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FIZ CHEMIE Berlin setzt auf eLearning und Netzwerke für die Chemieausbildung

26.11.2001 - (idw) Fachinformationszentrum Chemie GmbH

FIZ CHEMIE Berlin will Know How und Ressourcen beim Aufbau einer webgestützten Infrastruktur für die Chemieausbildung zusammenführen:

Berlin, November 2001 - Das deutsche Fachinformationszentrum Chemie, FIZ CHEMIE Berlin, wird seine Kompetenz in Fragen der Bereitstellung von chemischem Fachwissen auf elektronischen Medien künftig noch stärker in den Dienst der Lehre sowie der betrieblichen Weiterbildung von Chemikanten, Laboranten und Chemiewerkern stellen. Darüber hinaus bemüht es sich darum, in Deutschland und Europa vorhandenes Know-How in der Entwicklung webbasierter Lehrmittel für eTeaching und eLearning in der Chemie zusammenzuführen und Ressourcen zu bündeln.

"In unserem rohstoffarmen Land ist die Ausbildung unser höchstes Gut. Das muss uns viel mehr als bisher bewusst werden. Die Qualität der Produkte hängt in steigendem Maße von der Qualifikation ab", begründet Professor Dr. René Deplanque, wissenschaftlicher Geschäftsführer des gemeinnützigen Chemie-Fachinformationszentrums. Nur höchstqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Deplanque weiter, seien in der Lage, hochtechnisierte Produkte, herzustellen. "Die Qualität von Lehre und Ausbildung muss also weiter verbessert werden - und das bei sinkenden Kosten, weil sowohl die öffentlichen, als auch die betrieblichen Ausbildungsetats stagnieren".

Als probates Mittel, einem drohenden Absinken des Ausbildungsniveaus entgegenzuwirken, bezeichnet Deplanque elektronisch aufbereitete, in sich thematisch abgeschlossene Lehr- und Lerneinheiten, die im Rahmen einer Gesamtstrategie für den Aufbau einer koordinierten Chemie-Basisausbildung derzeit bundesweit entwickelt werden. Dazu kommen müsse allerdings auch eine Vernetzung der Chemie-Fachwelt in Wirtschaft und Wissenschaft. Um die volkswirtschaftlich wichtige Aufgabe der lebenslangen Qualifikation bestmöglichst zu unterstützen, müssten Fachgesellschaften, Hochschulen, Wirtschaftsverbände und Fachinformationszentren zusammenarbeiten.

In dieser Hinsicht sind schon mehrere wichtige Schritte getan. Im Juni dieses Jahres vereinbarten das FIZ CHEMIE Berlin und die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) eine strategische Allianz zum Aufbau einer technischen und organisatorischen Vernetzung der Chemiefachwelt. Die GDCh ist mit fast 30.000 Mitgliedern die größte Chemie-Fachgesellschaft auf dem europäischen Kontinent.

Bereits seit April 1999 läuft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 41 Millionen Mark über fünf Jahre geförderte BMBF-Leitprojekt "Vernetztes Studium - Chemie" (VS-C). Im Rahmen von VS-C entwickeln 16 akademische Arbeitsgruppen an 13 verschiedenen Universitäten in Deutschland individuelle, wissensbasierte Lernmodule zu bestimmten Themenbereichen der Chemie. Das FIZ CHEMIE Berlin ist Projektkoordinator und engagiert sich mit eigenen Entwicklungen.

Vor kurzem gelang es, Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem VS-C-Leitprojekt in ein weiteres BMBF-Projekt zum Aufbau eines internetgestützten Studiums für die organische Chemie und die Biochemie einzubringen. Dieses Projekt wird von einem neugegründeten Konsortium der Universitäten Marburg (Leitung), Bonn, Kiel und Leipzig sowie der Technischen Universität München und der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt. Das Konsortium nutzt die VS-C Software als Grundlage für die Erstellung multimedialer Module, um Prozesse in der organischen und Biochemie, einschließlich der Bioinformatik, zu beschreiben.

Sogar die mittelamerikanische Republik Kuba zeigt großes Interesse an VS-C. Zur Zeit werden zwischen Berlin und Havanna die Bedingungen für eine mögliche Kooperation verhandelt. Geplant ist eine zentrale Nutzungslizenz für die Universität Havanna, aus der Nutzungsmodelle für die anderen Hochschulen des Landes entwickelt werden sollen.

"Die Vereinbarungen sind für uns bedeutende Etappen auf dem Weg zu einem webbasierten Ausbildungsnetzwerk für die Chemie. Wir hoffen, weiter so gut voranzukommen, vor allem auch im Hinblick auf Europa und internationale Kooperationen", erklärt Deplanque. Er fordert weitere Interessenten auf, mit seinem Haus in Verbindung zu treten: "Wir wollen kontinuierlich weitere Fachbereiche der Chemie in das Ausbildungsnetzwerk einbinden. Jeder, der sich einbringen will, ist Willkommen".


Das FIZ CHEMIE Berlin ist ein gemeinnütziges Informations- und Dokumentationszentrum mit Schwerpunkt in Entwicklung, Produktion und Bereitstellung von elektronischen Informationsdiensten (Suchmaschinen, online und inhouse Datenbanken, Web-based teachware) und gedruckten Diensten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in allgemeiner Chemie, organischer Chemie und Synthese, chemischer Technik, Kunststoffchemie, Pharmakologie oder Sicherheit tätig sind. Es ist auch ein Service-Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.


Weitere Informationen:

FIZ CHEMIE Berlin
Franklinstrasse 11
D-10587 Berlin

Ansprechpartner:
Prof. Dr. René Deplanque
Tel.: (+49 30) 399 77-200
Telefax: (+49 30) 399 77-133
E-mail: deplanque@fiz-chemie.de

Für die Presse:
Dr. Anthony R. Flambard
Tel.: (+49 30) 399 77-140
Telefax: (+49 30) 399 77-132
E-mail: arf@fiz-chemie.de
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