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Wertvolle private Schenkung aus Großbritannien für Universität Bamberg

05.12.2001 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Eine exzellente Sammlung von mehr als 2600 Bänden wertvoller Literatur aus einer englischen Privatbibliothek ist jetzt der Universität Bamberg gestiftet worden, um den Ausbau ihres Zentrums für Großbritannienstudien (Centre for British Studies) weiter zu fördern.
Stifter ist Dr. Walter Lessing (91), Officer des Order of the British Empire (OBE), Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und Ehrensenator der Universität Bamberg. Der gebürtige Bamberger lebt seit 1946 in London.

Die jetzt in Bamberg eingetroffene Büchersammlung umfasst rund 2.600 Bände und etwa 300 Sonderdrucke und Einzelhefte. Zumeist sind es Erstausgaben zur englischen Philosophie des 17. bis 20. Jahrhunderts, aber auch Grundwerke zur deutschen Geistesgeschichte. Zu einem erheblichen Teil sind es Raritäten, so zum Beispiel die Erstausgabe der "Principia Mathematica" von Bertrand Russell (1910) oder "The Essays" von Francis Bacon in einer frühen Ausgabe. Außerdem gibt es Editionen aus der deutschen und englischen Literatur, unter anderem Erstausgaben von George Orwell und Herbert George Wells sowie signierte Ausgaben von Doris Lessing. Literatur zur internationalen Politik und Geschichte, zur Wirtschaft und Psychologie, wie die ersten englischen Übersetzungen von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung, ergänzen die Schenkung. Prof. Dr. Christa Jansohn, die Leiterin des Zentrums für Großbritannienstudien, würdigte die Büchersammlung als "einen wertvollen Literaturschatz", der der ganzen Universität zugute komme.

Der Stifter Dr. Walter Lessing wurde 1910 in Bamberg geboren, studierte in Heidelberg, Genf und Leipzig, wo er auch promovierte. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 verließ er seine Heimat. Seit 1946 lebt er in London, wo er mehrere Unternehmen gründete. 1958 rief Dr. Lessing das Europe House ins Leben, einen Vorläufer des britischen European Movement. 1972 gründete er den Mid Atlantic Club London. Er initiierte auch die Eröffnung dieses Clubs in New York, Washington, Brüssel, Bonn und Berlin. Die Mid Atlantic Clubs fördern besonders die transatlantische Zusammenarbeit zwischen Europa und Amerika.

Anfang März 2000 wurde auf Initiative von Dr. Lessing zusammen mit dem damaligen Rektor der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Prof. Dr. Alfred Hierold, das Zentrum für Großbritannienstudien an der Universität Bamberg gegründet. Unterstützt wird der Aufbau des Zentrums von der Britischen Regierung und dem Freistaat Bayern. Gegenwärtig wird ein internationaler und interdisziplinärer Master-Studiengang für deutsche und ausländische Studierende entwickelt.
Seine Absolventen sollen für herausragende Positionen in Wirtschaft, kulturellen Einrichtungen, Medien und internationalen Organisationen qualifiziert werden, so definierte Wissenschaftsminister Hans Zehetmair die Ausbildungsperspektive des Zentrums bei seiner Gründung. Für die Universität Bamberg stelle es einen "Glanzpunkt" dar, der ihr internationales Profil bereichere und auch auf die bayerische Wirtschaft positiv ausstrahlen werde. Der ehemalige Botschafter, Sir Nigel Broomfield, betonte bei der Gründung darüber hinaus den Beitrag zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses der beiden Länder und ihrer Institutionen zum Wohle partnerschaftlicher Entwicklung in Kultur, Wirtschaft und Politik.

Am 13. Dezember wird die hochrangige Schenkung Dr. Lessings in Bamberg der Öffentlichkeit in Anwesenheit von Vertretern der beteiligten Institutionen und Organisationen, u.a. des British Council Berlin, vorgestellt.
(GB)
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