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Kooperation von FernUniversität und britischer Open University bedeutend für ganz Europa

28.09.2001 - (idw) FernUniversität in Hagen

Internationalisierung, lebenslanges Lernen und die Nutzung der Neuen Medien sind die drei Eckpfeiler, an denen sich die Hochschulen immer stärker orientieren müssen. Diese Anforderungen können nur in grenzüberschreitenden Kooperationen bewältigt werden. Nicht nur in dieser Einschätzung waren sich Prof. Geoff Peters, Acting Vice-Chancellor der britischen Open University, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, Rektor der FernUniversität, und Ministerialdirigent Heiner Kleffner, Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der feierlichen Unterzeichnung einer Absichtserklärung am Freitag, 28. September in Hagen, einig, mit der die beiden großen und führenden Fernuniversitäten ihre bereits seit Jahrzehnten bestehenden Beziehungen auf einer festen formalen Grundlage intensivieren. Ministerialdirigent Kleffner unterstrich in diesem Zusammenhang, dass Fernuniversitäten "besonders günstige Voraussetzungen" bieten und im Wettbewerb der Hochschulen vorne liegen können. Die Evaluation der NRW-Hochschullandschaft durch einen von der Landesregierung eingesetzten Expertenrat habe eindeutig ergeben, dass die FernUniversität Hagen sehr gut positioniert sei. Notwendig sei, dass sie strategische Partnerschaften eingehe.

Das hatte Prof. Hoyer bereits zuvor unterstrichen, der - ebenso wie Prof. Peters - betonte, wie wichtig für beide Hochschulen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Teil ihrer internationalen Aktivitäten und für die Internationalisierung von Lehre, Studium, Forschung und Weiterbildung ist. In schriftlichen Grußbotschaften wiesen Sir Paul Lever, britischer Botschafter in Deutschland, und der Präsident und der Generalsekretär der European Association of Distance Teaching Universities (EADTU), David Hardy und Piet Henderikx, auf die Bedeutung der Kooperation für das grenzüberschreitende Studieren in Europa in.

Ziel der beiden Partner ist, dass die Studierenden leichter an der jeweils anderen Universität studieren können. Es sollen gemeinsame Studienangebote mit europäischen Komponenten entwickelt und der Informations- und Wissensaustausch sowie gemeinsame Projekte in Lehre, Studium, Weiterbildung und Forschung gefördert werden. Hierzu zählen u. a. auch Sprachkurse, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen (ECTS), britisch-deutsche Sommeruniversitäten und der Personalaustausch. Nicht zuletzt sollen das Verständnis für das jeweilige andere Land und die Beziehungen zur Region der Partner-Universität verbessert werden. Verwirklicht wird dies bereits in einem ersten Pilotprojekt "UKOU/FernUniversität collaboration: a pilot scheme" mit Studierenden beider Hochschulen und ausgewählten Kursen (German Studies: Konservativismus in Preussen, Weimarer Republik, Föderalismus; British Studies: Renaissance in Europa, Shakespeare, Sozialpolitik).

Die FernUniversität sieht als eines ihrer Ziele, durch fremdsprachige Angebote ihre Studierenden zu internationalem Handeln zu befähigen. Gleichzeitig erleichtert sie Studierenden aus aller Welt den Einstieg in die deutsche Sprache und bietet ihnen - auch in Kooperation mit ausländischen Universitäten - die Möglichkeit, deutsche Hochschul-abschlüsse zu erwerben. Denn, so unterstrich Prof. Hoyer: "Fremdsprachenkenntnisse auf hohem Niveau, fremdsprachliche fachliche Aus- und Weiterbildung und wissenschaftliche Kenntnisse der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft des jeweils anderen Landes sind heutzutage Schlüsselkompetenzen für die Führungskräfte von morgen." Zum Erwerb dieser Schlüsselkompetenzen eignet sich das Fernstudium ganz besonders, erlaubt es doch ein Studium unter Fortführung der beruflichen und familiären Gegebenheiten, unabhängig von Zeit und Raum und mit leichtem Zugang zu entfernten Angeboten.

Die Unterzeichnung ist daher nur der erste Schritt einer umfassend angelegten bilateralen Kooperation zwischen beiden Fernuniversitäten, deren Beziehungen über Jahrzehnte gewachsen sind, auch wenn sie unterschiedlich orientiert sind: Die FernUniversität mit heute rund 58.000 Studierenden unterscheidet sich nur durch die Form der Wissensvermittlung von den anderen staatlichen deutschen Universitäten. Der Zugang zur Open University (rund 200.000 Studierende) setzt dagegen nicht unbedingt eine Hochschulzugangsberechtigung voraus.

Gleichwohl sind sich die beiden Partner in vielen Zielen einig. Beide sind mit dem staatlichen Auftrag gegründet worden, neue Studienmöglichkeiten und damit neue Berufschancen für Interessierte zu schaffen, die das traditionelle (Präsenz-)Hochschulsystem nicht bieten kann. Und beide treiben den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien in der Lehre entscheidend voran, setzen zunehmend auch elektronische Lerntechnologien ein. So konnten sie sich in wenigen Jahren erfolgreich in ihrem jeweiligen Hochschulsystem positionieren und sich europa- und weltweite Anerkennung verschaffen.


Studienangebote und Abschlüsse durch Bachelor und Master gleichartig und vergleichbar

Prof. Hoyer wies auch auf die Einführung der im angelsächsischen Raum verbreiteten Bachelor- und Master-Abschlüsse in der deutschen Hochschullandschaft hin. Damit werden die Studienangebote hinsichtlich ihrer Strukturen und Abschlüsse gleichartig und vergleichbar. Einzelne Studienmodule oder umfassendere Teile aus den Programmen der einen Universität können an der anderen studiert und in den eigenen Studiengang integriert werden. Davon werden Studierende, Lehrende und Hochschulen profitieren, weil sich neue Dimensionen eines international angelegten Studiums und dessen Anerkennung ergeben. Ministerialdirigent Kleffner betonte die Attraktivität von Doppelabschlüssen an deutschen und ausländischen Hochschulen für die Studierenden.

"Nicht zuletzt", so der Rektor der FernUniversität, "will ich noch die Offenheit unserer beiden Hochschulen für ausländische Kollegen und Studierende nennen - ein Aspekt, den wir gerade in diesen Tagen nicht genug würdigen können."

Die weitere Ausgestaltung der Kooperation wird nunmehr auf einer institutionellen und damit festen und breiten Grundlage erfolgen und nicht mehr - wie bisher - vorwiegend durch persönliche Initiativen.

Eingebettet war die Unterzeichnung in einen Informationstag mit Überblicks-Referaten aus beiden Hochschulen zum Einsatz der neuen Medien im Fernstudium sowie zur Entwicklung internationaler Studiengänge, bei dem auch umfangreiche Informationen zu Studienmöglichkeiten gegeben wurden.

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