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Qualität war erfahrbar. Weiterbildungseinrichtungen können sich testieren lassen

26.11.2001 - (idw) ArtSet Institut

Das hannoversche ArtSet® Institut hat auf einem kulturellen Event erstmals einer breiten Öffentlichkeit sein neues Qualitätstestierungsmodell für die Weiterbildung vorgestellt.

Das hannoversche ArtSet® Institut hat erstmals einer breiten Öffentlichkeit sein neues Qualitätstestierungsmodell für die Weiterbildung vorgestellt. Am 23. November trafen sich 150 Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Erwachsenenbildung und Kultur zu einer bundesweiten Informationsveranstaltung in den Räumen der Akademie des Sports in Hannover.

Der Event lief unter dem Motto "Kommunikation, Information, Kultur" (KIK) und präsentierte unter der kurzweiligen Moderation von Prof. Dr. Rainer Zech neben dem neuen Testierungsmodell Qualität für alle Sinne, z.B. spanische Musik der bekannten Formation United Continuo Service. Qualität war also praktisch spürbar, hörbar und probierbar. Zwei Vorträge ergänzten das kulturelle Programm: Bernhard Maatz, von der Firma dyes/Haworth berichtete anschaulich, wie man Kundenwünsche durch Prozessorganisation optimal erfüllen kann. Dr. Christiane Ehses von ArtSet® und Dr. Jürgen Heinen-Tenrich vom Landesverband der Volkshochschulen stellten das Qualitätsmodell in einem unterhaltsamen Dialog vor. Es besteht aus 12 verbindlichen Qualitätsbereichen z.B. Leitbild, Evaluation der Bildungsprozesse oder Controlling. Das Modell wurde bereits im Juli durch das Wissenschaftsministerium gemäß dem niedersächsischen Erwachsenbildungsgesetz anerkannt. Seitdem können sich Weiterbildungseinrichtungen in 12 Bereichen extern testieren lassen, wie z.B. in Lehre, Führung, Personalentwicklung oder Controlling.

Information und Anmeldung im Internet www.artset-lqw.de oder beim ArtSet® Institut unter Tel.: 0511 - 90 96 98 30 oder E-Mail: kontakt@artset.de

Hannover, den 23.11.2001

Abstracts der Vorträge

1. Vortrag
Kundenwünsche qualitativ erfüllen durch Prozessorganisation
Berhard Maatz

In einer Wettbewerbsgesellschaft sind Unternehmen nur dann nachhaltig erfolgreich bzw. überlebensfähig, wenn sie Kundenwünsche zuverlässig erfüllen. Dies ist eine Binsenweisheit! Warum tun sich dennoch viele Anbieter ungemein schwer, die Bedürfnisse ihrer aktuellen und potentiellen Kunden zu erkennen, aufzugreifen und zu befriedigen? Ganz einfach! Weil die herkömmliche Organisation nicht dafür konzipiert ist, individuelle Wünsche mit individuellen Angeboten zu erfüllen. Die bisher dominierende Organisation ist auf die Erstellung von Standardprodukten ausgerichtet und nicht auf die Fähigkeit, individuelle Anforderungen zu erfassen und in stimmige Angebote und Leistungen zu transformieren. In diesem aktuellen Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit übernehmen Mitarbeiter zunehmend eine Pufferfunktion. Sie greifen Sonderwünsche auf, sondieren vorhandene Ressourcen und engagieren sich in vorbildlicher Weise, die Vorstellungen ihrer Kunden umzusetzen. Mit großem Engagement, außerordentlichem persönlichem Einsatz und viel Zeit für die Koordination und Kommunikation gelingt es ihnen, Sonderlösungen allen Widerstände zum Trotz zu realisieren. Der Arbeitsalltag wird im Hinblick darauf natürlich sehr anspruchsvoll. Die Forderung nach Job-Enlargement und Job-Enrichment scheint endlich erfüllt. Der neue Zustand ist aber gleichzeitig anstrengend und belastend. Denn das Fehlerrisiko führt zu Stress. Widerstände von Kollegen erzeugt Aggression. Kundenreklamationen haben Schuldzuweisungen zur Folge. Versprechungen werden nicht eingehalten. Der Arbeitsdruck wird unerträglich. Schließlich mindern die anfallenden Kosten die Margen. So kann es aus Sicht vieler Betroffener nicht weiter gehen. Es muss von Grund auf umgedacht werden.

In dieser Situation stellt die Installierung einer Prozessorganisation einen überzeugenden Neuanfang dar. Im Mittelpunkt dieser Organisation befinden sich nicht länger Produkte, sondern Interessenten mit konkreten, individuellen Wünschen. Prozessqualität rückt in den Mittelpunkt der Mikroökonomie und kristallisiert sich als die wichtigste Voraussetzung für nachhaltige Produkt- und Dienstleistungsqualität heraus.

