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Mystifiziert, glorifiziert, dämonisiert - Tagung "Preußen in Ostmitteleuropa" in Oldenburg

08.11.2001 - (idw) Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Ostpreußen war seit dem Mittelalter durch eine Vielzahl von Ethnien und kriegerische Auseinandersetzungen geprägt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Ostpreußens Vergangenheit von der borussischen, deutschen und polnischen Geschichtsschreibung als je eigenes Gebiet beansprucht, mythologisch besetzt, glorifiziert oder dämonisiert. Eine Tagung des Oldenburger "Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa" unternimmt den Versuch, Licht ins Dunkel dieser Überlieferung zu bringen.

Den dreihundertsten Jahrestag der ersten Königskrönung in Preußen (Königsberg 1701) nimmt das "Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa" (BKGE), An-Institut der Universität Oldenburg, zum Anlass, dem brandenburgisch-preußischen Kernland am 19. und 20. November 2001 die Tagung "Preußen in Ostmitteleuropa" zu widmen. In Zusammenarbeit mit der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden präsentiert das Bundesinstitut die begleitende Ausstellung, "Pietas Prussica. Religion und Politik in (Ost-)Preußen 1525-1701", die am 20. November, 19 Uhr, eröffnet wird.

Im Mittelpunkt der Tagung steht das spezifische Profil des Territoriums im Schnittpunkt östlicher und westlicher Einflüsse, für das sich Ende des 18. Jahrhunderts der Name Ostpreußen einbürgerte. Thematisiert werden sollen die kurz- und langfristigen kulturellen wie politischen Auswirkungen auf die Nachbarn in Ostmitteleuropa sowie die Rezeption der Geschichte Ostpreußens besonders in Polen und in Deutschland und ihren Niederschlag in der Historiographie, der Bildenden Kunst, der Literatur und Architektur.

Das spätere Ostpreußen war seit dem Mittelalter durch eine Vielzahl von Ethnien geprägt und lange Zeit Objekt kriegerischer und politischer Auseinandersetzungen. Mitglied eines deutschen Staatsverbandes wurde es erst mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Vergangenheit Ostpreußens von der borussischen, deutschen und polnischen Geschichtsschreibung als jeweils ureigenes Territorium in Anspruch genommen, mythologisch besetzt, glorifiziert oder dämonisiert.

Seit 1989 ist das Bemühen um einen Perspektivwechsel und ein Abrücken von ideologischen Positionen festzustellen. Die Tagung nimmt diese Impulse auf und sucht durch die Analyse älterer, immer noch wirksamer Geschichtsbilder wie durch die Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse in internationalem wie interdisziplinärem Dialog eine erneute Annäherung an das historische Ostpreußen, eine Region, die augenfällige Parallelen zu anderen Kulturlandschaften Ostmittel- und Osteuropas mit doppelter und mehrfacher kultureller Prägung aufweist und deren Erforschung exemplarische Bedeutung für die historische Begründung einer europäischen Identität zukommt.

Nähere Informationen: Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Johann-Justus-Weg 147a, 26127 Oldenburg, Tel. 0441/96195-0, E-Mail: mweber@uni-oldenburg.de sowie im Internet unter:

Journalisten können an der Tagung teilnehmen.

Kontakt: Prof. Dr. Matthias Weber, Tel.: 0441/96195-17, E-Mail: mweber@uni-oldenburg.de
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