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Neurodermitis besser bekämpfen

18.10.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Neurodermitis nimmt in den industrialisierten Ländern immer mehr zu. Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Patienten, die an dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung leiden, in den letzten 30 Jahren in etwa verdreifacht. Bis zu einem Fünftel aller Kinder und zwei bis zehn Prozent der Erwachsenen sind mittlerweile von der mit Ekzemen und einem oft unerträglichen Juckreiz einhergehenden Erkrankung betroffen. Über den aktuellen Stand der Forschung und neue Behandlungsansätze bei Neurodermitis informieren sich am 25. und 26. Oktober 2002 rund 150 Mediziner aus dem gesamten Bundesgebiet bei einem Symposium der Hautklinik des Universitätsklinikums Münster.

Das Wissen über Faktoren, die bei dieser auch als atopische Dermatitis bezeichneten Erkrankung eine Rolle spielen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Sowohl genetische, molekularbiologische, immunologische als auch umweltbiologische Erkenntnisse haben dazu beigetragen, das weit verbreitete Krankheitsbild heute besser zu verstehen. So wird für die Entzündungsreaktion unter anderem ein gestörtes Zusammenspiel verschiedener Immunzellpopulationen verantwortlich gemacht. Eine große Herausforderung der Forschung liegt derzeit darin, den molekularen Mechanismen, die eine Neurodermitis auslösen und steuern, noch genauer auf die Spur zu kommen.

Trotz wachsender Erkenntnisse der Gundlagenforschung über die Krankheitsentstehung beschränkt sich die Therapie bislang häufig noch allein auf eine Behandlung der Symptome. Gleichzeitig ist die noch weitgehend auf Kortison basierende Therapie mit hohen Nebenwirkungen verbunden. So kann es beispielsweise zu Bluthochdruck, Leber- und Nierenschäden, Blutbildveränderungen oder auch zu neurologischen Schäden kommen. Diese Risiken schränken den Einsatz solcher Therapien deutlich ein. Der Entwicklung neuer, nebenwirkungsfreier Behandlungsstrategien kommt daher vor dem Hintergrund der großen Zahl der Betroffenen, die in ihrer Lebensqualität oft nachhaltig beeinträchtigt sind und unter großem Leidensdruck stehen, eine große Bedeutung zu.

Mit Nachdruck arbeiten Wissenschaftler gegenwärtig an der Entwicklung neuer Medikamente. Die Hautklinik des Universitätsklinikums Münster ist auf diesem Gebiet besonders engagiert. So läuft beispielsweise derzeit eine Studie, bei der die
Wirkung einer neuen, kortisonfreien Salbe gestestet wird. Sie enthält eine körpereigene Substanz, die in der Lage sein könnte, entzündliche Hautreaktionen bei Neurodermitikern abzumildern. Experten gehen davon aus, dass die Entwicklung solcher oder und anderer neuer Präparate für die Zukunft eine deutlich verbesserte Behandlung der atopischen Dermatitis erwarten lässt.

Im Rahmen des Symposiums unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Luger und Dr. Dr. Martin Steinhoff von der münsterschen Universitäts-Hautklinik werden national und weltweit anerkannte Spezialisten auf dem Gebiet der Neurodermitis über den aktuellen Stand der Forschung berichten. Das breite Themenspektrum reicht von Aspekten der Epidemiologie und Genetik über Umweltfaktoren und andere Faktoren, die möglicherweise die entzündliche Hauterkrankung auslösen können, bis hin zur modernen Therapie der Neurodermitis und des Juckreizes.

Eröffnet wird die Tagung am Freitag, dem 25. Oktober 2002, um 15.30 Uhr im Hörsaal L 10 im Lehrgebäude des Universitätsklinikums. Nach der Begrüßung durch den Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Clemens Sorg und den Direktor der Hautklinik Prof. Dr. Thomas Luger erwartet die Teilnehmer am Freitag und Samstag ein breit gefächertes Programm mit insgesamt 16 Vorträgen von Experten verschiedener Universitäten Deutschlands sowie der Universität Wien.

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