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"Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen"

17.09.2001 - (idw) Universität Dortmund

Überwältigend groß war der Andrang zu einer Fachtagung über "Unterstützte Kommunikation" an der Universität Dortmund. Zunächst für maximal 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geplant, kamen mehr als 600 interessierte Fachleute und Betroffene. Sie informierten sich in rund 30 Vorträgen und Workshops über neue Methoden und praktische Hilfen für Personen, die in Folge von schwerer Behinderung sich nicht lautsprachlich verständlich machen können.

Die Tagung fand - nach einer erfolgreichen Veranstaltung im Jahre 1999 - nun schon zum zweiten Male in Dortmund statt. Veranstaltet wurde sie von der "Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V." in Kooperation mit dem Institut für Rehabilitationspädagogik der Universität Halle-Wittenberg, dem Lehrstuhl für Rehabilitation und Pädagogik bei Körperbehinderung (Univ.-Prof. Dr. Christoph Leyendecker) und dem Zentrum für Weiterbildung der Universität Dortmund.

Mit Unterstützter Kommunikation wird versucht, individuell zugeschnittene Kommunikationssysteme zu entwickeln, die eine fehlende oder schwer verständliche Lautsprache ersetzen oder ergänzen können.

"Dies können besondere Gebärden, Zeichen oder eine Bildersprache sein, neue Perspektiven ergeben sich aber besonders durch die Entwicklung elektronischer Kommunikationshilfen", so der wissenschaftliche Tagungsleiter Prof. Dr. Christoph Leyendecker, "denn auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen".

So konnte man während der Tagung beobachten, wie Betroffene über ein Laptop-ähnliches Gerät eingaben, was sie sagen wollten, und wie sie sich ausschließlich über eine digitalisierte Sprachausgabe verständigten.

Forschung und praktische Hilfe

Die Tagung stand unter dem Motto "Unterstützte Kommunikation hat viele Gesichter"; dementsprechend wurde ein facettenreiches Spektrum von Anwendungsbereichen und neuen Möglichkeiten vorgestellt. Neben neueren Entwicklungen in der Forschung konnten sich die Tagungsteilnehmer über praktische Möglichkeiten Unterstützter Kommunikation vom Kleinkind- bis
zum Erwachsenenalter informieren. Dazu diente auch eine parallele Fachausstellung; hier boten sich viele Gelegenheiten, verschiedene Materialien und besondere elektronische Hilfsmittel kennen zu lernen.

Auch im Umfeld der Tagung fanden sich angenehme Bedingungen: So war für Kinderbetreuung gesorgt, die von Studierenden der Körper-, Geistig- und Sprachbehindertenpädagogik gut geleistet wurde. In einem "Elterncafé" bestand die Möglichkeit, mit unterstützt sprechenden Menschen und ihren Angehörigen in Kontakt zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.

Schließlich war den Veranstaltern auch ein besonderes Angebot gelungen: In einem Tagungsband waren vorab alle Vorträge und Inhalte der Workshops abgedruckt. So konnte man auch die Beiträge aktuell studieren, deren Vorstellung man am Kongresstag nicht besuchen konnte. Ein außergewöhnlicher Service, denn häufig muss man nach Fachtagungen mehr als ein Jahr warten, bis die Beiträge in einem Sammelband publiziert sind.

Nähere Information:
Prof. Dr. Christoph Leyendecker, Ruf 0231-755-4571.
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