Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 2. Oktober 2014 

Neue Bildersprache zum Thema Darmkrebs

19.11.2001 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Wim Wenders dreht TV-Spot über Früherkennung

Bonn/München/Frankfurt (ek) - Die Menschen bei ihrer Ahnungslosigkeit packen will ein TV-Spot von Wim Wenders, der das Thema Darmkrebs-Früherkennung auf eine ganz überraschende Art angeht: Ein runder Perlen-Ohrstecker steht symbolisch für einen unentdeckten Tumor im Darm. Die Deutsche Krebshilfe und die Felix Burda Stiftung für Krebsforschung stellten den Kurzfilm "Ohrstecker" heute, am 19. November 2001, in Bonn vor. Der Spot wurde im Rahmen einer Aufklärungskampagne über Darmkrebs-Früherkennung entwickelt und wird in den nächsten Monaten in verschiedenen Fernsehsendern gezeigt.

"Ich und Zeit? Du bist gut..." - so endet der Dialog zwischen den beiden Protagonisten des TV-Spots "Ohrstecker" von Wim Wenders. Der Tenor des Films: Wer hat schon Zeit, sich um sich selbst zu kümmern - und wer nimmt sich die Zeit, zur Krebs-Früherkennung zu gehen? Wim Wenders schuf in seinem Spot, den er im Auftrag der Deutschen Krebshilfe und der Felix-Burda-Stiftung für Krebsforschung gedreht hat, eine Bilderwelt, die das Thema Darmkrebs-Früherkennung in einen neuen, unkonventionellen Zusammenhang stellt: Früherkennung gehört mitten ins moderne Leben; wer rechtzeitig etwas tut, der wird nicht plötzlich zum Opfer. "Es ist ein Skandal, dass in Deutschland Jahr für Jahr 30.000 Menschen an Darmkrebs sterben, weil er zu spät entdeckt wurde. Darmkrebs ist noch immer ein Tabuthema. Wir müssen den Menschen beibringen, dass sie Darmkrebs durch die Früherkennung verhindern können - sie müssen nur hingehen!", sagte Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix-Burda-Stiftung.

Die Geschichte "Ohrstecker" spielt in einer Hamburger Altbauwohnung. Ein Paar, beide zwischen Mitte 40 und Anfang 50, macht sich fertig zum Ausgehen. Er lauscht einer Nachtigall und spielt deren "Triller" auf dem Klavier nach, sie steht vor dem Spiegel und plaudert über die gemeinsame Freundin Hannah. Die beiden unterhalten sich mit der Intimität und Gelassenheit eines alten Paares, jedoch mit dem Unterton einer tiefen, ruhigen Liebe zueinander. Als sie sich um Spiegel vorbeugt, um einen großen runden Perl-Ohrstecker anzulegen, sieht der Zuschauer neben der Großaufnahme der Perle den unvermuteten Satz: "Genauso groß ist der unentdeckte Tumor in ihrem Darm". Das Paar tritt mit seinem Dialog in den Hintergrund; im Vordergrund sieht man einen Kerzenleuchter. Eine der Kerzen erlischt. Eingeblendet erscheint eine Schrift: "Auch wenn Sie sich gesund fühlen - gehen Sie zur Darmkrebs-Vorsorge!"

"Krebsvorsorge müsste vor allem die vermeintliche Ohnmacht der Krankheit gegenüber adressieren und in ein positives Denken und Handeln umfunktionieren", so Wim Wenders über seinen TV-Spot. Dieser entstand im Rahmen eines Kommunikationskonzeptes, das von der Agentur Michael Conrads & Leo Burnett, Frankfurt, erarbeitet wurde. "Darmkrebs hat keine Frühsymptome. Daher muss das Signal, das die Krankheit nicht gibt, in Form einer Aufklärungskampagne gegeben werden. Nicht faktisch und unpersönlich, sondern eindringlich und involvierend führen wir die Menschen mit der Kampagne zum kritischsten Punkt bei dieser Thematik: ihre totale Ahnungslosigkeit", erläuterte Christoph Barth, Chief Creative Officer von Michael Conrads & Leo Burnett, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Spots in Bonn.

Gemeinsam wollen Deutsche Krebshilfe und Felix Burda Stiftung die Bereitschaft der Menschen erhöhen, zur Darmkrebs-Früherkennung zu gehen. "Wir müssen über Darmkrebs sprechen, denn das Schweigen erhöht die Gefahr, an Darmkrebs zu sterben!", betonte Professor Dr. Wolff Schmiegel, Mitglied des Medizinischen Beirats der Deutschen Krebshilfe. Der 45-Sekunden-Spot wird in den kommenden Wochen in mehreren Fernsehsendern laufen, die ihre Sendezeit kostenlos zur Verfügung stellen.

Interviewpartner auf Anfrage!

Info-Kasten: Darmkrebs
Jedes Jahr werden in der Bundesrepublik mehr als 50.000 Menschen mit der Diagnose Dickdarmkrebs konfrontiert, und etwa 30.000 Menschen sterben an dieser Krankheit. Damit gehört der Darmkrebs zu den drei häufigsten bösartigen Erkrankungen. Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind noch nicht eindeutig geklärt. Bestimmte Einflussfaktoren erhöhen das Erkrankungs-Risiko: Erbliche Belastung, chronisch-entzündliche Darmkrankheiten, das Vorliegen von Dickdarmpolypen sowie ballaststoffarme, fett- und fleischreiche Ernährung. Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen können das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, deutlich mindern und das Überleben durch rechtzeitiges Erkennen der Krebserkrankung in frühen Stadien deutlich verbessern.

uniprotokolle > Nachrichten > Neue Bildersprache zum Thema Darmkrebs

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/79931/">Neue Bildersprache zum Thema Darmkrebs </a>