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Leben in zwei Welten

28.11.2001 - (idw) Universität Rostock

Erste "echte" Habilitation an der Juristischen Fakultät
nach Wiedereröffnung 1992


"Ich habe nicht so fürchterlich viel geschrieben." 430 Seiten sind unter der Feder von Dr. Guy Beaucamp entstanden. Fast fünf Jahre lang hat er sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit Völker- und Europarecht sowie deutsches Verfassungs- und Verwaltungsrecht das Konzept einer zukunftsfähigen Entwicklung berücksichtigen. Mit dieser Arbeit hat Guy Beaucamp vor wenigen Tagen die an deutschen Universitäten höchste wissenschaftliche Qualifikationshürde übersprungen. Seine Habilitation war zudem die erste im öffentlichen Recht überhaupt seit Wiedereröffnung der Juristischen Fakultät im Dezember 1992.

Auch für seinen Betreuer, Prof. Wilfried Erbguth, war das Verfahren eine Premiere. "Ich habe ganz schön mitgezittert", gab der Prorektor für Forschung der Universität Rostock zu. "Und wenn man es ganz genau nimmt, ist die Arbeit meines wissenschaftlichen Assistenten die erste echte Rostocker Habilitation in den Rechtswissenschaften nach der Wende überhaupt ? hier begonnen, konsequent bearbeitet und erfolgreich beendet", weist Prof. Erbguth auf eine weitere Besonderheit hin. Seit 1995 lebt Guy Beaucamp in Rostock. Geboren in Münster, studierte der 37-Jährige Rechtswissenschaften in Hamburg und Genf, holte sich in Münster den Doktorhut und kam auf der Suche nach einer Uni, an der er arbeiten und sich weiter qualifizieren kann, in die Hansestadt.

"Täglich acht bis neun Stunden für die Wissenschaft, die aber konzentriert", beschreibt der Jurist, wie er die Mammutarbeit bewältigt hat. In zwei Welten habe er gelebt: am Schreibtisch und in der Familie. "Für meine Frau und meine fünf Kinder im Alter zwischen einem Jahr und zwölf Jahren musste Zeit bleiben", entschied der Familienvater. In seiner Freizeit spielt er gern Basketball, wobei ihm die beiden ältesten Zwillingssöhne schon ab und an Gesellschaft leisten können.

"In einem halben Jahr muss ich einen vernünftigen Arbeitsplatz gefunden haben." Guy Beaucamp hat mit der erfolgreichen Habilitation die Chance, Professor zu werden, wenn denn irgendwo ein Lehrstuhl frei wird und er sich unter zahlreichen Mitbewerbern durchsetzt. Nur die Uni Rostock bleibt ihm verschlossen, weil es keine so genannten Hausberufungen geben darf.

Pressestelle (Anja Neutzling)
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