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"Xpertfinder" - die Suchmaschine für Experten

19.11.2001 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Einen neuen Weg zum Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter eröffnet der "Xpertfinder". Das System nutzt die tägliche E-Mail-Korrespondez, um anonyme Expertenprofile zu erstellen. Es ermöglicht die Expertensuche in definierbaren Wissensgebieten von Unternehmen und Kooperationen.


Wissenstransfer durch Köpfe: Der Xpertfinder von Frank Heeren (rechts im Bild) bringt Experten und Ratsuchende einander näher. - ©Fraunhofer IPA/Anne Mildner Dass Mitarbeiter die wichtigsten Wissensquellen in Unternehmen sind, ist in Wirtschaft und Wissenschaft mittlerweile unumstritten. Doch wie lässt sich das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter für das Unternehmen schnell und unkompliziert nutzen? Einen neuen Weg zum Wissen eröffnet die elektronische Kommunikation: Computer, E-Mail und Internet haben bereits die Art und Weise verändert, wie Menschen kommunizieren und zusammenarbeiten. Bisher ging es jedoch hauptsächlich darum, Informationen zu übertragen und weniger darum, sie zu erschließen. Wissenschaftler des Fraunhofer IPA entwickelten deshalb den "Xpertfinder". Er ermöglicht die Expertensuche in definierbaren Wissensgebieten von Unternehmen und Kooperationen. Auf der Systems 2001 in München war er erstmals vollständig zu sehen. Das System fördert direkte Kontakte zwischen Mitarbeitern und damit die Weitergabe persönlichen Wissens.

Der "Xpertfinder" verwendet E-Mails, News und andere offen zugängliche Dokumente angemeldeter Benutzer zum Rückschluss auf ihre Arbeitsgebiete. Er erstellt anonyme Expertenprofile, indem er den Inhalt ihrer Nachrichten mit den gewünschten Themenfeldern vergleicht. Vor diesem Vergleich reduziert er jede E-Mail automatisch auf den Teil, den der angemeldete Benutzer verfasst hat. Sind nach einer Anlaufphase den Themen genügend Fachleute zugeordnet, können sich Ratsuchende die Profile je Themenfeld anzeigen lassen und selektieren. Wer sich hinter welchem Profil verbirgt, weiß nur der "Xpertfinder". Personen aus diesen Anzeigen direkt zu identifizieren ist nicht möglich. Alle Anfragen gehen an das System, das sie an die Experten weiterleitet. Wie sie mit der Anfrage verfahren, entscheiden sie selbst: Die Experten können mit dem namentlich bekannten Anfrager in Kontakt treten und ihm weiterhelfen oder die Anfrage verwerfen und damit im Verborgenen bleiben. Fühlt sich ein Experte im angefragten Themenfeld inkompetent, so kann er sich daraus streichen, um weitere Anfragen auszuschließen. Analog dazu kann er einen ausgeprägten Kenntnisstand hinterlegen, der dann mit allen anderen Indizien über ein "Bayes'sches Netzwerk" in das Expertenprofil einfließt.

"Insbesondere Mitarbeiter dezentralisierter Unternehmen mit wissensintensiven Produkten oder komplexen Prozessen wie Entwicklung und Planung profitieren von dieser Neuentwicklung", meint Frank Heeren. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Wissensmanagement und kennt durch seine Projektarbeit die Situation vor Ort. Dass die Experten selbst entscheiden können, ob sie auf eine Anfrage antworten, ist für ihn ein zentraler Punkt: "Nur, wenn sie diese Freiheit haben, werden sie den 'Xpertfinder' auch akzeptieren", ist sich Heeren sicher. Schließlich gehe es nicht darum, die Beschäftigten eines Unternehmens zu überwachen und in ihre Selbstbestimmung einzugreifen. "Unser Ziel ist es, persönliche Kontakte zu fördern, denn auf dieser Basis funktioniert der Wissensaustausch immer noch am besten", betont er.

Neben dem "Xpertfinder"-Server benötigt der Anwender nur einen E-Mail- und Internetbrowser wie Netscape oder Outlook. Die zwei wichtigsten Unterschiede zu 'Gelbe Seiten'-Systemen: "Während sie die Experten zu den Themenfeldern namentlich nennen, bleiben beim 'Xpertfinder' die Experten anonym, bis sie sich selbst melden", stellt Frank Heeren nochmals klar. "Der 'Xpertfinder' braucht auch keinen Experten, der ihn pflegt. Er akquiriert die Daten automatisch", so Heeren. Darüber hinaus bietet "Xpertfinder" Einblick in die informellen Strukturen des Unternehmens, indem er Kommunikationsnetzwerke graphisch anzeigt. Mitarbeiter erhalten dadurch einen leichten Zugang zu Expertengruppen in diesen Themenfeldern.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Frank Heeren
Telefon: 0711/970-1995, Telefax: 0711/970-1926, E-Mail: feh@ipa.fhg.de
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