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Stellenumwidmungsprogramm beschlossen

23.11.2001 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Stellenumwidmungsprogramm beschlossen

7. Sitzung des Universitätsrats am 22.11.

Der Tübinger Universitätsrat trat am 22.11. zu seiner siebenten Sitzung zusammen. Das Gremium beschäftigte sich unter der Leitung seines stellvertretenden Vorsitzenden, Professor Dietrich Niethammer, mit der Struktur- und Entwicklungsplanung der Universität. Zunächst fand ein "Go-In" von Studierenden statt, die sich schon zuvor auf einer Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz kritisch über die Stellenumwidmungspläne geäußert hatten.

Nach ausführlicher Erörterung wurde das von der Universitätsleitung vorgelegte und vom Senat mit positiver Stellungnahme versehene Stellenumwidmungsprogramm vom Universitätsrat beschlossen. Der Rat legte ein uneingeschränktes Bekenntnis zu den Geisteswissenschaften an der Universität ab und konnte auch die in der Öffentlichkeit diskutierten Konsequenzen durch die Umstrukturierung in diesem Bereich nicht erkennen. Dies gilt auch für die Kulturwissenschaften, die aufgefordert sind, Entwicklungskonzepte zu erarbeiten, die zwar offensichtlich schon lange in der Diskussion sind, ohne dass es bisher zu klaren Ergebnissen gekommen ist.
Den inneruniversitären Schwerpunkt in den Biowissenschaften hält der Rat für außerordentlich sinnvoll. Hier hält er aber eine auch innerfakultäre Umschichtung von Ressourcen aus den klassischen zu den "modernen" Fachrichtungen für sinnvoll und notwendig.
Der Rat fordert die Fakultäten auf, die jetzt erst begonnenen Diskussionen um notwendige Umstrukturierungen fortzusetzen und die Chancen zu nutzen, neue Entwicklungen zu beginnen. Dazu gehören auch Konzepte zur Verflechtung von Forschung und Lehre innerhalb des Fächerkanons der einzelnen Fakultäten wie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten.
Der Rat betonte, dass mit dem Stellenpool ein Instrument geschaffen wurde, an dem alle Fakultäten mit innovativen Ansätzen partizipieren können. Dabei ist er der Meinung, dass der Pool eher noch zu klein angelegt ist.
Schließlich hat er die Diskussion um die Profilbildung begrüßt, die allerdings erst am Anfang steht. Er unterstützt daher die Absicht der Universität eine entsprechende Kommission einzusetzen.

Darauf folgend wurden die vorliegenden Papiere zur Struktur- und Entwicklungsplanung mit einigen Änderungs- und Ergänzungswünschen verabschiedet. Die Endfassung wird fristgerecht zum Jahresende dem Ministerium übermittelt werden. Der Rat hat sich die Möglichkeit einer redaktionellen Korrektur vorbehalten. Anschließend beschloss der Rat zwei Papiere 'Vorgehensweise bei der Poolbildung' und 'Verteilungsgrundsätze für Poolstellen'. Beide Papiere seien zukünftig weiter zu entwickeln, stellten aber eine erste Basis für die Schaffung und Verwendung des neuen Stellenpools dar, der sich auch aus umzuschichtenden Stellen speist. Mit Fragen der Struktur- und Entwicklungsplanung werde sich der Rat wieder im Zusammenhang mit den bis März nächsten Jahres an das Stellentableau anzupassenden Planungen der Fakultäten beschäftigen.

Der Rat gab Mittel für den Erwerb eines Hotels im Schwarzwald frei, das, gemeinsam mit den Universitäten Karlsruhe und Stuttgart, zu Tagungszwecken genutzt werden soll. Beschlossen wurde u.a. die Studien- und Prüfungsordnung für den Kurzzeit-Studiengang Informatik ebenso wie die Zusammenführung von Toxikologie und Pharmakologie zu einem gemeinsamen Institut. Der Ausschreibung für eine C 3-Professur für Molekulare Immunologie wurde zugestimmt.
Besorgt äußerte sich der Rat zur Wohnsituation der aus- und inländischen Studierenden in Tübingen. Universität und Stadt wurden aufgefordert, sich der Angelegenheit anzunehmen. Dabei soll der Gedanke der 'Patenschaft' - von insbesondere Professoren - für ausländische Studierende geprüft werden, um diesen den Zugang zu Behörden, aber auch zu Vermietern, zu erleichtern. In der Sitzung informierte Rektor Schaich unter anderem über die PCB-Belastung in den Gebäuden auf der Morgenstelle, über die Antragstellung der Universität an den Bund auf Ausstattung von zehn Juniorprofessuren sowie über Planungen zur Einrichtung eines DFG-Forschungszentrums.

Prof. Dr. Dr. h. c. Eberhard Schaich, Rektor

Prof. Dr. med. Dietrich Niethammer, Stellv. Vorsitzender des Universitätsrats

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