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Der Mensch in der Biotechgesellschaft

21.10.2002 - (idw) Freie Universität Berlin

Ringvorlesung an der FU zu Bioethik und Biopolitik zur Folgenabschätzung der neuen Technologien beginnt am 24. Oktober

Klonen, Gentests oder Stammzellforschung - die Biotechnologie ist im Begriff, den Menschen zu verändern. Aber welche moralischen Prinzipien sollen für die Forschung gelten?
Die Freie Universität lädt die Öffentlichkeit in diesem Wintersemester zur neuen Ringvorlesung "Bioethik und Biopolitik" im Rahmen der Reihe Universitätsvorlesungen ein. Die Ring-vorlesung versucht zu klären, wie die neuen Biotechnologien unsere Gesellschaft von morgen beeinflussen werden: Kann Biopolitik demokratisch kontrolliert werden? Wer wird für Unfälle beim Klonen von Lebewesen, wer für Todesfälle bei Gentherapien haftbar gemacht? Sollen Gene patentiert werden? Welche neuen Gesetze macht die Biotechnologie nötig?
Viele hochrangige Redner haben ihre Teilnahme zugesagt: die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, der evangelische Bischof Wolfgang Huber und der ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin werden ebenso Position zur Bioethik beziehen wie der F.A.Z.-Herausgeber Frank Schirrmacher, die frühere Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer oder der Mediziner Detlev Ganten vom Nationalen Ethikrat. Auch der Freiburger Philosoph Klaus Theweleit und die ehemalige Vorsitzende der Ethikkommission des Bundestages, Margot von Renesse, tragen neben weiteren hochkarätigen Referenten aus den Bereichen Medizin, Biowissenschaften, Philosophie, Journalismus, Jura und Politik ihre Standpunkte zu den neuen Technologien vor. Zudem hat der derzeit wohl meist diskutierte Zukunftsforscher, Jeremy Rifkin aus Washington, ebenfalls seine Teilnahme an der Ringvor-lesung in Aussicht gestellt.
Jeweils zwei Referenten diskutieren in jeder Veranstaltung aus ihrer fachlichen Sicht miteinander und dem Publikum, um Antworten auf die drängenden Fragen der Bioethik zu finden. Dabei sollen die Naturwissenschaften und die Philosophie einander näher gebracht werden. Zum Auftakt am Donnerstag, den 24. Oktober, sprechen der Klonforscher Rudolf Jaenisch aus den USA und der Wissenschaftsjournalist Gero von Randow. Sie diskutieren über die konkreten und ethischen Grenzen der Klontechniken.

Zeit: Donnertag, 18.00 - 20.00 Uhr, in Ausnahmefällen auch Freitag, 16.00 - 18.00 Uhr.
Beginn: 24. Oktober 2002.
Ort: Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 1b, 14195 Berlin.
Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dr. Mirjam Schaub, Sascha Karberg, Telefon: 030 / 70 50 96 60, E-Mail: schaub@zedat.fu-berlin.de, karberg@jb-schnittstelle.de, im Internet unter: http://www.netzeitung.de/bioethik

Bioethik und Biopolitik. Öffentliche Ringvorlesung der Reihe Universitätsvorlesungen an der FU Berlin
Programm:

24.10.2002 Wie utopisch sind Klonversuche am Menschen?
Prof. Dr. Rudolf Jaenisch
Molekularbiologe, Whitehead Institute, MIT, Cambridge
Dr. Gero von Randow
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

31.10.2002 Züchtungsphantasien: Die neuen Technologien als Wiedergänger der Geschichte?
Prof. Dr. Heinz Dieter Kittsteiner
Philosoph und Kulturwissenschaftler, Viadrina Universität Frankfurt/Oder
Prof. Dr. Eckhard Wolf
Veterinärmediziner, Ludwig-Maximilians-Universität München

07.11.2002 Gibt es ein Ethos der Biotechnologie?
Prof. Dr. Slavoj Zízek
Philosoph, Ljubljana/New York
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Kulturstaatsminister der Bundesregierung a.D., Berlin

14.11.2002 Patentrecht als biopolitisches Steuerungselement?
Dr. Christian Gugerell
Direktor am Europäischen Patentamt München
Dr. Otmar Kloiber
Mediziner, Sachverständiger für die Enquête-Kommission
"Recht und Ethik in der modernen Medizin"
des Deutschen Bundestags, Bundesäztekammer, Köln

21.11.2002 Patentrecht als biopolitisches Steuerungselement?
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard
Biologin und Nobelpreisträgerin für Medizin,
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen
Prof. Dr. Volker Gerhardt
Philosoph, Humboldt-Universität zu Berlin

28.11.2002 Heilsbringer Forschung? Die Debatte um embryonale Stammzellen und
Präimplantationsdiagnostik nach dem Bundestagsbeschluss
Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Claus Bartram
Mediziner, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

29.11.2002 Wann endet die Würde eines Menschen?
Fr | 16 Uhr
Prof. Dr. Robert Spaemann Philosoph, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Dr. Margot von Renesse
SPD, ehemalige Vorsitzende der Enquête-Kommission
"Recht und Ethik in der modernen Medizin" des Deutschen Bundestags


05.12.2002 Debattenkultur: Embryonale Stammzellen "nein",
Abtreibung "ja" - ein Widerspruch?
Prof. Dr. Daniel Callahan
Philosoph, The Hastings Center, Garrison, New York
Prof. Dr. Jens Reich
Molekularbiologe und Bioethiker, Max-Delbrück-Centrum, Berlin

12.12.2002 Grüne Gentechnik, vergoldete Nahrung?
Ethische Prinzipien der neuen Ernährung
Prof. Dr. Wolfgang Friedt
Biologe, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Klaus Ammann
Biologe, Universität Bern

19.12.2002 Gentests, Genetischer Determinismus und Versicherungsschutz -
Was sind die gesellschaftlichen Folgen?
Prof. Dr. Jörn Walter
Molekularbiologe, Universität des Saarlandes
Dr. Achim Regenauer
Medizinischer Direktor der Münchener Rückversicherungsgesellschaft

17.01.2003 Biokultur: Ein Blick in die Zukunft der Menschheit?
Fr | 16 Uhr
Prof. Dr. Klaus Theweleit Philosoph, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Prof. Dr. Detlev Ganten
Mediziner, Max-Delbrück-Centrum, Berlin

23.01.2003 Reproduktionsmedizin und die Rolle der Frau in der Biotechnologie

Andrea Fischer, Bundesgesundheitsministerin a.D., Bündnis 90/Grüne, Berlin
Prof. Dr. Heribert Kentenich
Mediziner, Chefarzt der gynäkologischen Abteilung
der DRK-Kliniken-Westend Berlin

30.01.2003 Bioethik contra Biotech-Ökonomie?
Prof. Dr. Jeremy Rifkin
Zukunftsforscher, Washington D.C. - angefragt
Prof. Dr. Burghardt Wittig
Molekularbiologe, FU Berlin/Mologen AG, Berlin

07.02.2003 Die Vermittlung von Bioethik und Biopolitik in einer Demokratie
Fr | 16 Uhr
Dr. Frank Schirrmacher Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Prof. Dr. Peter Glotz
Politik- und Kommunikationswissenschaftler, Universität St. Gallen
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