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Neunzehnter Vortrag der Erich-Regener-Vortragsreihe: Der Stern von Bethlehem

06.12.2001 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie

Zum neunzehnten "Erich-Regener-Vortrag" lädt das Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau alle interessierten Hörer in seinen Hörsaal ein (Ortsteil Lindau, Max-Planck-Straße 2). Am Donnerstag, dem 13. Dezember 2001, um 19.00 Uhr, wird Herr Dr. Ralf Bülow einen ca. einstündigen Vortrag über das Thema "Der Stern von Bethlehem" halten. Dr. Bülow hat in Bonn Informatik, Mathematik und Philosophie studiert, besitzt das Diplom im Fach Informatik und hat im Fach Mathematik promoviert. Er war Mitarbeiter des Deutschen Museums in München und arbeitete danach bei verschiedenen Redaktionen und Ausstellungsveranstaltern. Daneben entstanden zahlreiche Veröffentlichungen zur Wissenschafts- und Technikgeschichte. Das Vortragsthema interessiert Dr. Bülow bereits seit 1990.

Die Geschichte des seltsamen Sterns aus dem 2. Kapitel des Matthäus-Evangeliums ist der bekannteste Bibeltext, der mit Astronomie zu tun hat. Während Religionswissenschaftler den Weihnachsstern meist als literarisches Konstrukt ansehen, das antike Erzählmuster von königlichen Geburten widerspiegelt, haben astronomische Autoren den Stern mit realen Himmelsphänomenen identifiziert. Die Heiligen Drei Könige werden dabei zu babylonischen oder persischen Astrologen, die Kometen, (Super-) Novae oder Planetentreffen beobachten. Kandidat Nr. 1 für den Weihnachtsstern war bisher die bekannte Dreifach-Begegnung von Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr.. Im Mai, Oktober und Dezember rückten sie bis auf einen Bogengrad am Himmel zusammen, und am 27. November leuchteten die beiden, wie der österreichische Astronom Konradin Ferrari d'Occhieppo errechnete, an der Spitze des Zodiakallichts, zweifellos ein hinreißender Anblick am abendlichen Südhimmel. Neuere theologische und astronomische Studien (von Mark Alan Powell und Mark Kidger) revidieren jedoch die bisherige Sicht. Als wahrscheinlicher Ursprung ergibt sich für den Vortragenden eine Nova, die im Frühjahr 5 v. Chr. im Sternbild Adler aufleuchtete. An dieser Lösung führt - trotz unklarer Details - kein Weg vorbei, jedoch nicht, weil die Nova den Bibeltext am besten erfüllt, sondern weil sie aller Wahrscheinlichkeit nach erst Menschen anregte, die Legende zu entwickeln.

Erich Regener (http://www.physik.uni-stuttgart.de/Allgemein/geschichte/regener.html) (1881 - 1955), dessen Namen die Vortragsreihe trägt, war Physikprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit 1938 leitete er in Friedrichshafen am Bodensee die "Forschungsstelle für Physik der Stratosphäre in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft". Aus der Forschungsstelle entstand 1952 in Weissenau bei Ravensburg ein Max-Planck-Institut, das nach Regeners Tod nach Südniedersachsen verlagert wurde und eine der beiden Wurzeln des heutigen MPAE bildet. Regeners Interessen galten insbesondere der Kosmischen Strahlung und dem Ozon der Stratosphäre. Seit 1942 entwickelte er zur Erforschung der hohen Atmosphäre erstmals eine wissenschaftliche Nutzlast für eine Rakete, die zwar noch in Peenemünde in die Spitze einer A4-(V2-)Rakete eingebaut, in den Wirren des endenden Krieges aber nicht mehr gestartet wurde.
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