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Augsburger DAAD-Preis 2001 für Paul Oloo aus Kenia

23.11.2001 - (idw) Universität Augsburg

Bei der Verleihung am 29. November spricht Ehrenbürger Mietek Pemper über "Mut zum Widerstand" -


"Wer immer das Glück haben wird, ihn als Mitarbeiter und Kollegen zu gewinnen, ist schon heute zu beneiden." So fasst einer der Gutachter seinen Eindruck vom diesjährigen Augsburger DAAD-Preisträger Paul Oloo zusammen. Der Kenianer studiert seit 1995 an der Universität Augsburg die Fächer Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft. Er wird den Preis am Donnerstag, dem 29. November 2001, überreicht bekommen (Beginn 19.00 Uhr im Physik-Hörsaalzentrum, HS 1002). Bei der Feierstunde berichtet Mietek Pemper - seit vorigem Sommer Ehrenbürger der Universität Augsburg - aus der Perspektive eines Überlebenden und Mitarbeiters Oskar Schindlers unter dem Titel "Mut zum Widerstand" über die Hintergründe von "Schindlers Liste". Im Anschluss findet im Foyer des Physik-Hörsaalzentrums der traditionelle Empfang des Rektors für die ausländischen Gäste der Universität Augsburg statt.


Zwischen Engagement für Kommilitonen und Einsatz für Belange der Dritten Welt: Der Augsburger DAAD-Preisträger 2001 Paul Oloo Mit dem jährlich den deutschen Hochschulen vom DAAD zur Verfügung gestellten "Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studentinnen und Studenten" soll insbesondere ein über außergewöhnliche Studienleistungen hinausreichendes Engagement gewürdigt werden. Im Studium brillant und mit einer beeindruckenden, seinem Lebenslauf beigefügten Liste, in der er "Nebentätigkeiten" und "Sonstiges" verzeichnet, hat Paul Oloo keine Schwierigkeiten, dieser Vorgabe optimal zu genügen.

INTELLEKTUELL UND FACHLICH HERAUSRAGEND

Paul Oloo, 1969 in Malindi, Kenia, geboren, hat 1989 in Mombasa sein Abitur gemacht, um anschließend eine Hotelfachlehre zu absolvieren. Ein Jahr nachdem er nach Augsburg gekommen war und hier einen Intensivsprachkurs aufgenommen hatte, begann er zum Sommersemester 1995 an der Universität Augsburg sein Studium. Die hervorragenden Ergebnisse der mündlichen und schriftlichen Abschlussprüfungen, die er im vergangenen Sommersemester absolviert hat, bestätigten, so das Urteil seiner Dozentinnen und Dozenten, die deutlich überdurchschnittlichen Leistungen, die er über sein ganzes Studium hinweg erbracht und durch mehrere Praktika - u. a. bei Kraft Jacobs Suchard, Bremen, und bei Edelman PR Worldwide, Frankfurt/M. - ergänzt hat. Erst jüngst zählte Oloo zu hundert weltweit ausgewählten Studenten und Jungakademikern, die die Boston Consulting Group zu einer Konferenz über Diversity nach London eingeladen hatte.

GESELLSCHAFTLICH UND INTERKULTURELL ENORM ENGAGIERT

Aber nicht nur wegen seiner fachlichen und intellektuellen Qualitäten habe er ihre besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung gewonnen, schreibt eine seiner Dozentinnen, sondern "auch ganz besonders wegen seines friedensbetonten Verhaltens und in jeder Form um Ausgleich bemühten klugen Handelns sowie wegen seines hohen Engagements in gesellschaftlichen und interkulturellen Bereichen." Noch während Paul Oloo sich im Intensivsprachkurs auf sein Studium vorbereitete, beteiligte er sich z. B. im Herbst 1995 an einer Live-Diskussion im Bayerischen Fernsehen über den Ebola Virus in Afrika und seine Folgen für diesen Kontinent. Die Liste der Bereiche, in denen Oloo parallel zu seinem Studium an der Universität Augsburg und über diese hinaus aktiv war, ist ebenso lang wie vielfältig: So war er u. a. über längere Zeit hinweg Tutor im Studentenwohnheim in Augsburg-Lechhausen; er arbeitete an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät aktiv an der Beratung ausländischer Studierender mit; als Mitglied engagiert er sich im "Arbeitskreis afrikanisch-asiatischer Akademiker/innen" in der "Afrikanisch-asiatischen Studentenförderung e. V. Göttingen"; bei der Evangelischen Studentengemeinde ist Oloo im Planungskomitee und in der Studienanfängerberatung aktiv; er ist Organising Secretary im Verein "friends of nature e. V. München", den er 1996 mitbegründet hat und der Problembewusstsein für die ökologische Situation in Entwicklungsländern schaffen will; schließlich befasst sich Oloo kontinuierlich mit Problemen des Aufenthaltes und der Integration von Ausländern in Deutschland: bei einem Aufsatzwettbewerb des Akademischen Auslandsamtes der Universität Augsburg zählte er im vergangenen Jahr zu den drei Preisträgern.

MENSCHENACHTUNG UND KOMMUNIKATIVE BEREITSCHAFT

"Menschenachtung und kommunikative Bereitschaft" werden in einem der Gutachten als die wohl entscheidenden Wesenszüge genannt, die Oloo zu diesem Engagement bewegen, das um so höher zu bewerten sei in Kenntnis "seiner schwierigen Lebens- und Alltagssituation in äußerster materieller Armut, mit der er jahrelang zu kämpfen hatte, und der oftmals zusätzlichen Schwierigkeiten aufgrund seines Status als Ausländer und Schwarzafrikaner".

Nach dem Griechen Apostolos Deltsos, dem arabisch-palästinensischen Israeli Sliman Abu Amara, dem Luxemburger Eric Krier und der Russin Natalia Kazakova ist Paul Oloo der Fünfte, der an der Universität Augsburg den seit 1997 jährlich vom DAAD mit 2000 DM dotierten Preis erhält.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

Dr. Sabine Tamm, Akademisches Auslandsamt der Universität Augsburg, 86135 Augsburg, Telefon 0821/598-5135, sabine.tamm@aaa.uni-augsburg.de
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