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RUB-Symposium zu medizin-juristischen Problemen von Therapien

19.10.2001 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Ärzte geraten leicht in einen Zwiespalt: Sie müssen Patienten mit Medikamenten behandeln, die für ihre Krankheit nicht zugelassen sind - z. B. weil Pharmafirmen bei seltenen Krankheiten Zulassungstests aus Kostengründen scheuen. Mit den juristischen und medizinischen Aspekten dieses Themas befasst sich ein Symposium "Arzneimittelverordnung außerhalb der zugelassenen Indikation" (Samstag, 27.10.01, 9:00-19:00 Uhr, Holiday INN, Bochum).

Bochum, 19.10.2001
Nr. 310

Ärzte in der Zwickmühle
Wenn Arzneien wirken, aber nicht zugelassen sind
RUB-Symposium zu medizin-juristischen Problemen von Therapien

Ärzte geraten leicht in einen Zwiespalt: Sie müssen Patienten mit Medikamenten behandeln, die für ihre Krankheit nicht zugelassen sind - z. B. weil Pharmafirmen bei seltenen Krankheiten Zulassungstests aus Kostengründen scheuen. Mit den juristischen und medizinischen Aspekten dieses Themas befasst sich ein Symposium "Arzneimittelverordnung außerhalb der zugelassenen Indikation" (Samstag, 27.10.01, 9:00-19:00 Uhr, Holiday INN, Bochum). Veranstalter sind Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer (Dermatologische RUB-Klinik im St. Josef Hospital Bochum und Vorsitzender der Deutschen AIDS-Gesellschaft), Prof. Dr. Dr. Hans-Ludwig Schreiber (Juristische Fakultät Göttingen) und Rechtsanwalt Herbert Wartensleben (Stolberg). Den Standpunkt des Bundesgesundheitsministeriums erläutern Ministerialdirigent Heinrich J. Pabel und Prof. Dr. Alfred Hildebrandt, Beauftragter des BMG für europäische Zulassungssysteme (beide Bonn).

Gelegenheit für Hintergrundgespräche

Hinweis für Journalisten: Die Medien sind herzlich willkommen. Von 12 bis 13 h stehen Prof. Brockmeyer und weitere Referenten für Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Gratwanderung

Nicht mehr miteinander vereinen lassen sich die Grundsätze von der ausreichenden, aber kostengünstigen Behandlung, vor allem bei seltenen Krebsarten oder bei AIDS, deren Therapie schon die 200.000 DM pro Jahr überschreiten kann. Auch bei Kindern, für die es meist keine speziellen Arzneien gibt, wird die angemessene Behandlung nicht selten zur Gratwanderung. So müssen Ärzte zu Medikamenten greifen, die für die zu behandelnde Krankheit nicht zugelassen sind. Die Krankenkassen bezahlen aber nur zugelassene Mittel; die Konsequenz ist, dass an Ärzte Regressforderungen gestellt werden oder Patienten die Behandlungskosten selbst bezahlen müssen

Themen und Referenten

Norbert H. Brockmeyer (Bochum): "Verordnung nur noch gegen Privatliquidation?"
Volker Diehl (Köln): "Verwendung von Arzneimitteln außerhalb zugelassener Indikationen" (Schwerpunkt Hämatologie)"
Stephan Schmitz (Köln) "Regelversorgung off labe use im Rahmen kassenärztlicher Versorgung aus Sicht der niedergelassenen Onkologen"
Klaus Höffken (Jena): "Arzneimittelverordnungen außerhalb zugelassener Indikationen in der Onkologie - Die Position der Deutschen Krebsgesellschaft"
Edith Huland (Hamburg): "Immuntherapie des metastasierenden Nierenzellkarzinoms in Deutschland - Off Label Use"
Herbert Wartensleben (Stolberg): "Probleme im Bereich des Zulassungsrechts - Gesetzgebungskompetenz für den Verkehr mit Arzneimitteln und die Heilberufsausübung - Auswirkung auf die Verordnungsfähigkeit der Arzneimittel zu Lasten der GKV"
Claus Burghardt (Bonn): "Forschung zu Lasten der GKV? Zum Einsatz von Arzneimittel in sogenannten Therapieoptimierungsprüfungen"
Heinrich Josef Pabel (Bonn): "Therapie außerhalb der arzneimittelrechtlichen Zulassung"
Hans-Ludwig Schreiber (Göttingen): "Die Anforderungen an die Verordnung von Arzneimitteln nach dem ärztlichen Berufsrecht"

Martin Schwee (Göttingen): "Die sozialrechtliche Frage nach dem Ausschluß der Erstattungsfähigkeit gemäß §92 und §34 SGB V - Arzneimittelrichtlinien oder Rechtsverordnung?"
Jürgen Fritze (Köln): "Ökonomisch begründete Einschränkungen der Therapiefreiheit - gibt es Auswege?"
Alfred Hildebrandt (Bonn): "Off label use in der Pädiatrie - Überlegungen der Bundesregierung zu ihrer Einschränkung "

Weitere Informationen

Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel.: 0234/509-3471, -3474; Fax: 0234/509-3472
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