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Kompakte Rechner für Raumfahrtmissionen

20.11.2001 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Prof. Dr. Harald Michalik ist der erste Inhaber der Professur "Kompaktrechner für die Raumfahrt" an der Technischen Universität Braunschweig. Bei der Finanzierung seiner Professur geht die TU völlig neue Wege: Sie wird nämlich komplett aus eigenen Drittmitteln finanziert, die das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze (an dem die Arbeitsgruppe angesiedelt ist) dafür aufbringen konnte.

Nicht minder außergewöhnlich ist das Forschungsgebiet von Prof. Michalik. Er befasst sich nämlich mit der Entwicklung von Computersystemen, die auf Weltraumsonden zum Einsatz kommen. Diese steuern komplexe wissenschaftliche Satelliteninstrumente, wie Kameras zur Erdbeobachtung oder zur Planetenerkundung. Der Einsatz im Weltraum stellt besondere Anforderungen an solche Rechner. Sie müssen klein und leicht sein und dürfen nur wenig Energie verbrauchen. Den im Weltraum herrschenden Bedingungen müssen sie standhalten: Für den Menschen tödliche Strahlungen dürfen ihnen daher ebenso wenig anhaben wie extreme Temperaturschwankungen. Zudem sollen sie sehr zuverlässig arbeiten. "Bei Weltraummissionen darf man sich einfach keine Fehler leisten", so Prof. Michalik, "ein Grund, warum man in der Raumfahrrtechnik bisher auf bewährte Technologien setzte: auf große, aufwendige Rechenanlagen. Wir wollen zeigen, dass wir auf der Basis von kommerziellen, kleinen Rechnern, wie sie beispielsweise in der Kommunikationselektronik eingesetzt werden, ebenso sicher und weitaus günstiger Spitzenleistungen bieten können."

Schon zu vielen Raumfahrtmissionen wie beispielsweise CASSINI/HUYGENS, MARS PATHFINDER und GIOTTO hat die Arbeitsgruppe, die Prof. Michalik jetzt übernommen hat, mit eigenen Entwicklungsprojekten seit 30 Jahren erfolgreiche Beiträge geliefert. So konnten bereits unter der Leitung von Dr. Fritz Gliem mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter aus Drittmitteln finanziert werden. Zurzeit sind Systeme zum Beispiel für die Mission ROSETTA der europäischen Weltraumbehörde ESA in Vorbereitung. Rechnertechnologie aus Braunschweig wird bei der acht Jahre dauernden Reise zum Komenten Wirtanen eine wichtige Rolle spielen. An Komponenten für weitere Missionen wird ebenfalls gearbeitet. "Mit der Einrichtung der Professur ist es der TU gelungen, diesen für den Luft- und Raumfahrtstandort Braunschweig maßgebenden Forschungsbereich noch mehr zu stärken", so Prof. Rolf Ernst, der Leiter des Instituts für Datentechnik und Kommunikationsnetze.

Zur Person:

Prof. Dr. Harald Michalik (Jahrgang 1957) war vor seinem Ruf an die TU Braunschweig 1993 bis 2001 Professor für Informationstechnik an der Hochschule Bremen. In dieser Zeit hat er die Gründung des fächerübergreifenden Institutes für Aerospace-Technologie mit initiiert und war auch dessen stellvertretender Leiter. Bei der OHB-System GmbH war er davor 1991 bis 1993 Projektingenieur im Bereich Raumfahrttechnologie mit den Schwerpunkten System- und Software-Engineering. Er leitete dort Projekte im Gebiet Satellitendatenverarbeitungsanlagen, ab 1993 war er Leiter der Abteilung Extraterrestrik.

Seine erste Anstellung erhielt Michalik 1982 nach dem Studium der Elektrotechnik an der TU Braunschweig am hiesigen Institut für Datenverarbeitungsanlagen als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Instrumentenrechner für Weltraumexperimente. 1991 promovierte er dort mit einer Dissertation zum Thema: "Bewegungskorrektur langzeitbelichteter Bilder bei satellitengestützten Kameras". Nun kehrt er als Leiter in eben diese Abteilung zurück. Prof. Michalik ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Prof. Michalik ist zu erreichen im Institut für Datentechnik und

Kommunikationsnetze der TU Braunschweig (Hans-Sommer-Str. 66, 13. OG.)
unter Tel.: 0531/391-3733.
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