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Medikamente aus Lauch

04.12.2001 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Knoblauch gilt als wahrer Tausendsassa der Naturheilkunde: Regelmäßiger Verzehr hilft gegen erhöhte Cholesterinwerte und senkt so das Risiko gefährlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem hemmt die geruchsintensive Zehe das Wachstum von Bakterien, stärkt das Immunsystem und soll sogar Darmkrebserkrankungen vorbeugen. Ob auch andere Lauchgewächse pharmazeutisch wirksam sind, untersuchen Wissenschaftler am Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung mit 337.000 Euro unterstützt; die Wissenschaftler konzentrieren sich auf die Region Mittelasien/Kaukasus.

Hochschuldozent Dr. Michael Keusgen und sein Team richten ihren Blick damit auf eine Pflanzenfamilie, deren Vertreter schon seit Menschengedenken als Arznei, Gewürz oder Gemüse verwendet werden - die segensreichen Wirkungen des Knoblauchs waren bereits Aristoteles und Plinius bekannt. Über die in Südwestasien bis in die mittelasiatischen Berggebiete verbreiteten Lauchgewächse weiß man jedoch nur wenig; die Wissenschaft vermutet hier viele Arten, die entsprechend pharmazeutisch genutzt werden könnten.

Die Wissenschaftler konzentrieren sich vor allem auf die Republiken Georgien, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Verläuft ihre Suche erfolgreich, könnten ihre Ergebnisse sogar der landwirtschaftliche Anbau ausgewählter Pflanzen in diesen Regionen initiieren, wodurch sich zu dem Vorteil einer gesundheitsfördernden Ernährung die Erschließung neuer Einnahmequellen gesellen würde. Parallel zur Bestandsaufnahme, Analyse der Inhaltsstoffe und Kultivierung wollen die Forscher die einheimische Bevölkerung nach ihrem Wissen über diese Arten befragen.

An dem auf drei Jahre angelegten und von der Volkswagenstiftung mit 337.000 Euro unterstützten Projekt sind neben den Bonner Pharmazeuten und dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben Arbeitsgruppen aus den mittelasiatischen Staaten Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sowie aus dem kaukasischen Georgien beteiligt.


Ansprechpartner für die Medien: Dr. Michael Keusgen, Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-2676, Fax: 0228/73-3250, E-Mail: m.keusgen@uni-bonn.de
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