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BIBB will internationale Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung stärken

28.09.2001 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Berufsbildung muss nationale Grenzen sprengen, wenn sie die Zukunft mit gestalten will: Transnationale Projekte, Partnerschaften und internationale Netzwerke sind angesichts eines gemeinsamen Europa und der zunehmenden Globalisierung des Wirtschaftens geeignet, den notwendigen internationalen Austausch zu fördern und nationalen Ideen und Plänen neue Impulse zu geben. Maximen nationaler Berufsbildungspolitik und -praxis müssen daher sein: Voneinander lernen, partnerschaftlich miteinander kooperieren, Erfahrungen an andere weitergeben und über "good practice" - Beispiele miteinander kommunizieren. Auch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Aktivitäten ein eigenes Kompetenzprofil in der internationalen Berufsbildung entwickelt hat, stellt sich diesen Herausforderungen. Das BIBB sieht vor, seine internationale Arbeit in den nächsten Jahren weiter auszubauen und sich dabei auf folgende Aktionsfelder zu konzentrieren:

¨ Internationale Vergleichs- und Transferforschung: Internationale Vergleiche der Berufsbildung sind ein anerkannter Ansatz, um Strukturen, Inhalte und Methoden der nationalen Berufsbildung zu verbessern oder zu erneuern. Das BIBB will durch internationale Vergleichs- und Transferforschung vordringliche Reformerfordernisse aufzeigen und Anregungen für geeignete Problemlösungen erarbeiten.

¨ Entwicklung von strategischen Konzepten auf europäischer Ebene: Die EU ist ein wichtiger Rahmen für die deutsche Berufsbildung. Das BIBB will die Politik dabei unterstützen, aus deutscher Interessensperspektive strategische Konzepte auf europäischer Ebene einzubringen und damit das Problembewusstsein für die Wirkung von Gemeinschaftsmaßnahmen auf die deutsche Berufsbildung stärken.

¨ Vermittlung internationaler Inhalte in der deutschen Berufsbildung: Zunehmend wird in Industrieländern die konsequente Internationalisierung zur nationalen Strategie erhoben. Dem kann sich auch das deutsche System nicht entziehen. Das BIBB will dazu beitragen, durch die Vermittlung internationaler Inhalte das deutsche System der Berufsbildung kompatibel zu machen.

¨ Ausbau der internationalen Zusammenarbeit: Das BIBB steht in einem Geflecht von Beziehungen mit anderen Ländern und ausländischen Partnerinstitutionen. Die Zusammenarbeit mit ihnen soll intensiviert und internationale Netzwerke aufgebaut werden.

¨ Offensive für das Duale System der Berufsbildung: Alle hoch entwickelten Industriestaaten versuchen, Einfluss auf die Gestaltung der Berufsbildung in Reformstaaten, Schwellen- und Entwicklungsländern zu nehmen. Der duale Ansatz gilt weltweit als ein leistungsfähiges Grundmodell beruflicher Bildung. Das BIBB will seine Vorteile offensiv vertreten, ohne dabei einen simplen "Export" zu propagieren.

¨ Weiterentwicklung der methodologischen Voraussetzungen für die internationale Berufsbildungsberatung: Zur kompetenten Wahrnehmung der genannten Aufgaben muss das BIBB die methodologischen Voraussetzungen für die internationale Berufsbildungsberatung kontinuierlich weiterentwickeln. Nur so kann ein hoher Standard von Professionalität und Qualität in der Beratungsarbeit gewährleistet werden.

¨ Marketing für die deutsche Berufsbildung: Im Rahmen der Konzertierten Aktion "Internationales Bildungsmarketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland" will das BIBB auf dem Gebiet der beruflichen Bildung dazu beitragen, die deutsche Berufsbildung international kommunizierbar zu machen.

Grundlage dieser vielfältigen Aktivitäten werden die umfangreichen Erfahrungen sein, die das BIBB in den vergangenen Jahren während seiner internationalen Arbeiten sammeln konnte. Dazu gehören insbesondere

- seine langjährigen Erfahrungen (seit 1989) als nationale Koordinierungsstelle von EU-Berufsbildungsprogrammen und Gemeinschaftsinitiativen und deren Überführung in eine Nationale Agentur "Bildung für Europa" beim BIBB in 2000;

- die Beteiligung verschiedener Fachabteilungen des Instituts an europäischen Vorhaben und Projekten (u. a. von der Europäischen Kommission über das EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI mitfinanziert);

- die Beratung und Betreuung von Förderprojekten in elf Reformstaaten Mittel- und Osteuropas im Rahmen des deutschen TRANSFORM-Beratungsprogramms der Bundesregierung;

- internationale Projekte mit der Türkei, der Volksrepublik China, den USA und Australien;

- Projekte internationaler Vergleichsforschung und wichtige Studien in Zusammenarbeit mit der OECD, dem CEDEFOP (European Centre for the Development of Vocational Training, Thessaloniki) und dem ETF (European Training Foundation, Turin) sowie

- eine Reihe bilateraler wissenschaftlicher und berufsbildungspolitischer Seminare, zahlreiche Vortragsaktivitäten im Ausland, Wissenschaftleraustausche und die Entsendung von Kurzzeitexperten in Entwicklungs- und Schwellenländer.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des BIBB, "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis" (BWP), werden in mehreren Beiträgen ausgewählte Ergebnisse dieser Arbeit vorgestellt und ein Ausblick auf die künftigen internationalen Aktionsfelder des BIBB gegeben.

Die Nr. 4/2001 der Zeitschrift "Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis" (BWP) mit dem Schwerpunkt "Berufliche Bildung im internationalen Kontext" ist zum Preis von DM 15,- zu be-ziehen beim W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Postfach 10 06 33, 33506 Bielefeld, Tel. 0521/911 01-11, Fax: 0521/911 01-19,

E-Mail: service@wbv.de

Ausgewählte Beiträge aus der BWP 4/2001 erscheinen außerdem als Sonderhefte der BWP in jeweils deutscher, englischer und spanischer Sprache. Die einzelnen Hefte können gegen eine Schutzgebühr von je DM 5,- bezogen werden beim Bundesinstitut für Berufsbildung, A 1.2 VÖ/Vertrieb, Hermann-Ehlers-Str. 10, 53113 Bonn, Tel.: 0228/107-1716 od. 1717, Fax: 0228/107-2967, Email: vertrieb@bibb.de
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