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Tag der Lehre in Heilbronn mit starker Aalener Vertretung

29.11.2001 - (idw) Fachhochschule Aalen


Prof. Dr. Kettler (2.vl) mit Minister Prof. Dr. Frankenberg und weiteren Preisträgern
Iris Roth und Christina Cabanes bei Vorführung des VVL Es ist schon ein Kreuz mit diesem Aalen, muss sich Minister Frankenberg gedacht haben, als ihm mal wieder statt der ostälbischen Kreisstadt das nordrhein-westfälische Aachen über die Lippen kam. An der Fachhochschule hat man Geduld und nimmt die Versprecher des Ministers für Wissenschaft und Forschung gelassen hin. Ist man sich doch sicher, Herrn Frankenberg noch häufiger erfreuliche Anlässe liefern zu können, zu denen der Minister sich in der Zuordnung der Städte üben kann.

Ein solcher Anlass war die Verleihung des Landeslehrpreises 2001 am Mittwoch in Heilbronn. Auf dem Tag der Lehre verlieh der Minister den Preis an Prof. Dr. Albrecht Kettler, der an der FH Aalen im Studiengang Optoelektronik unterrichtet. In seiner Laudatio betonte der Minister, dass die von Prof. Kettler angeregten Projekte "motivierender als Frontalvorlsesungen" seien und lobt ausdrücklich, dass Prof. Kettler mit seinen Projekten "die erfolgreiche Vermittlung von Kenntnissen beispielsweise in Digitaler Technik" gelungen sei. Frankenberg sprach in diesem Zusammenhang auch von der "hohen intrinsischen Motivation", die den Lehrenden an den Fachhochschulen trotz vergleichsweise schlechter Bezahlung eigen sei, und er dankte Prof. Kettler allgemein für sein Engagement für junge Menschen. Dies sei "die beste Zukunftsinvestition, die wir machen können", sagte der Minister unter dem Beifall der anwesenden Pädagogen.

Prof. Kettler selbst stellte in einem Vortrag am Beispiel des Projektes 'Farbe' sein didaktisches Vorgehen den interessierten Kollegen vor. Er wies darin auf den Rollenwandel des Professors vom Lehrer zum beratenden Experten hin, der sich selbst als Projektmitglied begreifen müsse. Der große Nutzen der Projektarbeit liege darin, dass an die Stelle von realitätsfremden Lehrbüchern und Klausuren ein berufsnahes Projekt trete, das "die Lernumgebung und gleichzeitig Prüfungsinstanz ist." Dass dieser Nutzen nicht ohne einen erheblichen Mehraufwand an Zeit erreicht werden kann, räumte Prof. Kettler bereitwillig ein. Seinen eigenen Mehraufwand schätzt er auf 150 Stunden pro Semester. Dafür werde man jedoch zumindest teilweise durch das Erfolgserlebnis eines funktionierenden Projektresultates entschädigt. Ein solches Resultat ist zum Beispiel der optische Sensor zur Erkennung von Farben, den Prof. Kettler zum Tag der Lehre mitbrachte.

Nachdem Aalen bereits den letzten Tag der Lehre ausgerichtet hatte und auch das Jahr zuvor die größte Beteiligung gestellt hatte, war auch dieser Tag der Lehre, der unter dem Motto "Innovatives Lehren und Lernen" stand, fest in Aalener Hand. Noch vor dem Minister, der sich aufgrund einer Autopanne um eine halbe Stunde verspätete, führte Prof. Dr. Dietmar Schmid von der FH Aalen das Virtuelle Labor als Beispiel innovativer Lehre vor. Er zeigte eindrucksvoll, wie mit einer Kombination aus Multimedia und realen Maschinen Experimente durchgeführt werden, die zeit- und ortsunabhängig außerhalb des Hörsaals stattfinden. Auf diese Weise könne den Studierenden auch vollkommen gefahrenlos praktische Erfahrung vermittelt werden, ohne dass der Aufwand zur Durchführung eines Experimentes geringer würde. "Denn mühsam muss auch die Arbeit im virtuellen Labor sein", wenn die Studierenden für die Praxis gerüstet sein wollen, ist sich Prof. Schmid sicher.

Nach Prof. Schmids einführenden Worten konnte live miterlebt werden, wie aus der Heilbronner Aula heraus Versuche an einem Mikroskop in Heilbronn und mit einem Roboter in Aalen durchgeführt wurden. Angesteuert wurde der Roboter an der FH Aalen von Iris Roth und Christina Cabanes, die den telematischen Zugriff vornahmen, als befänden sie sich in Cabanes' Heimat Valencia, das neben Kiew im Verbund Virtuelles Labor mit den FHs in Baden-Württemberg kooperiert. In diesem Szenario konnte die Spanierin, von Roth nach Aalen befragt, kokett äußern: "Das liegt in Deutschland" - und nach einer Pause: "glaube ich." Aber damit tut man sich ja nicht nur in Spanien schwer. Schließlich liegt auch Aachen in Deutschland.

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