Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 18. April 2014 

Großgeräte für den neuen Blick in das Gehirn

18.10.2002 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

DFG fördert funktionelle Hochfeld-Magnetresonanztomographen - Fortschritt in der klinischen Forschung erwartet

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der klinischen Forschung fünf funktionelle Hochfeld-Magnetresonanztomographen (fMRT) mit einer Magnetfeldstärke von 3.0 beziehungsweise 4.0 Tesla mit einer Gesamtsumme von 11 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Diese Geräte, die sich durch eine wesentlich höhere Feldstärke als gängige Magnetresonanztomographen auszeichnen, erlauben neben einer deutlich verbesserten anatomischen Darstellung in neuartiger Weise die Untersuchung der Funktionen insbesondere des Gehirns, aber auch anderer Organe (Herz und Lunge) sowie von Tumoren. Damit wird nicht nur eine neue technologische Ära auf diesem Gebiet eingeläutet, sondern verbindet sich ein hohes Forschungs- und Innovationspotenzial, da Stoffwechselvorgänge im Körper noch genauer und ohne Strahlenbelastung untersucht werden können. So erwarten Neurowissenschaftler zum Beispiel weiterführende Erkenntnisse über die Funktionsweise von bestimmten Hirnarealen und auf diesem Wege neue Einblicke in Krankheitsverläufe, zum Beispiel bei Tumor- oder Morbus Alzheimer-Erkrankungen.

Die aus ärztlichen Routineuntersuchungen bekannten Magnetresonanztomographen, die eine Ganzkörperuntersuchung erlauben, haben sich in den letzten Jahren als unverzichtbares bildgebendes Verfahren in der klinischen Diagnostik durchgesetzt. Die an den Universitätsklinika eingesetzten Geräte haben eine Feldstärke von bis zu 1,5 Tesla. Für die klinische Forschung hingegen versprechen Geräte neuester Bauart mit einer Feldstärke von mindestens 3 Tesla neue Forschungsmöglichkeiten.

Nach Ausschreibung der Großgeräteinitiative im Sommer 2000 gingen bei der DFG 21 Anträge mit einem Antragsvolumen von insgesamt 60 Mio. Euro ein. Sie wurden von einem in-ternationalen Gremium begutachtet, das den dringenden Bedarf an Hochfeld-Magnetresonanztomographen für die klinische Forschung in Deutschland unterstrich. Die Gutachter attestierten dem größeren Teil der Anträge ein hohes wissenschaftliches Niveau und formulierten eine eindeutig positive Stellungnahme zur Förderung von fünf Geräten. Die DFG bewilligte daraufhin mit der Gesamtsumme von 11 Mio. Euro die Anträge aus Frankfurt (Prof. Zanella u. a.), Berlin (Prof. Felix u. a.), Hamburg (Prof. Weiller u.a.), Jülich (Prof. Zilles u. a.) und Tübingen (Prof. Thier u. a.).

Am Forschungszentrum Jülich wird ein 4.0 Tesla-, an den Universitätsklinika ein 3.0 Tesla- Ganzkörper-Magnetresonanztomograph aufgestellt. An dem Gerät in Frankfurt beteiligt sich die Max-Planck-Gesellschaft mit 500.000 Euro und an dem Gerät in Jülich das Forschungszentrum Jülich mit der Hälfte des Kaufpreises. Die ersten zwei Geräte konnten im Jahr 2001 aus UMTS-Erlösen beschafft werden, die weiteren drei in diesem Jahr aus DFG-Forschungsmitteln. Die Geräte in Frankfurt und Berlin wurden in den letzten Wochen in Betrieb genommen.

Ansprechpartner für weitere Informationen ist Dr. Werner Bröcker, Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Tel.: 0228/885-2476, E-Mail: werner.broecker@dfg.de.
uniprotokolle > Nachrichten > Großgeräte für den neuen Blick in das Gehirn

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/7766/">Großgeräte für den neuen Blick in das Gehirn </a>