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Neues Zentrum für Deutschland-Studien (CIERA) in Paris

27.11.2001 - (idw) Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.

Am Donnerstag, dem 29. November 2001, werden der französische Forschungsminister, Roger-Gérard Schwartzenberg, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Jürgen Chrobog, und der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Prof. Dr. Theodor Berchem, in Paris das Centre interdisciplinaire d'études et de recherche sur l'Allemagne (CIERA) feierlich eröffnen.

Das CIERA vernetzt die Deutschlandaktivitäten in Lehre und Forschung von neun namhaften französischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, in interdisziplinären Studiengängen künftige Deutschlandspezialisten auszubilden. Das CIERA bietet dazu Graduierten und Doktoranden unterschiedlicher Fächer abgestimmte Lehrveranstaltungen, Aufbaustudiengänge und Sommerschulen an. Unter anderem werden seit dem Wintersemester 2001/2002 zwei neue Aufbaustudiengänge für Deutsch-Französisches Management und zur juristischen Fachübersetzung eingerichtet. Ein erster Studientag zur Konfessionalisierung in Deutschland fand bereits am 23. und 24. November an der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV) statt.

Ferner vergibt das CIERA Stipendien für Forschungsaufenthalte und Praktika in Deutschland an Studierende aller Hochschulen. Sieben Stipendiatinnen und Stipendiaten befinden sich zur Zeit schon in Deutschland.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wird das Zentrum für eine Zeitdauer von zunächst fünf Jahren aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziell unterstützen. Zu dem jährlichen Gesamtbudget von umgerechnet rund 3 Mio. DM steuert der DAAD ca. 500.000 DM jährlich bei.

Die Gründung des Zentrums geht auf eine Entscheidung während des deutsch-französischen Gipfels 1997 in Weimar zurück. Mit der Realisierung des Vorhabens wurden das französische Bildungs- und Forschungsministerium und der DAAD betraut. Nach einer Ausschreibung hat eine deutsch-französische Expertenkommission die Anträge begutachtet, die insgesamt zehn französische Hochschulen und Konsortien eingereicht hatten. Entsprechend der Empfehlung der Gutachter haben das französische Ministerium und der DAAD entschieden, das Zentrum mit einem Konsortium aus neun Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Regionen um Paris und Lyon zu realisieren. Neben der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS), die zu den renommiertesten europäischen Institutionen im Bereich der Sozialwissenschaften zählt, gehören dem Konsortium die Universitäten Paris IV, Lyon II und Cergy-Pontoise, das Maison des Sciences de l'Homme in Paris, die Ecole Normale Supérieure de Lettres et Sciences Humaines in Lyon, das Institut d'études politiques in Grenoble und das Deutschland-Dokumentationszentrum CIRAC an. Ferner beteiligt sich mit dem Centre national

de recherche scientifique (CNRS) die wichtigste französische Einrichtung für die Forschungsförderung und -organisation an diesem Projekt.

Die Arbeitsmöglichkeiten des Zentrums werden darüber hinaus der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft und allen fortgeschrittenen Studenten, die über deutschlandbezogene Themen arbeiten, offen stehen. Das Deutschlandzentrum in Frankreich ist Teil eines weltweiten Netzwerks derartiger Zentren, die mit Unterstützung des DAAD ins Leben gerufen werden. Vorangegangen sind seit 1989 fünf Zentren in den USA, sowie jeweils eins in Kanada, Großbritannien, Japan, Bulgarien und zwei in Russland. Zuletzt wurde ein Zentrum im Oktober in Amsterdam eröffnet, ein weiteres Zentrum in Polen wird voraussichtlich nächstes Jahr eröffnet werden können.
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