Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 20. Oktober 2014 

Prof. Dr. Yury Kravtsov forscht an der FU

24.10.2001 - (idw) Freie Universität Berlin

als A. v. Humboldt-Forschungspreisträger von Oktober bis Dezember 2001

Prof. Dr. Kravtsov wurde im April 2001 der Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung für seine wegweisenden Beiträge zu der Theorie der Wellenausbreitung in heterogenen und zufallsverteilten Strukturen sowie für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten im Bereich der statistischen Radiophysik und der Akustik zuerkannt. Dadurch wird es der Fachrichtung Geophysik an der Freien Universität Berlin nun möglich, mit Prof. Dr. Kravtsov seine theoretischen Ergebnisse und Methoden, die er im Bereich der geometrischen Optik und der Wellenausbreitung in statistischen Medien ausgearbeitet hat, speziell auf die Seismik und Seismologie und hier vor allem in der Erdbeben-Seismologie und in der seismischen Exploration von Öl und Gas, anzuwenden.

Prof. Dr. Kravtsov, der seit langem zur internationalen wissenschaftlichen Elite gezählt wird, ist ein Wissenschaftler von extraordinärem Ideenreichtum und ungewöhnlicher Interessensbreite: Mit seinen Forschungsergebnissen in der Theorie der Wellenausbreitung hat er sehr signifikante bis absolut fundamentale Impakte in den Bereichen der Optik, Akustik, Seismologie, Radiophysik, Fernerkundung, Umweltdiagnostik und Astrophysik erzielt. Weit über die Kreise der Experten hinaus ist er auf dem Gebiet der klassischen Wellenausbreitung bekannt. Die von ihm entwickelten Methoden der Analyse der nichtlinearen dynamischen Systeme sind z.B. auch in der Herzdiagnostik zur Anwendung gekommen. Ebenso wurden seine Methoden der Windgeschwindigkeitsabschätzungen in der Nähe der Ozeanoberfläche in einem Modul der Raumstation MIR verwendet. Es existieren sogar theoretische Methoden, die direkt seinen Namen tragen, z.B. die Kravtsov-Ludwig-Methode für geometro-optische Näherung der Wellenfelder in Kaustiken.

Von dem umfangreichen Lebenswerk Prof. Dr. Kravtsovs zeugen seine mehr als 300 wissenschaftlichen Artikel und Monographien, die außergewöhnlich oft in der internationalen wissenschaftlichen physikalischen und geophysikalischen Literatur zitiert werden. In den letzten fünf Jahren verfasste Prof. Dr. Kravtsov unter anderem 4 Monographien und publizierte 30 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften. Von den besonders zu erwähnenden Preisen seien hier nur der Staatspreis der Sowjetunion (1990) genannt, der bereits in der UdSSR als einer der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen galt, sowie die renommierte Soros-Professur von 1994 bis 1998 in Moskau.

Prof. Dr. Kravtsov ist Professor am Fachbereich Physik der Staatlichen Pädagogischen Universität in Moskau, gleichzeitig leitet er an der Russischen Akademie der Wissenschaft, Moskau, die Abteilung Fernerkundung am Weltraumforschungsinstitut. Zur Zeit nimmt er eine Gastprofessur der Physik an der Maritimen Universität von Stettin (Polen) wahr.

Mit dem seit 1972 vergebenen A.v.Humboldt-Forschungspreis werden international angesehene Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgezeichnet. Sie können gleichzeitig mit dieser Ehrung in Deutschland Forschungen ihrer eigenen Wahl betreiben. Das Preisträger-Programm hat sich in den Jahren seines Bestehens zu einem der bedeutendsten deutschen Auszeichnungsprogramme für die internationale Wissenschaftswelt entwickelt. Dieses Jahr wurden 47 Forscherinnen und Forscher aus 11 Ländern ausgezeichnet. Mehr als 30 Humboldt-Forschungspreisträger wurden bisher mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Informationen: Prof. Dr. Serge A. Shapiro, FB Geowissenschaften, Fachrichtung Geophysik, Malteserstr. 74-100, Haus D, 14195 Berlin, Tel.: 030/838-70830, Fax: 838-70729
uniprotokolle > Nachrichten > Prof. Dr. Yury Kravtsov forscht an der FU

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/78809/">Prof. Dr. Yury Kravtsov forscht an der FU </a>