeitsgrenzflächen seinen Namen. Marangoni-Effekte spielen z.B. bei der Verdunstung von Wasser eine Rolle sowie bei der Aufnahme von Sauerstoff und Kohlendioxid aus der Luft, die durch Waschmittelfilme an der Oberfläche vermindert werden können. Beim Säubern einkristalliner Siliziumscheiben für die Halbleitertechnologie darf kein Tropfen der Reinigungsflüssigkeit auf der Siliziumscheibe zurückbleiben - die lose Entfernung des Lösungsmittels gelingt mit Hilfe eines Marangoni-Effektes. Beim Kristallzüchten aus der Schmelze oder beim Füllen einer Schweißnaht spielt die thermische Marangoni-Konvektion eine große Rolle - die freie Schmelzenoberfläche wird von heißeren Gebieten zu kälteren getrieben und dadurch ein Stoff- und Wärmetransport bewirkt.

Auf der Konferenz wird auch über Grenzgebiete aus den Lebenswissenschaften berichtet, beispielsweise über die Eigenschaften des Flüssigkeitsfilms, mit dem unser Auge ständig benetzt wird, oder über chemische Wellen, die als Modelle für die Reizleitung bei Organismen dienen können. Das Gebiet der freien Grenzflächen (flüssig-Gas), der flüssig-fest-Grenzflächen und der Kontaktlinien (flüssig-fest-Gas, z.B. der Rand des Kaffees in der Tasse) ist auch mathematisch/numerisch sehr interessant, da es wichtige "ungelöste" Probleme bietet. Daher sind unter den über 80 Teilnehmern neben Physikern, Ingenieuren und Chemikern auch zahlreiche Vertreter der Angewandten Mathematik.

Die Tagung wird - außer von der Justus-Liebig-Universität - finanziell durch die National Science Foundation (USA), die WE-Heraeusstiftung über die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die European Space Agenca (ESA) unterstützt.

Kontakt:
Prof. Dr. Dietrich Schwabe
I.Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 14-20
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-33150
Fax: 0641/99-33109
e-mail: Dietrich.Schwabe@exp1.physik.uni-giessen.de
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