Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 23. August 2019 

Uni Marburg hat neuen Leibniz-Preisträger

07.12.2001 - (idw) Philipps-Universität Marburg

DFG würdigt den Theoretischen Physiker Professor Bruno Eckhardt mit 1,5 Millionen Mark für seine Forschungen auf dem Gebiet der Nichtlinearen Dynamik

Die Marburger Philipps-Universität hat einen neuen Leibniz-Preisträger. Mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) alljährlich an besonders qualifizierte Wissenschaftler vergibt, wird nach einem Beschluss des DFG-Hauptausschusses vom heutigen Freitag der Theoretische Physiker Professor Bruno Eckhardt ausgezeichnet. Eckhardt (41), Sprecher der Arbeitsgruppe "Komplexe Systeme", erhält für die nächsten fünf Jahre für Forschungen auf seinen Arbeitsgebieten 1,5 Millionen Mark (775 000 Euro), die nach den eigenen Bedürfnissen flexibel eingesetzt werden dürfen. Der Preis wird am 6. März 2002 in Berlin in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen.

Durch die aktuelle Auszeichnung erhöht sich die Zahl der Marburger Leibniz-Preisträger auf nunmehr acht. Insgesamt werden zwölf Wissenschaftler deutscher Hochschulen ausgezeichnet. Der 1986 eingeführte Leibniz-Preis ist bislang an 197 herausragende Forscher verliehen worden. Eckhardt ist der dritte Physiker der Philipps-Universität, der mit dem renommierten Preis gewürdigt wird. Er ist der einzige hessische Wissenschaftler unter den aktuellen Preisträgern.

Professor Eckhardt ist einer der führenden Forscher in der Theorie nichtlinearer komplexer Systeme. Solche Phänomene treten im mikroskopischen Bereich auf, beispielsweise bei Atomen oder Molekülen. Sie sind aber auch in makroskopischen Systemen zu finden, etwa bei Turbulenzen in Strömungen - ein Untersuchungsfeld, dem sich Eckhardt in letzter Zeit verstärkt gewidmet hat. Er entwickelte numerische Verfahren zur Simulation von Strömungsmustern und hat mit seinen Arbeiten einen erheblichen Beitrag zum Verständnis der Vielfältigkeit bei Strömungen im Übergangsbereich zur Turbulenz geleistet. Die Ergebnisse seiner Forschungen zur Dynamik nichtlinearer Systeme haben neue Wege in der Physik der Strömungsforschung aufgezeigt.

Eckhardt lehrt seit Oktober 1996 als Professor für Theoretische Physik (C4) an der Philipps-Universität. Von 1988 bis 1992 war er bereits wissenschaftlicher Assistent am Marburger Fachbereich Physik. Er studierte Physik, Mathematik und Informatik in Kaiserslautern, Atlanta (USA) und Bremen. Abschlüsse: Master of Science in Physics (Atlanta 1982) und Promotion (Bremen 1986). Anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum Jülich; 1988 Wechsel an die Philipps-Universität. Hier 1991 Habilitation. Vor seiner Berufung nach Marburg war Eckhardt C3-Professor an der Universität Oldenburg, zuletzt geschäftsführender Direktor des interdisziplinären Instituts für Chemie und Biologie des Meeres. 1994 erhielt er bereits den Physik-Preis der Göttinger Akademie der Wissenschaften für seine "originellen Beiträge zur Charakterisierung chaotischer Dynamiken komplexer Systeme durch ihre instabilen periodischen Bahnen".

Mit dem renommierten Leibniz-Preis werden besonders herausragende wissenschaftliche Leistungen gewürdigt. Ziel des Leibniz-Programms der DFG ist es, die Arbeitsbedingungen der ausgezeichneten Wissenschaftler weiter zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern und ihnen die Beschäftigung von besonders qualifiziertem Nachwuchs zu erleichtern. Die Preisträger haben größtmögliche Freiheit, wie sie die ihnen zur Verfügung gestellten Mittel einsetzen. Für Forscher, die mit größerem apparativem Aufwand, beträgt die Fördersumme 3 Millionen Mark, stärker theoretisch ausgerichtete Forschung wird mit je 1,5 Millionen Mark gefördert.

uniprotokolle > Nachrichten > Uni Marburg hat neuen Leibniz-Preisträger

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/80827/">Uni Marburg hat neuen Leibniz-Preisträger </a>