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Wolfgang-Paul-Preis an Christine Fellbaum

05.11.2001 - (idw) Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

für Kooperationsprojekt mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hatte sich am Nominierungsverfahren für den Wolfgang-Paul-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung - dem nach Aussagen der Stiftung derzeit höchst dotierten Wissenschaftspreis - beteiligt. Der Vorschlag hatte Erfolg. Zu den ausgewählten Preisträgern zählt die Linguistin Christine Fellbaum, eine in Deutschland geborene und aufgewachsene amerikanische Staatsbürgerin. Die feierliche Preisübergabe findet am 6. November durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, in Berlin statt.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung hatte im Rahmen der "Zukunftsinitiative" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Anfang des Jahres das Wolfgang-Paul-Programm ausgelobt. Das Programm will durch die Vergabe von insgesamt 14 Preisen an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Internationalisierung der Spitzenforschung in Deutschland befördern. Für den Dreijahreszeitraum von 2001 bis 2003 konnten die Bewerber für ihre Forschungen bis zu 4,5 Mio DM beantragen.
Christine Fellbaum gehört weltweit zu den führenden Wissenschaftlern im Bereich der elektronischen Sprachverarbeitung. Sie hat 1980 an der Princeton University promoviert, war an den Universitäten Rider und Princeton (USA) tätig und hat als Gastwissenschaftlerin an den Universitäten in Paris, Tübingen, Lissabon, Pennsylvania und am Xerox Research Center Grenoble geforscht. Gegenwärtig lehrt und forscht sie an der Princeton University, wo sie gemeinsam mit anderen in den letzten zehn Jahren "Word Net", das mit Abstand bekannteste System zur Bedeutungsbeschreibung des Englischen auf dem Computer, entwickelt hat.
Mit dem Preisgeld wird sie als Leiterin einer Arbeitsgruppe in den nächsten drei Jahren in enger Kooperation mit dem DWDS das Projekt "Kollokationen im Wörterbuch" in der Akademie bearbeiten. Dieses Forschungsvorhaben begründet eine in mehreren Hinsichten einzigartige Kooperation von Computerlinguistik und Lexikographie. Kollokationen sind zusammengesetzte Ausdrücke mit eigenständiger Bedeutung wie etwa "in die Quere kommen", "gut und gerne", "grüner Daumen" usw. Sie bilden einen wesentlichen Teil der Ausdrucksmittel einer Sprache. Durch die Nutzung sowohl des von der Akademie zur Zeit aufgebauten "Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts" - einem Projekt, in dessen Ergebnis ein auf 600 Millionen Wörter kalkulierter Thesaurus entsteht, aus dem zum einen unterschiedlichste Informationen online abgerufen werden können und aus dem sich zum anderen unterschiedliche Wörterbücher zusammenstellen und drucken lassen - als auch der von Frau Fellbaum entwickelten Methoden wird eine über die bisherige Forschung weit hinausgehende systematische Erfassung solcher Kollokationen möglich. Der Erkenntnisgewinn, den diese Kooperation auf lexikographischem Gebiet für die Modernisierung der Lexikographie an deutschen und ausländischen Akademien im allgemeinen und an der BBAW mit ihren vier lexikographischen Arbeitsstellen im besonderen erbringen wird, dürfte von kaum zu überschätzendem Wert sein.

Informationen:
fellbaum@bbaw.de; geyken@bbaw.de
www.bbaw.de
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