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Der schnellste Computertomograph der Welt an der Charité installiert

22.10.2002 - (idw) Medizinische Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin

Herzdiagnostik schneller, besser und weniger belastend
Einladung zur Pressekonferenz mit Phototermin

Einladung zur Pressekonferenz mit Phototermin

am 28. 10.02 um 11.00Uhr
im "Institut für Radiologie"der Charité, Campus-Mitte,
Hochhaus an der Luisenstraße in 10117 Berlin
Demonstrationsraum 1 (Raum Nr.: 02-54)


Teilnehmer:
Professor Dr. Bernd Hamm, Direktor des Instituts für Radiologie
Dr. Patrik Rogalla, Oberarzt, Institut für Radiologie
Dr. Randolf Klingebiel, Oberarzt, Institut für Radiologie
Henk Zomer, Manager CT, TOSHIBA Europe
Dr. Jörg Blobel ,Marketing Manager, TOSHIBA Deutschland


Im "Institut für Radiologie" der Charité am Campus Mitte ist soeben der schnellste Computertomograph der Welt installiert worden. Es handelt sich um den sog. 16 Schicht-Computertomographen (Aquilion 16), den die Herstellerfirma TOSHIBA erstmals außerhalb Japans aufgestellt hat. Das neue, eine Million Euro teure Spitzengerät ist schneller als irgend ein anderer Computertomograph (CT) auf dem weltweiten Markt. In der Herzdiagnostik benötigt das Gerät noch 50 Millisekunden für die Aufnahme eines einzelnen Bildes. Aus 16 verschiedenen Schichten von einem halben Millimeter Dicke nimmt es innerhalb von Sekunden alle Daten des zu untersuchenden Körperorgans auf, die sein Computer dann innerhalb von wenigen Minuten zu einem dreidimensionalen, farbigen Bild zusammensetzt. Dank der Schnelligkeit der einzelnen Aufnahme und der Kürze des Aufnahmzyklus können auch von Kleinkindern oder von bewußtlosen Patienten Bilder mit einzigartiger Genauigkeit und Schärfe entstehen. Mit dem neuen CT gelingen auch exzellente Bilder vom schlagenden Herzen, die mit älteren Geräten nicht erreicht werden können. Neben der anatomischen Begutachtung (Größe oder Wanddicke) ist auch eine funktionelle Herzddiagnostik möglich.So läßt sich etwa die Menge des pro Herzschlag ausgeworfenen Blutes messen. Außerdem sind die Herzkranzgefäße, evtl. Verkalkungen oder der Zustand eingesetzter Gefässstützen (Stents) exakt erkennbar. Ein weiterer Vorteil: Bei Aufnahmen vom Herzen mit bisherigen Geräten war es praktisch immer notwendig, zuvor die Schlagfrequenz des Herzens auf höchstens 85 pro Minute zu senken. Dazu mussten die Patienten Medikamente, Betablocker, einnehmen. Mit dem neuen CT können alle Patienten, deren Herz nicht öfter als 140 mal in der Minute schlägt, ohne Betablocker-Medikation untersucht werden. Die Herzdiagnostik mit dem Aquilion 16 macht nach Einschätzung von Experten etwa ein Drittel der rund 500 000 jährlich in Deutschland durchgeführten Untersuchungen mit dem Herzkatheter überflüssig. Dies dürfte zu erheblichen Einsparungen führen, denn die Untersuchung mit dem Aquilion 16 schlägt nur mit 150 Euro zu Buche und ist damit nicht nur wesentlich kostengünstiger als die Katheteruntersuchung, sondern auch ohne deren Risiken.
Neben der Verwendung in der Kardiologie wird der neue 16 Schicht-CT vornehmlich in der Unfallheilkunde eingesetzt werden, nicht nur bei Knochenbrüchen, sondern auch bei Verdacht auf Weichteilverletzungen. Ausserdem hat der CT stets dort seinen Platz, wo Metall im Körper des Patienten (Herzschrittmacher) eine Kernspintomographie ausschliesst. Ein großes Einsatzgebiet des 16 Schicht- CT wird ausserdem in der Bildkontrolle bei minimal-invasiven chirurgischen Eingriffen (Schlüssellochchirurgie), bei Gewebeentnahmen und Punktionen gesehen, wo die dreidimensionalen Bilder dem Arzt das Vorgehen wesentlich erleichtern.
Dank eines neuartigen Systems reduziert sich auch die Strahlenbelastung für den Patienten um etwa dreißig Prozent gegenüber älteren Gerätetypen. Davon profitiert auch der Arzt, der mit dem neuen Gerät im Jahr etwa dreitausend Eingriffe unter CT-Kontrolle vornehmen kann, bevor die zulässige Strahlendosis für seine Hände erreicht ist.
Auch für die Untersuchung des Dickdarmes zeigt der neue Computertomograph seine Stärke: Nach einer Aufnahmezeit von nur 15 Sekunden setzt der Computer die gewonnen Daten zu einer dreidimensionalen "virtuellen Endoskopie" zusammen. Der Arzt kann das Innere des Darms betrachteten und nach krankhaften Veränderungen fahnden, ohne ein Endoskop in den Dickdarm eingeführt zu haben. Der neue CT kann somit auch zur Früherkennung von Dickdarmkrebs ohne Endoskopie genutzt werden.
(21.10. 02) Silvia Schattenfroh
(Bilder können auf Anfrage digital versandt werden)

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