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Chemie in Schloßgemäuern - ein Brückenschlag zwischen Natur- und Kulturwissenschaften

30.11.2001 - (idw) Technische Universität Clausthal

Professor Dr. Schwedt wurde vom Stifterverband erneut ausgezeichnet: Professor Dr. Georg Schwedt wurde nun zum zweiten Mal, nach dem Erfolg seines Projektes SuperLab, mit Jugendlichen die Chemie auf spielerische Weise nahegebracht wird, vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für sein geplantes Vortragsprogramm für Museen in Schlössern in Baden-Württemberg im Rahmen seiner Aktion "Wissenschaft im Dialog" ausgezeichnet.


Fundamentale Gesetzlichkeiten können auch an einfachen Experimenten deutlich werden. "Ich will in historischem Ambiente die Chemie in die Kulturgeschichte einbetten. Wer ein Schloß besucht, erfährt dann beispielsweise in meinem Vortrag, mit welchen chemischen Experimenten sich der Alchimist am Hof des Fürsten beschäftigte. Oder er lernt etwas über Geheimtinten, ihre Geschichte und Rezepte. Ich zeige chemische Belustigungen aus der Barockzeit, mit der sich an langen Winterabenden die Gäste ihre Zeit an den Fürstenhöfen vertrieb, zugleich schildere ich aber auch wie die Versuche die geistigen Grundlagen über manche Irrwege hinweg für die moderne Chemie legten", umreißt Professor Schwedt das Konzept seiner Vorträge. So wird er "chemische Gärten", "verzauberte Blumensträuße" entstehen lassen - das Wissen der Zeit und unseres heutiges miteinander konfrontieren.

Ein anderer Themenblock handelt von "Feuer und Flamme". "Mit der Beherrschung des Feuers begann der Urmensch vor über einer Million Jahren sich zum praktizierenden Chemiker zu entwickeln. Anhand von Experimenten kann ich Meilensteine in der Entwicklung von Lichtquellen, beispielsweise die Entdeckung des Sauerstoffs aus Feuerluft und von Metallen anhand der Flammenfärbung vorstellen. So schlängelt sich ein roter Faden vom philosophischen Urfeuer über das Feuer als Werkzeug des Chemikers bis zur ökologischen Bedeutung von Vegetationsbränden."

Pharmazeutika aus der Klosterapotheke, zur mittelalterlichen Tafelkultur - die Verbindungsfäden zwischen der Geschichte des Menschen und der Chemie sind vielfältig - denn wir alle sind (auch) Chemie!

Jeder Vortrag wird die Besonderheiten eines Ortes, seiner Geschichte einbeziehen. Ein Brückenschlag zwischen Natur- und Kulturwissenschaften. Nach der Erprobungsphase werden die Versuche dann dauerhaft in den Museen von Museumspädagogen oder Lehrern vor Ort angeboten werden, so daß die Vorträge kein "Strohfeuer" bleiben, sondern dauerhaft das Programm in den Schlössern und Museen für die Besucher bereichern wird.

Den Auftakt bildet sein erster Vortrag in der langen Nacht der Museen im Heidelberger Schloß in Verbindung mit dem Deutschen Apotheken-Museum am 16. März 2002 zu "Chemischen Experimenten mit historischen Pharmazeutika".
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