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Politische Kommunikation im historischen Wandel

26.11.2001 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Mit dem Band "Politische Kommunikation im historischen Wandel" soll erstmals der historische und aktuelle Wandel politischer Kommunikation in einem Überblick dargestellt werden.Herausgegeben wird diese Neuerscheinung von Hajo Diekmannshenke und Iris Meißner vom Institut für Germanistik der Universität in Koblenz.

Mit dem Band "Politische Kommunikation im historischen Wandel" soll erstmals der historische und aktuelle Wandel politischer Kommunikation in einem Überblick dargestellt, theoretische Analyseansätze vorgestellt, methodologische Einzelstudien sowie Untersuchungen zu historischen Textsorten präsentiert, aber auch die Rolle der Medien in diesem Prozeß sowie aktuelle Entwicklungen beleuchtet werden. Herausgegeben wird diese Neuerscheinung von Hajo Diekmannshenke und Iris Meißner vom Institut für Germanistik der Universität in Koblenz.

Politische Kommunikation als Gegenstand linguistischer Analysen hat sich seit den siebziger Jahren als eigene Teildisziplin der Linguistik etabliert. Waren ursprünglich die jeweils aktuellen politischen Auseinandersetzungen der Anlass für die sprachwissenschaftliche Untersuchung, so hat die Analyse historischer politischer Kommunikation inzwischen einen deutlich höheren Stellenwert erlangt.

In einem einleitenden Forschungsüberblick wird der für den Band forschungslegende Rahmen von Hajo Diekmannshenke abgesteckt. Es folgen im ersten Teil theoretische Überlegungen zur Analyse historischer politischer Kommunikation mit Beiträgen von Dietrich Busse, Josef Klein, dem zu Ehren dieser Band anlässlich seines 60. Geburtstages erscheint, Ulrich Sarcinelli und Iris Meißner. Busse formuliert eine theoretische und methodische Annäherung an den Gegenstandbereich, wobei er das Konzept der Diskursformation vorstellt. Im Beitrag von Josef Klein werden die konstitutiven Charakteristika moderner politischer Rede dargestellt. Sarcinelli untersucht politische Kommunikation im Verhältnis zu politischer Macht und Iris Meißner skizziert einen Überblick über den Bundestag seit den Anfängen als Ort politischer Argumentation.

Der zweite Teil befasst sich mit methodologischen Studien. Werner Holly erschließt über die Rekonstruktion framebasierter Wissensnetze Debattenreden aus der Paulskirche und Georg Stötzel gibt Einblick in die lexikologische Arbeit der Düsseldorfer Schule. Colin C. Good spürt narrative Elemente im politischen Diskurs auf, während Jody Skinner zeigt, dass dem Sprechen über Sexualität auch gesellschaftspolitische Relevanz zugesprochen werden muß.

Im dritten Teil des Bandes werden mediale Aspekte politischer Kommunikation thematisiert, für die bislang noch keine systematischen Analysen vorliegen. Caja Thimm und Holger Schäfer untersuchen politischen Online-Wahlkämpfe, Christoph Sauer beschreibt, wie Staatsoberhäupter ihre Repräsentationsaufgaben in Weihnachtsansprachen unter medialen Rahmenbedingungen wahrnehmen und Helmut Schmiedt behandelt die Relevanz populärer Kultur für den gesellschaftlich-politischen Diskurs.

Teil vier entdeckt den Themenkomplex historische Textsorten und Textsortenwandel. Josef Kopperschmidt bestimmt an Martin Walsers Paulskirchenrede rhetorisch die Textsorte 'Sonntagsrede', Ulrich Schmitz analysiert die Textsorte 'Flugblätter' an einem Materialfundus des Jahres 1968 und Armin Burkhardt beschreibt unterschiedliche Diskurs- und Kommunikationsformen als 'Sprachspiele', an denen sich jeweilige politische Haltungen und Absichten nachweisen lassen.

Im letzten Teil geht es um die aktuellen Entwicklungen mit Beiträgen von Edwin Czerwick, Gerd Antos/ Stefan Richter, Karl-Siegbert Rehberg und Bernd Ulrich Biere. Der Politologe Czerwick beschreibt aus systemtheoretischer Sicht die Entwicklung der Verwaltungskommunikation. Gerd Antos und Stefan Richter gehen der Frage nach, ob es eine 'Sprachlosigkeit Ost' gibt und Rehberg skizziert aus soziologischer Sicht den Transformationsprozeß der ostdeutschen Gesellschaft nach der Wende und zeigt an vielen Beispielen, wo 'die Mauer in den Köpfen' steht. Abschließend geht Bernd Ulrich Biere in seinem Beitrag aus fachdidaktischer Sicht der Frage nach, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schülern vermittelt werden sollen, damit diese am politischen Diskurs teilhaben können. Der Band schließt mit einer Auswahlbibliographie zur politischen Kommunikation, die etwa 1.600 Titel umfasst.

Publikation:

Diekmannshenke, Hajo/ Meißner, Iris (Hrsg.):
Politische Kommunikation im historischen Wandel,
Tübingen 2001, (ISBN 3-86057-720-4)

Kontakt:
Dr. Hajo Diekmannshenke
Tel.: 0261-9119-238
E-mail: diekmann@uni-koblenz.de
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