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gründerkolleg der RWTH Aachen

03.12.2001 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Durch ein vielfältiges Beratungs- und Veranstaltungsangebot wirkt das gründerkolleg der RWTH Aachen auf das Gründungsgeschehen an der Hochschule positiv ein. Ziel ist es, ein Fundament für eine unternehmerische Selbständigkeit zu legen, um damit zur Unternehmensgründung zu motivieren und so die Existenzgründungen in quantitativer wie auch qualitativer Hinsicht zu verbessern. Daß sich die an der RWTH Aachen verfolgten Ansätze auch im bundesdeutschen Vergleich sehen lassen kann, zeigt sich auch an der guten Platzierung (Platz 9 von 78) in einer vom Institut für Geographie an der Universität Regensburg durchgeführten Studie.
Seit 1983 sind an der RWTH Aachen über 450 Unternehmen ausgegründet wurden. Darunter befinden sich bekannte, börsennotierte Unternehmen wie Aixtron, Arxes, Elsa oder Parsytec. Diesen Unternehmen steht ein breites Netzwerk von Einrichtungen in der GründerRegion Aachen zur Verfügung. Die 1999 ins Leben gerufene GründerRegion Aachen ist eine Initiative die neben den Kammern, von verschiedenen Technologie- und Gründerzentren, den Sparkassen, Wirtschaftsförderungsinstitutionen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weiteren 40 Institutionen getragen wird. Sie bietet Informationen über Beratungseinrichtungen, einen Überblick über Existenzgründungsveranstaltungen und vermittelt Kontakte zu erfolgreichen Unternehmern in der Region, die gerne Hilfestellungen leisten. Ziele sind die Vernetzung, Verflechtung und Bündelung aller am Gründungsprozeß beteiligten Einrichtungen, zu denen auch das gründerkolleg der RWTH Aachen zählt.
Die am Lehr- und Forschungsgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftslehre von Prof. Dr. Rüdiger von Nitzsch angegliederte Einrichtung bietet seit Oktober 1999 in drei Bausteinen ein vielfältiges Angebot passend zum Motto: "Aus der Hochschule in die Selbständigkeit. Unternehmen Sie was: gründerkolleg."
Hinter dem Stichwort Gründermobilisierung (Baustein 1) verbergen sich mehrere zielgruppenspezifische Veranstaltungen. Neben den Vorlesungsreihen "Faszination Wirtschaft", "Privatrechtliche Gestaltungsfragen einer Unternehmensgründung" und "Marketing für Existenzgründer" werden in diesem Zusammenhang auch themen- oder branchenspezifische Foren durchgeführt wie z.B. ein Marketingforum sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema Automobiltechnik.
Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die sich die Veranstaltungen fakultätsübergreifend an alle interessierte Angehörige der RWTH mit dem Ziel der Vermittlung des notwendigen betriebswirtschaftlichen Basiswissens richten. Die Vorlesungen werden im Rahmen des Lehrplans der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und teilweise auch der Fakultät für Maschinenwesen gehalten und können durch einen Teilnahmeschein bestätigt werden. Von Seiten des gründerkollegs ist angeregt worden, die Vorlesungen als Wahlfächer in die Studienordnungen aller Fachbereiche aufzunehmen. Die Studierenden sollen auf diesem Wege möglichst früh abgeholt und für eine Existenzgründung sensibilisiert werden.
Das Gründertraining (Baustein 2) kann als Herzstück des gründerkollegs bezeichnet werden. An diesem Seminar nehmen Studierende oder Doktoranden teil, die bereits eine Gründungsidee besitzen. Diese über fünf ganze Tage dauernde Kompaktveranstaltung wird jedes Semester angeboten und wurde bis jetzt vier mal mit jeweils ca. 40 Teilnehmern durchgeführt. Der Erfolg läßt sich kaum in Worte fassen. Inhalte der Veranstaltung stellen Themen wie Unternehmenskonzept und Businessplan, persönliches Gründerprofil, Marketing, Recht und Steuern sowie Finanzierung dar. Zu jedem Themengebiet sind kompetente Referenten geladen, die sich aus Universitätsprofessoren und erfahrenen Praktikern zusammensetzen. Dabei werden die Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmer berücksichtigt und umgesetzt, sofern sie in das Konzept des Trainings passen.
