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Logistik-Professor in den Hörsaal gebeamt

26.11.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Eigens für die Würzburger Studierenden der Wirtschaftswissenschaften wird eine Logistik-Vorlesung, die an der Uni Erlangen-Nürnberg läuft, zeitgleich in den Hörsaal 166 der Uni am Sanderring übertragen. Bislang traten dabei erhebliche technische Unzulänglichkeiten auf, die jetzt aber beseitigt sind - dank der Dr. Herbert Brause-Stiftung, welche für die entsprechende Ausstattung des Hörsaals 150.000 Mark bereitgestellt hat, und dank der Anbindung des Hörsaals an ein ATM-Netz.

Von einer "Revolution im Hörsaal" sprach Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem bei der Einweihung am Freitag, 23. November. Es werde sich bei dieser Art der Lehre nicht um eine Eintagsfliege handeln: "Das ist die Zukunft im Bereich der Universitäten."

Eine zentrale Zielsetzung der Logistik ist es, Warenströme räumlich und zeitlich zu koordinieren. Dass dieses Ziel auch für die Verteilung von Wissen gilt, wird seit 1999 in einem Kooperationsprojekt zwischen den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Würzburg bewiesen: Studenten der Wirtschaftswissenschaften können die Vorlesung "Logistik-Consulting" des Nürnberger Professors Dr. Peter Klaus auch in Würzburg hören, da sie zeitgleich hierher übertragen wird.

Dabei handle es sich nicht nur um ein wissenschaftliches Experiment, sondern vor allem um eine Maßnahme zur Aufrechterhaltung des Studienangebots für das Fach Logistik, betont Prof. Dr. Rainer Thome, Inhaber des Lehrstuhls für BWL und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg und Initiator des Projekts.

Bislang wurden die Veranstaltungen über das so genannte Multicast-Backbone übermittelt, ein auf Internet-Technologie basierendes Verfahren zur Übertragung von digitalen Datenströmen. Die Daten flossen sowohl von Nürnberg nach Würzburg als auch in die umgekehrte Richtung, so dass die Würzburger Studierenden in Nürnberg sichtbar waren und Fragen an Prof. Klaus stellen konnten.

Dabei kam es aber immer wieder zu kurzen, technisch bedingten Unterbrechungen der Datenströme, was es den Würzburger Studierenden schwer machte, die Veranstaltung zu verfolgen. Darüber hinaus habe die Audio- und Bildqualität zu wünschen übriggelassen, so Diplom-Kaufmann Holger Mertens, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Thome und Betreuer der Veranstaltung in Würzburg. Nur mit personalintensiver Unterstützung seitens des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik II (Prof. Dr. Freimut Bodendorf) in Nürnberg und durch zusätzliche Angebote, wie die Aufzeichnung der Veranstaltung, habe man den Vorlesungsbetrieb aufrecht erhalten können.

Doch all das hat nun ein Ende: Dank der Brause-Stiftung, deren Ziel die Unterstützung von Lehrveranstaltungen und Selbstlernsystemen ist, konnte der Hörsaal 166 am Sanderring mit professionellen Geräten ausgestattet und durch eine Initiative des Rechenzentrums der Uni Würzburg an die asynchronen Datenübertragungsmöglichkeiten (ATM) angeschlossen werden, die für einen solchen Dienst optimal geeignet sind. Das Rechenzentrum führte die Planung des gesamten Projekts durch und begleitete die Installation und Inbetriebnahme der technischen Ausstattung in enger Kooperation mit dem Rechenzentrum der Uni Erlangen-Nürnberg.

Der Hörsaal verfügt jetzt über drei fest installierte Kameras und eine Audioanlage mit mehreren tragbaren Mikrofonen, mit denen sowohl die Zuhörer als auch der Dozent erfasst werden können. Die Audio- und Videodaten werden in Fernsehqualität direkt per ATM-Leitung nach Nürnberg übertragen, wo sie mit einer Zeitverzögerung von maximal 0,4 Sekunden eintreffen.

Für die Projektion der Videobilder aus Nürnberg steht ein fest installierter Beamer zur Verfügung, mit dem Prof. Klaus in Würzburg überlebensgroß an die Wand projiziert wird. Ein zweiter Beamer dient dazu, Folien oder sonstige Unterlagen parallel anzuzeigen.

Für den Fall, dass künftig Würzburger Vorlesungen an andere Universitäten übermittelt werden sollen, steht auch ein Videopresenter zur Verfügung, über den handschriftliche Notizen oder vorbereitete Folien erfasst und in die Videoübertragung eingebunden werden können. Lokal kann der Presenter als Ersatz für den Overhead-Projektor genutzt werden, wobei seine Funktionalität mit Durchlicht, Auflicht und Zoom deutlich höher ist.

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