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Berufliche Schulen als Kompetenzzentren - BLK-Tagung in Lübeck zeigt Perspektiven

04.12.2001 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung

PM 43/2001


Berufliche Schulen als Kompetenzzentren
BLK-Tagung in Lübeck zeigt Perspektiven

Einen ungewöhnlich großen Zuspruch fand die heute zu Ende gehende BLK-Tagung in Lübeck "Kompetenzzentren in regionalen Bildungsnetzwerken - Rolle und Beitrag der beruflichen Schulen". Aus Bildungsverwaltung, Schulpraxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaften sowie aus dem Ausland haben über 250 Experten über diese Thematik miteinander gesprochen und neue Konzepte entwickelt.

Der globale Wettbewerb nötigt den Absolventen der beruflichen Schulen höhere Qualifizierung und zugleich die Bereitschaft und Fähigkeit ab, nach der Ausbildungszeit in einen lebensbegleitenden Lernprozeß neben dem Erwerbsleben einzutreten. Dies ist die entscheidende Voraussetzung für den persönlichen Erfolg und zugleich Garantie für wettbewerbsfähige Unternehmen. Das Berufsprinzip wird zwar weiterhin Bestand haben, aber es unterliegt einem sich ständig beschleunigendem Wandel; die Bezüge zwischen Aus- und Weiterbildung werden enger.

Die Tagungsteilnehmer waren sich einig: berufliche Bildung wird sich künftig vermehrt in Netzwerken organisieren. Keine Institution kann sich in diesen Verbünden von vorn herein auf eine federführende Rolle berufen. Jede einzelne wird ihre vorhandenen Profile und Stärken weiterentwickeln, ausbauen und in das Netzwerk einbringen. Diese Rollenzuweisung verbirgt sich hinter dem Begriff "Kompetenzzentrum": Hier sollen keine neuen Systeme entwickelt werden, sondern es geht um verstärkte Kooperation der beteiligten Institutionen. Dies verspricht Effizienz und optimale Allokation der regionalen Bildungsressourcen. So können Synergiepotenziale entstehen und Doppelstrukturen vermieden werden.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave sieht die beruflichen Schulen als moderne Dienstleistungsunternehmen. In ihrem Bundesland wird sie diese zu rechtsfähigen Einrichtungen des öffentlichen Rechts entwickeln und ihnen neben ihren Kernaufgaben in der Berufsausbildung auch Kapazitäten der Weiterbildung zuweisen. Das Pilotprojekt beginnt 2002.

Prof. Dr. Driftmann, Präsident der Unternehmensverbände Nord, betonte, die Wirtschaft sei auf den leistungsfähigen Partner berufliche Schule angewiesen, auf regionale Kompetenzzentren, in die alle Partner eingebunden seien. Zugleich warnte er davor, dass in der Weiterbildung kein "unlauterer Wettbewerb der beruflichen Schulen" entstehe.

Der Abteilungsleiter der Hamburger Schulbehörde, Senatsdirektor Achim Meyer auf der Heyde, zugleich Vorsitzender des BLK-Arbeitskreises "Berufliche Aus- und Weiterbildung", machte deutlich, dass berufliche Schulen, die ihren Beitrag als Kompetenzzentrum in regionalen Bildungsnetzwerken leisten, auch vor neuen organisatorischen, kooperationalen wie personellen Anforderungen stünden.

Die BLK-Fachtagung will diese neuen Herausforderungen definieren, aufbereiten und durch Diskussionen mit den Experten weiterentwickeln. Bewusst wird dabei die kontroverse Aussprache zu den einzelnen Vorschlägen gesucht. Die Spannungsfelder werden in 3 Foren reflektiert und in einer abschließenden Talkrunde bewertet.
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