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Buchreihe will die Lust am Text wecken und zum Denken anregen

02.10.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Eher unbekannte griechische und lateinische Texte aus den ersten vier Jahrhunderten nach Christi Geburt sollen durch eine neue Buchreihe ihrem Schattendasein entrissen werden. Für die wissenschaftliche Betreuung der Reihe sowie für Koordination und Satz ist der Lehrstuhl für Neutestamentliche Exegese der Universität Würzburg verantwortlich.

Sich einmischen, Stellung beziehen, Politik und Gesellschaft gestalten - das sind Forderungen an jeden Einzelnen, die seit langer Zeit immer wieder laut werden, egal ob in Parteien, Vereinen und Verbänden oder in Friedens- und Umweltbewegungen. Mit einem Leben in der beschaulichen Studierstube konnte schon der griechische Schriftsteller Plutarch nichts anfangen. Darum ging er mit Epikurs Vorschlag von einem "Leben im Verborgenen" hart ins Gericht.

Das ist nur ein Beispiel für einen der eher unbekannten Texte, die mittels SAPERE, der neuen Reihe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, den Lesern von heute nahegebracht werden sollen. SAPERE steht für "Scripta Antiquitatis Posterioris ad Ethicam Religionemque pertinentia", was mit "Schriften der späteren Antike zu ethischen und religiösen Fragen" zu übersetzen ist.

Die Reihe will die Lust am Text wecken und zum Denken anregen. Sie ist zweisprachig und enthält einen textkritisch geprüften Originaltext mit deutscher Übersetzung und Anmerkungen sowie Informationen über die Autoren und ihr Werk.

Dazu kommen Essays aus verschiedenen Fachrichtungen, die den Text für Theologie, Religionswissenschaft, Geschichte, Archäologie und Philologie erschließen. Je nach Thema wird auch der Brückenschlag zu Gegenwartswissenschaften wie Soziologie, Psychologie oder Politologie gesucht.

Verantwortlich für SAPERE sind fünf Wissenschaftler: Projektleiter Bernhard Heininger, Professor für Neues Testament an der Uni Würzburg, Reinhard Feldmeier und Rainer Hirsch-Luipold vom Lehrstuhl für Biblische Theologie der Uni Bayreuth, der ebenfalls in der Wagner-Stadt ansässige Religionswissenschaftler Ulrich Berner sowie Heinz-Günther Nesselrath, Altphilologe in Göttingen. Gefördert wird das Projekt von der Fritz-Thyssen-Stiftung (Köln).

Das interkonfessionelle und -disziplinäre Unternehmen begann mit Plutarchs "Lebe im Verborgenen?", gefolgt von Dion von Prusas "Olympische Rede". Der dritte Band zu Lukians "Die Lügenfreunde" wird im September 2001 erscheinen. Für zwei weitere Bände, die voraussichtlich 2002 auf den Markt kommen, wurden Wissenschaftler von internationalem Rang gewonnen, nämlich die Klassischen Philologen Michael von Albrecht aus Heidelberg und John Dillon aus Dublin.

Laut Prof. Heininger kann sich die Bilanz des Projekts schon jetzt sehen lassen: Der Plutarch-Band liege bereits in der zweiten Auflage vor, und die Süddeutsche Zeitung habe in ihrer Wochenendbeilage vom 7. Juli 2001 bemerkt, dass SAPERE eine Reihe sei, "zu der man die Wissenschaftliche Buchgesellschaft nur beglückwünschen kann".

Weitere Informationen: Prof. Dr. Bernhard Heininger, T (0931) 31-2250, Fax (0931) 888-7118, E-Mail:
bernhard.heininger@mail.uni-wuerzburg.de
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