Bernhard Maatz, Haworth Büroeinrichtungen GmbH, Marke dyes
Am Deisterbahnhof 6, D-31848 Bad Münder
Tel.: 05042 - 501-231
E-mail: bernhard.maatz@haworth.com


2. Vortrag
Gute Güte. Qualität in der Weiterbildung
Dr. Christiane Ehses, Dr. Jürgen Heinen-Tenrich

Der Vortrag stellte die besonderen Merkmale der Bildungsbranche vor und legte dar, warum ein spezifisches erwachsenenpädagogisches Qualitätsentwicklungsverfahren in der Weiterbildung erforderlich ist.

Ein zentrales Merkmal liegt in der Eigenlogik der "Dienstleistung" Weiterbildung begründet. Der Abnehmer dieser Leistung ist nämlich zugleich ihr Produzent. Bildung ist immer Eigenaktivität und deshalb von dem Lernenden selbst herzustellen. Dieser hat die unteilbare Verfügungsmacht über seinen Lernprozess. Die Organisationen der Weiterbildung können deshalb in die Lernprozesse selbst nicht eingreifen, sie können aber die Bedingungsfelder von Lernen so gestalten, dass diese Lernaktivitäten unterstützen und nicht behindern.
Dies heißt, den Lernenden wirklich in seiner Autonomie ernst zu nehmen. Bildung ist zudem als Produkt mehrdimensional, enthält neben funktionalen immer auch normative und reflexive Dimensionen. Deshalb muss Qualitätsentwicklung von Erwachsenenbildungsorganisationen selbst reflexiv sein.
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Entfaltung der spiegelbildlichen Vorstellung, dass Organisationen, die Erwachsene und ihre Lernaktivitäten in den Mittelpunkt stellen, sich selbst als lernende Organisationen begreifen müssen. In Analogie zu den lernenden Individuen sind die Organisationen als selbstbestimmte Bevollmächtigte ihres Lernens zu begreifen. Das Streben nach guter Güte meint dann vor allem auch selbstgestaltete Entwicklung.
Das lernerorientierte Verfahren der Qualitätstestierung, das die Referenten vorstellen, macht deshalb die Lernenden zum Fokus von Qualitätsentwicklung, befördert reflexive Entwicklungsprozesse, kombiniert Selbstevaluation mit Fremdevaluation und versteht sich als Entwicklungs- und Aktionskonzept, welches neben prüfenden Selbstbeobachtungen zum gestaltenden Handeln auffordert.

Dr. Christiane Ehses, ArtSet Institut
Ferdinand-Wallbrecht-Str. 17, D-30163 Hannover
Tel.: 0511 - 90 96 98 30
E-mail: ehses@artset.de

Dr. Jürgen Heinen-Tenrich, Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens e.V.
Bödekerstr. 16, D-30161 Hannover
Tel: 0511 - 34 841-16
E-mail: cohrs@vhs-nds.de

Das kulturelle Rahmenprogramm

United Continuo Service kombiniert Flamenco mit alter spanischer Musik

Das Programm Fiesta Española Canciones y danzas de España bildete den kulturellen Höhepunkt der Veranstaltung KIK am 23.11.2001

Flamenco - Musik der Andalusier und Zigeuner in Südspanien - ist in seiner reinen Form immer starker Ausdruck heftiger Gefühle, ob tiefe Tragik oder überschäumende Lebenslust, ob Stolz oder erotische Verlockung.
Entwickelt hat sich der Flamenco vor allem im Milieu der Zigeuner Südspaniens. Die Wurzeln finden sich aber schon in der spanischen Musik der Renaissance und des Frühbarock. Dieses Programm präsentiert beide Stilrichtungen und zeigt Parallelen auf:
Lebensfrohe Instrumentalmusik und heitere und melancholische Lieder aus dem Spanien des 16./17. Jahrhunderts kombiniert mit Aspekten des traditionellen und modernen Flamenco.

Ein Erlebnis besonderer Art bildete der Tanz: Elva La Guardia tanzte Flamenco und choreographierte Tänze zur "alten" spanischen Musik.

Das Ensemble:
Mercedes Hernández (Santiago de Compostela) - Gesang
Elva la Guardia (Hamburg) - Tanz, Kastagnetten
United Continuo Service, Ensemble UCS
Bernward Jaime Rudolph - Guitarra Espagnola, Flamencogitarre
Jörg Meder - Viola da gamba
Hilko Schomerus - Percussion, Cajón


UCS Organisationsbüro Hannover
Goebenstr. 43, D-30161 Hannover
Tel.: 0511 - 394 73 71
E-mail: info@united-continuo-service.de
www.united-continuo-service.de
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