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3-D-Klamottenkauf im Internet

07.12.2001 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Der Online-Handel ist in manchen Bereichen derzeit rückläufig. Insbesondere bei wenig standardisierten Waren wie Bekleidung gehen Kunden immer noch lieber ins Fachgeschäft. Gleichzeitig entwickeln sich jedoch Techniken, die eine virtuelle Anprobe im Internet ermöglichen.


In virtuellen Umkleidekabinen können verschiedene Kleidungsstücke anprobiert werden. Frühere Standardpuppen wurden durch digitale und bewegliche Repräsentationen der Kunden ersetzt. ©Fraunhofer IAO Nach einer anfänglichen Interneteuphorie ist inzwischen Ernüchterung eingekehrt: So entwickelte sich der elektronische Handel in diesem Jahr erstmals deutlich rückläufig. Trotz allgemein steigender Internetnutzung und schnellerer Zugänge gilt dies besonders für Produkte, die der Käufer vorher sehen oder in der Hand halten will. So wie bei Bekleidung: Eine vor wenigen Monaten erstellte EMNID-Studie fand heraus, dass mit fast 90 Prozent die meisten Kunden für ihre zweite Haut ein Fachgeschäft besuchen und nur jeder hundertste den elektronischen Ladentisch bemüht. Gründe hierfür untersuchten Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im zweijährigen EU-Projekt "Fashion Me", das nun zu Ende geht. Die kürzlich erschienene Studie "fashion online - Die dritte Dimension des Online-Modeverkaufs" liefert neben Analysen und Testergebnissen Online-Händlern Verbesserungsvorschläge und stellt besonders gelungene Web-Auftritte vor. Zum Preis von 99 Mark oder 50,50 EuroEuro kann sie selbstverständlich über das Internet bestellt werden: www.media-vision.iao.fhg.de/media-vision/mvs.

"Ein großes Manko herkömmlicher Online-Kataloge besteht darin, dass die Kleidungsstücke lediglich zweidimensional dargestellt werden", weiß Uwe Rotter vom Marktstrategie-Team Information Engineering. "Der Käufer möchte aber sehen, ob ihm ein Jackett oder Kleid passt und steht. Daher setzten wir mit fünf anderen Entwicklungsteams aus ganz Europa auf unseren Webseiten Avatare ein." Ursprünglich bezeichnet dieser aus dem Sanskrit stammende Begriff die Inkarnation einer Gottheit - für Web-Entwickler sind es lediglich dreidimensional berechnete Vertreter von Menschen. Sie ziehen virtuelle Kleidungsstücke an - drehen, wenden und bücken sich auf Mausklick; selbst unterschiedliche Beleuchtungen können eingestellt werden.

Doch wie gelangt das Abbild des Kunden ins Internet? Dies konnten vor einem Monat Besucher der Portugal Fashion Show erleben, als die neuen Webseiten des großen portugiesischen Bekleidungsherstellers und Projektpartners Maconde präsentiert wurden. An einem Tag wurden 300 Interessenten in einer Scanner-Kabine mit spezieller Kamera optisch erfasst und in Avatare umgewandelt. Unter www. macmoda.pt probierten sie anschließend verschiedenste Kleidungsstücke an.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. (BA) Uwe Rotter
Telefon: 07 11/9 70-23 15, Fax: 07 11/9 70-51 11, uwe.rotter@iao.fraunhofer.de
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