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Richard-Strauss-Tagung mit Podiumsdiskussion im Aalto-Theater

06.11.2001 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Worin liegen die Ursachen für den einzigartigen Erfolg der Werke des nicht unumstrittenen Komponisten Richard Strauss (1864-1949)? Dieser Frage widmen sich die Referenten der Internationalen Fachkonferenz "Richard Strauss und das Musiktheater: Dramaturgie - Inszenierung - Rezeption".

Bochum, 06.11.2001
Nr. 333

Musikwissenschaftliches Neuland betreten
Interdisziplinäre Richard-Strauss-Tagung
Öffentliche Podiumsdiskussion im Aalto-Theater

Worin liegen die Ursachen für den einzigartigen Erfolg der Werke des nicht unumstrittenen Komponisten Richard Strauss (1864-1949)? Dieser Frage widmen sich die Referenten der Internationalen Fachkonferenz "Richard Strauss und das Musiktheater: Dramaturgie - Inszenierung - Rezeption", die das Musikwissenschaftliche Institut der Ruhr-Universität (Leitung und Organisation: Prof. Dr. Julia Liebscher) in Zusammenarbeit mit dem Aalto-Musiktheater Essen veranstaltet. Die von der DFG geförderte Konferenz findet vom 14. bis 17. November 2001 im Internationalen Begegnungszentrum Beckmannshof der RUB statt. Den Auftakt bildet am Mittwoch, 14. November 2001, 11.00 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion mit international renommierten Künstlern, Theaterpraktikern und Journalisten im Foyer des Aalto-Theaters Essen.

Verstreute Aspekte bündeln

Richard Strauss, der neben Opern auch Tondichtungen wie Till Eulenspiegel, Also sprach Zarathustra oder Eine Alpensinfonie komponiert hat, konnte zunächst als Avantgardist triumphale Erfolge feiern. Als Präsident der Reichsmusikkammer 1933-1935 geriet er in die Kritik, wurde von der Frankfurter Schule bekämpft und von der Wissenschaft lange ignoriert und bleibt bis heute eine umstrittene Persönlichkeit. Seine Opern sind jedoch neben denen Puccinis die meistgespielten Bühnenwerke eines Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Ziel der fächerübergreifenden Tagung, an der sich auch die Theaterwissenschaft, die Film- und Fernsehwissenschaft und die Literaturwissenschaft beteiligen, ist es, die zahlreichen verstreuten Ansätze zu bündeln und ein umfassendes Bild des musikalischen, dramaturgischen und theaterbetrieblichen Stellenwerts von Strauss' Werk und Wirken zu entwerfen. Mehr als 40 Referenten aus dem In- und Ausland werden das Phänomen aus ihrer Sicht beleuchten.

Verflechtungen im Blick

Die Referate im Bereich "musikalische Dramaturgie" versuchen, die Werke als Objekte musikalischen Theaters zu analysieren. Dazu beleuchten sie etwa Plotkonstellationen, Rollenprofile und gegenseitige Abhängigkeiten von Sujet, Musik, Textbuch und szenischer Konzeption. Darüber hinaus betrachten sie auch einzelne Aspekte der Verflechtung des Straussischen Opernwerks innerhalb der zeitgenössischen Musiktheatertraditionen und -konventionen. Die Beiträge zur "Inszenierung" beschäftigen sich mit der Analyse alter und neuer Strauss-Produktionen, blicken aber auch auf die Transformation der Gattung in andere Medien (Fernsehen, Film, Video). Im Bereich "Rezeption" versuchen die Referenten unter verschiedenen Aspekten, die Aufführungs-, Produktions- und Wirkungsgeschichte der Werke nachzuzeichnen. Daneben richten sie den Blick auf die Konservierung auf Schallplatte und nicht zuletzt auf die Rezeption der Strauss-Opern durch Publikum, Presse und Kulturpolitik.

TERMIN: Öffentliche Podiumsdiskussion

Bei der Auftaktveranstaltung am 14. November im Aalto-Theater diskutieren unter Leitung des Hamburger Politikwissenschaftlers und Rundfunk-Moderators Udo Bermbach Frau Kammersängerin Inge Borkh, der Komponist Hans-Jürgen von Bose, der Generalmusikdirektor der Stadt Münster Will Humburg, der Regisseur Johannes Schaaf, der Musikjournalist Ulrich Schreiber und der Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung Wolfgang Schreiber. Thema ist der Stellenwert des gegenwärtigen Musiktheaters, in dem musikalische Bühnenwerke von Richard Strauss wie "Salome", "Elektra" und "Der Rosenkavalier" auch im Hinblick auf die Entwicklungen des modernen Regietheaters eine führende Rolle spielen. Die Zusammenarbeit mit dem Aalto-Theater Essen, das sich unter dem Intendanten und Generalmusikdirektor Stefan Soltesz in den letzten Jahren zu einer international vielbeachteten Richard-Strauss-Hochburg entwickelt hat, legt den Grundstein für eine weitere Kooperation mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum.

Programm

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Ein ausführliches Programm ist unter Tel. 0234/32-22297 erhältlich und steht im Internet unter: http://www.ruhr-uni-bochum.de/muwi/2001-strauss-tagung

Weitere Informationen

Prof. Dr. Julia Liebscher, Musikwissenschaftliches Institut, Fakultät für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22395, Fax: 0234/32-14675, Email: julia.liebscher@ruhr-uni-bochum.de, Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/muwi/2001-strauss-tagung

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