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Drei herausragende Doktorarbeiten ausgezeichnet

27.11.2001 - (idw) Universität Bayreuth

Die Literaturwissenschaftlerin Susanne Gehrmann, der Mathematiker Peter Ruckdeschel und die Geschichtswissenschaftlerin Sonja Schultheiß erhalten beim 26. Jahrestag der Universität Bayreuth am heutigen Dienstag (27. November, 17.00 Uhr, Hörsaal H 15, Gebäude NW I), die diesjährigen Preise der Stadt Bayreuth. Der traditionsreiche Preis wird seit dem vergangenen Jahr für herausragende Doktorarbeiten vergeben - vorher auch für Zulassungs- und Diplomarbeiten - und ist mit jeweils 2.000 DM dotiert.

Preise der Stadt Bayreuth 2001
Drei herausragende Dokotorarbeiten mit
jeweils 2.000 DM honoriert
Aus den Bereichen Literaturwissenschaft, Mathematik und Geschichtswissenschaft

Bayreuth (UBT). Die Literaturwissenschaftlerin Susanne Gehrmann, der Mathematiker Peter Ruckdeschel und die Geschichtswissenschaftlerin Sonja Schultheiß erhalten beim 26. Jahrestag der Universität Bayreuth am heutigen Dienstag (27. November, 17.00 Uhr, Hörsaal H 15, Gebäude NW I), die diesjährigen Preise der Stadt Bayreuth. Der traditionsreiche Preis wird seit dem vergangenen Jahr für herausragende Doktorarbeiten vergeben - vorher auch für Zulassungs- und Diplomarbeiten - und ist mit jeweils 2.000 DM dotiert.
Preisträgerin: Dr. Susanne Gehrmann (Bayreuth)
Dissertation: Kongo-Greul. Ein kolonialkritischer Diskurs und seine literarischen Inszenierungen (1890 - 1910)
Betreuer: Professor Dr. János Riesz
Die Arbeit der Preisträgerin wird als ein hervoragender Beitrag zur Afrikaforschung, insbesondere zur Kolonialliteratur gewertet. Von den Gutachtern wurde gewürdigt, das sie in einer übergreifenden Fragestellung ein auf den ersten Blick unübersichtliches, verschiedene Literaturen und Fachtraditionen zugehöriges Material vereint, ihren Stoff zugleich textnah und auf hohen Abstraktionsniveau behandelt und dadurch Zusammenhänge und Querverbindungen offenlegt. Dazu hat Dr. Gehrmann in einer historischen Arbeit den Mut, die damaligen Ereignisse quasi aus heutiger Sicht zu sehen und bis an die Schwelle der Wiederaneignung jener fernen Epoche durch die heutigen Schriftsteller des Kongo zu führen. Für diese wegweisende Arbeit liegen Angebote für die Aufnahme in wissenschaftliche Reihen vor.
Preisträger: Dr. Peter Ruckdeschel
Dissertation: Ansätze zur Robustifizierung des Kalman-Filters
Betreuer: Professor Dr. Helmut Rieder
Der Kalman-Filter ist ein Schätz-, Prognose- und Glättungs-Verfahren für dynamische stochastische Modelle, das traditionell für die Ingenieurwissenschaften von großer Bedeutung ist und inzwischen auch in der Ökonometrie und Biometrie verwandt wird. Die klassische Variante leidet darunter, dass Ausreisser den Filter beliebig verfälschen können. Die Doktorarbeit des gebürtigen Kulmbachers Peter Ruckdeschel entwickelt robuste Varianten des Filters und beweist zum Teil deren Optimalität in einem geeigneten größeren Verteilungsmodell. Die Abhandlung des Preisträgers wird als die bisher umfassendste und am tiefsten gehende Studie zum robusten Filter- und Glättungsproblem in linearen Zustandsraummodellen gewertet.
Preisträgerin: Dr. Sonja Schultheiß
Dissertation: Zeitgeschichte in der europäischen Publizistik des 17. Jahrhunderts - Quantitative und qualitative Vergleiche der Nachrichten im "Teutschen Kriegs-Kurier" in der "Gazette" und in der "London Gazette" 1672 - 1679
Betreuer: Professor: Dr. Franz Bosbach
Das und wie die europäische politische Nachrichtenpresse die zeitgenössischen Großkonflikte ideologisch- meinungsbildend begleitet hat, zeigt Dr. Schultheiß (Auerbach/Michelfeld) in ihrer geschichtswissenschaftlichen Studie. Während in den letzten Jahren Publizistik und Medien zu einem ausgesprochenen Forschungsschwerpunkt der Sozial-, Kommunikations- und Medienwissenschaften geworden sind, war die Geschichtswissenschaft lange Zeit in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend, obwohl diesen Themen in der vergangen Zeit nicht weniger Bedeutung zukam als heute. Das gilt besonders für die Zeitung, die sich seit dem 17. Jahrhundert zu einem Massenmedium entwickelt hat, das bis in die Zeit des Radios geradezu eine Monopolstellung für die politische und kulturelle Kommunikation in Europa besaß. Gleichwohl ist den frühen Zeitungen des 17. Jahrhunderts auffallend wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Dies betrifft besonders auch die in den modernen Kommunikationstheorien erörterten Fragen nach Inhalten und Darstellungsweisen. Hier setzt nun die Arbeit der Preisträgerin an, die drei europäische Zeitungen, die für die Jahre von 1672 - 1679 nahezu vollständig überliefert sind, der Nürnberger "Teutsche Kriegskurier", die Pariser "Gazette" und die "London Gazette", untersucht hat. Die Studie liefert Massendaten (etwa 12.000 Zeitungsseiten, eine halbe Million Textzeilen), die von Dr. Schultheiß mit verschiedenen Verfahren ausgewertet wurden. Das Resultat ermöglicht erstmalig eine systematische Untersuchung der Arbeits- und Darstellungsweise frühneuzeitlicher Zeitungspublizistik im europäischen Vergleich. Der Bayreuther Historiker Professor Dr. Franz Bosbach sieht in der Arbeit eine "Pionierstudie, die ein methodisch überaus reflektiertes Verfahren befogt und neue Erkenntnisse mit hohen Geltungsanspruch

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