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Kanzler Kischkel: Universität gelingt mit Selbststeuerung

12.11.2001 - (idw) Universität Dortmund

Die Universität Dortmund hat heute (12.11.2001) ihren Kanzler Dr. Roland Kischkel feierlich in sein Amt eingeführt. Der auf acht Jahre bestellte Spitzenbeamte ist seit dem l. Oktober Nachfolger von Dorothee Dzwonnek, die Anfang November letzten Jahres in das Düsseldorfer Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung zurückkehrte, um dort die Funktion einer Abteilungsleiterin zu übernehmen.

Der Kanzler leitet die Verwaltung der Universität. Er ist verantwortlich für die Haushaltsführung und gehört zum Rektorat als dem Leitungsgremium der Hochschule. Neben dem Rektor und dem Kanzler sind bislang drei Prorektorinnen bzw. Prorektoren mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen Mitglieder des Rektorates. Auf der Grundlage des neuen Hochschulgesetzes des Jahres 2000 wird die Dortmunder Uni künftig einen weiteren Prorektor wählen.

Gedanken zur Unwahrscheinlichkeit des Gelingens von Universität

In der heutigen Feierstunde unterstrich Dr. Roland Kischkel, dass er sein Amt antrete, um zum Gelingen der Universität beizutragen. Dabei trug er zunächst einige Gedanken vor, die das Gelingen von Universität eher unwahrscheinlich erscheinen lassen: Die Dortmunder Universität ist geprägt von nahezu 25.000 Studierenden in fast 100 Studiengängen. 16 Fakultäten und Fachbereichen vereinen etwa 1.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Mehrzahl nur befristet beschäftigt sind. Auch die große Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Technik und Verwaltung folge ganz unterschiedlichen und meist zunächst nicht an Wissenschaft orientierten Berufswegen.

Eine solche Heterogenität im Inneren und vielfältige Kopplung nach außen legt, so erklärte der neue Kanzler, "die Schlussfolgerung nahe, dass die Universität ein unvorhersehbares, unplanbares und daher auch nicht steuerbares System ist".

Wie kann Universität gelingen?

Kanzler Kischkel lenkte in seinem Vortrag den Blick auf die Frage, unter welchen Bedingungen Universität dennoch gelingen kann. Hier konzentrierte er sich vor allem auf einen Aspekt: die Selbststeuerung der Universität als autonomer und selbstverwalteter Einrichtung.

Um den Bedarf der unterschiedlichen Hochschuleinrichtungen an Personal, Finanzmitteln, Räumen und Geräten gerecht zu werden, wünscht sich der Spitzenbeamte, wie er ausführte, "eine Pluralität von Verteilungsregeln, die sich nach meiner Überzeugung nicht vollständig in einer großen Formel unifizieren lassen." Berücksichtigt werden muss nach seiner Auffassung der Veränderungsprozess im dynamischen Wissenschaftsbetrieb, der auch eine schnelle und flexible Anpassung der jeweils geltenden Verteilungsregeln erforderlich machen kann.

Der Kanzler forderte in diesem Zusammenhang, die Universität mit deutlich mehr Finanz- und Steuerungsautonomie auszustatten, wie es im Rahmen des Qualitätspaktes zwischen den Hochschulen und der Landesregierung politisch avisiert sei.

Gewaltenteilung in der Universität

Innerhalb der Universität wünscht sich der neue Kanzler der Universität eine klar ausgeprägte Gewaltenteilung. Er verwies auf die jüngsten Reformen im deutschen Hochschulrecht, die auf eine Ausweitung der Entscheidungsbefugnisse der Leitungen auf Hochschul- und Fachbereichsebene abzielen. Dem gegenüber müssen, so Kischkel, die Kontrollaufgaben der Gremien der Selbstverwaltung auf eine "Kontrolle ex post" konzentriert werden - eine nachträgliche Bewertung der Rektoratsarbeit, für die das Leitungsgremium zunächst einen Vertrauensvorschuss brauche.

Feierstunde zur Amtseinführung

Die Bereitschaft des 42-jährigen Kanzlers, in herausgehobener Position seinen Beitrag zum Gelingen der Universität Dortmund zu leisten, wurde bei der Feierlichen Amtseinführung von Rektor Prof. Dr. Dr.h.c. Albert Klein wie auch von Ministerialdirigent Heiner Kleffner, der die Ministerin für Schule, Wissenschaft und Forschung, Gabriele Behler vertrat, eingehend gewürdigt. Musikalische Umrahmung und ein Empfang rundeten die Feierstunde im Gebäude der Fakultät Maschinenbau ab.

Interesse für Lehrerberuf und Sprachwissenschaft

Roland Kischkel stammt aus einer Kirchenmusiker-Familie. Die Schulzeit verbrachte er in Andernach, Wetzlar und Stade. In Paderborn und Bielefeld absolvierte er die Ausbildung zum Lehrer für die Sekundarstufe II in den Fächern Germanistik und Pädagogik.

Sein sprachwissenschaftliches Interesse führte ihn nach dem 1. Staatsexamen zu einer vom Land NRW geförderten Promotion an die Universität Bielefeld. Hier schloss er 1991 seine Dissertation mit dem Thema "Sprache - Recht - Politik. Studien zur rechtlichen und politischen Beschreibung von Sprache" ab.

Der Verwaltung von Wissenschaft wandte sich Dr. Roland Kischkel im gleichen Jahr in der Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn zu, wo er seit 1993 die Leitung eines Referats der Abteilung Sonderforschungsbereiche übernahm.

Weitere Information:

Klaus Commer, Ruf 0231-7554811 und 0179-5020857
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