Ein Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Erarbeitung eines fiktiven oder realen Unternehmenskonzeptes im Rahmen einer Fallstudie. Dabei soll das Erstellen von Geschäftskonzepten "trainiert" werden. Das im Kompaktseminar erlernte Wissen wird in einer Präsentation des selbst erstellten Businessplans gezeigt. Wichtiges Merkmal des Gründertrainings ist die Bildung interdisziplinärer Teams, die im Rahmen des Gründertrainings Erfahrungen austau-schen und zusammen arbeiten. Ein Ausbauschritt im Rahmen des Gründertrainings ist die Durchführung eines Unternehmensplanspiels, in dem Teams von bis zu fünf Personen die Entwicklung eines Unternehmens unter Marktbedingungen am Computer durchspielen. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat ausgezeichnet.
Bemerkenswert ist die rege Nachfrage für das Gründertraining, bei dem eine Auswahl von Bewerbern stattfindet. Dies zeigt das hohe Gründungspotential der RWTH Aachen und bestätigt außerdem die Form der durchgeführten Veranstaltung. Dabei sind insbesondere Studenten der Ingenieurwissenschaften stark vertreten. Das nächste Gründertraining findet vom 18.-22. März 2002 statt. Interessenten können sich gerne über die Homepage www.gruenderkolleg.de bewerben.
Das Gründercoaching (Baustein 3) dient dazu, den Wünschen und Bedürfnissen der potentiellen Gründer individuell entgegenzukommen. In kostenlosen persönlichen Beratungsgesprächen werden die Möglichkeiten der Umsetzung einer konkreten Unternehmensidee besprochen. Die Erstberatung dauert häufig 90 bis 150 Minuten. Hier wird die grundsätzliche Vorgehensweise - das Unternehmenskonzept - besprochen und Detailfragen werden beantwortet. Dabei geht es um Themen wie Kapitalbedarf, Markteintrittsstrategie, Finanzierung und Rechtsformwahl, die bezogen auf die konkrete Gründungsidee individuell erarbeitet werden. Hilfestellung leistet das gründerkolleg natürlich auch bei der Umsetzung eines Unternehmenskonzeptes in einen Businessplan. Dieser wird kritisch begutachtet und Ver-besserungspotentiale werden aufgezeigt.
Im Gegensatz zu einer Unternehmensgründungs-Professur zeichnet sich die das Konzept und Tätigkeit des gründerkollegs mit seinem vielfältigen, leicht zugänglichen Beratungsangebot für die gründungsinteressierten Studierenden, durch einen hohen Praxisbezug aus. Neben der Vermittlung von Wissen über eine Unternehmensgründung, steht die praktische Umsetzung der Kenntnisse im Vordergrund. Wie erfolgreich die Tätigkeit des gründerkollegs bis jetzt war, zeigt sich an den bislang 25 bekannten Unternehmensgründungen, die in dem letzten Jahr mit Hilfe der Arbeit des gründerkollegs entstanden sind.
Ähnlich positiv ist auch das Abschneiden der RWTH Aachen bei der von Prof. Dr. Jürgen Schmude durchgeführten Studie: "Vom Student zum Unternehmer: Welche Hochschule bietet die besten Chancen?". Die am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung des Instituts für Geographie an der Universität Regensburg entstandene und in diesem Jahr veröffentlichte Studie wurde von der Deutschen Bank, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und BMW finanziert. Von insgesamt 78 evaluierten deutschen Universitäten belegte die RWTH Aachen den 9. Rang. Dabei basiert das Ranking auf der Auswertung von eigens erhobenen Daten der Themenfelder "Lehrangebot", "Vermarktung des Angebots", "Stimulierende Programme", "Ausgründungsaktivität", "Transferstelle", "Motivation der Studierenden", "Netzwerke" und "Kooperation". Bemerkenswert sind dabei die Einzelplatzierungen der RWTH Aachen in den "Kategorien Motivation der Studierenden" (Platz 1), "Netzwerke" und "Ver-marktung des Angebots" (jeweils Platz 3). Hervorzuheben ist auch, daß die RWTH Aachen eine der 4 nicht durch den Wettbewerb EXIST des Bundesministeriums für Bildung und For-schung finanziell geförderten Hochschulen unter den Top 10 ist. Auch diese Platzierung zeigt, daß das Beratungsangebot an der RWTH Aachen nicht zuletzt durch die Aktivitäten des gründerkollegs an Vielfältigkeit und Attraktivität gewonnen hat.
Kontakt:
Fon 0241/ 80-996 98
eMail info@gruenderkolleg.de

www.gruenderkolleg.de

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