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Fachsymposium zur Entwicklung der Krankenhäuser

09.10.2001 - (idw) Universität Bielefeld

Fakultät für Gesundheitswissenschaften bietet Information zum neuen Entgeltsystem
Kooperation mit den Städtischen Kliniken

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld veranstaltet ihr schon traditionelles "Praxisforum" zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen zum dritten Mal in diesem Jahr. Am 17. Oktober ab 16 Uhr wird in Zusammenarbeit mit den Städtischen Kliniken Bielefeld im Konferenzraum an der Teutoburger Straße (Eingangsbereich) ein Fachsymposium zu der bevorstehenden tiefgreifenden Änderung der Versorgungsstrukturen in Krankenhäusern stattfinden.
Die Bundesregierung hat beschlossen, in wenigen Jahren ein leistungsorientiertes und pauschalisiertes Entgeltsystem auf der Basis der in USA und Australien bekannten "Diagnosis Related Groups (DRG)" einzuführen. Die Vorbereitungen für die entsprechende Umstellung sind in vielen Kliniken angelaufen, doch herrscht große Unsicherheit über die Auswirkungen.
Diagnosis Related Groups bilden ein international verbreitetes Klassifikationssystem von Kran-kenhausfällen. Sie fassen medizinisch vergleichbare Fälle in kosteneinheitlichen Fallgruppen zusammen und ermöglichen damit stationäre Behandlung nach pauschalisierten Preisen. Die Vergütung richtet sich nicht mehr nach der Verweildauer, sondern nach der Art und Schwere der Erkrankung und den durchgeführten medizinischen und pflegerischen Maßnahmen. Das neue System soll voraussichtlich im Jahre 2004 endgültig greifen, es wird aber in mehreren Stufen vorbereitend schon ab 2002 eingeführt. Gesundheitspolitische Idee ist es, die Arbeitsabläufe in den Krankenhäusern durchgreifend zu verändern, indem insbesondere die hohe Bettenzahl und lange Liegedauer abgebaut werden und die Kosten der Behandlung transparenter gemacht werden. Krankenhäuser sollen mit der Einführung des neuen pauschalen Vergütungssystems zu Anbietern von Gesundheitsleistungen auf einem Gesundheitsmarkt werden.
Das Praxisforum wird sich kritisch mit den Möglichkeiten und Problemen des neuen Vergütungssystems auseinandersetzen. Experten befürchten, dass jede zweite Klinik an den Rand der finanziellen Existenz geraten könnte. Es sind gravierende interne Umstrukturierungen der Arbeitsabläufe notwendig. Hierüber werden Fachleute aus Theorie und Praxis berichten und diskutieren.
Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr mit einer Führung durch die Städtischen Kliniken, zu der der Direktor des Hauses, Dr. Johannes Kramer, einlädt. Das Praxisforum beginnt um 17 Uhr im Konferenzraum der Städtischen Kliniken mit einem Fachvortrag von Professor Michael Simon aus Hannover. Er stellt das neue System vor und berichtet von den Erfahrungen in Australien und den USA. Anschließend findet dann eine Podiumsdiskussion unter Leitung von Prof. Dr. Doris Schaeffer, Direktorin des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld, statt. Mehrere Fachleute aus Krankenhauseinrichtungen in Ostwestfalen-Lippe werden über die vorbereitenden Arbeiten für das neue System berichten.
Die Veranstaltung ist auch für Fachleute außerhalb des Praxisforums der Fakultät für Gesund-heitswissenschaften geöffnet. Hierfür ist allerdings eine kurze Anmeldung per Fax an der Universität Bielefeld unter dem Anschluss 0521/106-6433 notwendig.
Weitere Informationen und Kontakt: Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Telefon 0521/106-3834/-4669/-4380.

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