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Leibniz-Preis für Zöglinge der Universität Erlangen-Nürnberg

07.12.2001 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Höchstdotierter deutscher Förderpreis

Zwei "Zöglinge" der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Frank Vollertsen, seit 1998 Inhaber des Lehrstuhls für Umformende und Spanende Fertigungstechnik der Universität Paderborn, und Prof. Dr. Wolf-Christian Dullo, seit 1999 Direktor der Forschungszentrums für marine Geowissenschaften (GEOMAR) in Kiel, werden heute zusammen mit neun weiteren Wissenschaftlern vom Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als Preisträger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Programms der DFG für das Jahr 2002 bestimmt. Der Gottfried Wilhelm Leipniz-Preis ist der höchstdotierte deutsche Forschungspreis und mit jeweils drei Millionen Mark (1,55 Millionen Euro) dotiert. Stärker theoretisch ausgerichtete Forschung wird mit je 1,5 Millionen Mark (775.000 Euro) gefördert. Die Mittel sind für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen.

Frank Vollertsen, geboren am 13. August 1958, studierte von 1980 bis 1986 Werkstoffwissenschaften an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Er schloss das Studium mit Auszeichnung ab, nachdem er bereits in der Studienzeit im Jahr 1984 in der sehr angesehenen Fachzeitschrift "Materials Science and Engineering" seinen ersten wissenschaftlichen Aufsatz publizierte. Ab 1986 arbeitete er in Erlangen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fertigungstechnologie bei Prof. Dr. Manfred Geiger. Dort wurde er im Mai 1990 mit Auszeichnung mit einer Arbeit zum Thema "Pulvermetallurgische Verarbeitung eines übereutektoiden verschleißfesten Stahls" promoviert, einer Arbeit, die mit dem Promotionspreis der Erlanger Technischen Fakultät und mit dem BMW Scientific Award (2. Preis) gewürdigt wurde.

Frank Vollertsen begann Anfang der 90er Jahre wichtige Arbeiten zum Thema Laserstrahlumformen. Es gelang ihm, neben seinen eigenen Aktivitäten ausgezeichnete junge Wissenschaftler als Diplomanden und Doktoranden zu gewinnen und innerhalb weniger Jahre eine international bekannte und anerkannte Gruppe auf dem Gebiet des Laserstrahlumformens aufzubauen.

Die 1996 erschienene Monographie "Laserstrahlumformen - Lasergestützte Formgebung: Verfahren, Mechanismen, Modellierung", war zugleich Habilitationsschrift und wurde mit dem Wolfgang Finkelnburg-Preis der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg bedacht. Sie dokumentiert die wissenschaftliche Analyse der Mechanismen beim Laserstrahlumformen, der Wechselwirkungen der thermisch induzierten Spannungen mit dem Werkstoff und der Geometrie des Werkstücks, seiner analytischen und numerischen Modellierung sowie der fertigungstechnischen Beschreibung des Vorgangs. Dies ist heute die Basis für den fertigungstechnischen Einsatz der Verfahrensfamilie des Laserstrahlumformens insbesondere im Bereich der Mikrotechnik, wo Frank Vollertsen in den Folgejahren eine Reihe wichtiger wissenschaftlicher Arbeiten im Spannungsfeld der Werkstoffwissenschaften und der Fertigungs- bzw. Lasertechnik veröffentlichte.
Dazu gehören auch Arbeiten zur gezielten Beeinflussung der Werkstoffeigenschaften von Blechwerkstoffen durch eine lokale Wärmebehandlung im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 396 "Robuste, verkürzte Prozessketten für flächige Leichtbauteile".

Bereits ein Jahr nach seiner Habilitation wurde Frank Vollertsen 1998 auf den Lehrstuhl für Umformende und Spanende Fertigungstechnik der Universität Paderborn berufen, wo er heute zugleich Sprecher des Instituts für Prozess- und Werkstofftechnik ist.

Frank Vollertsens interdisziplinäre Forschung verbindet die Werkstoffwissenschaften, Lasertechnik und Fertigungstechnologien. Vor allem auf dem Gebiet des Laserstrahlumformens hat er sich früh einen Namen gemacht und es gelang ihm, innerhalb weniger Jahre eine international anerkannte Forschergruppe aufzubauen. Zu seinen neueren Arbeiten gehört unter anderem das Forschungsvorhaben "Umformen strukturierter Platinen mit Mehrfachmembranen",, das im Rahmen eines DFG-Schwerpunktprogramms neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Umformtechnik ermöglichen soll.


Wolf-Christian Dullo, geboren 1954 in Nürnberg, begann 1975 an der Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen sein Studium der Geologie und Paläontologie, das er bereits 1979 abschloss. Nach der Promotion in Erlangen erfolgte 1988 die Habilitation und die Ernennung zum Privatdozenten. Von 1988 bis 1990 war Wolf-Christian Dullo in Erlangen als akademischer Oberrat tätig, vertrat zwischendurch für ein Jahr die C4-Professur für Allgemeine und Historische Geologie in Heidelberg und wurde zum 1. 1. 1991 auf eine C3-Professur für Paläoozeanographie am Forschungszentrum für marine Geowissenschaften (GEOMAR) der Christian-Albrechts-Universität Kiel berufen. Wenige Jahre später wurde er zum Stellvertretenden Direktor des Forschungszentrums GEOMAR ernannt, 1999 wurde er dessen Direktor. Den Ruf auf eine C4-Professur in Erlangen lehnte er ab.

Wolf-Christian Dullos Interesse gilt der Paläoklimatologie und der Paläoozeanographie, insbesondere der Untersuchung von Riffkalken. Er entwickelte eine Analysemethode für die Untersuchung des Korallenwachstums quartärer Riffe - die so genannte hochauflösende Sklerochronologie -, die erstmals genaue Rückschlüsse auf Meeresspiegelschwankungen und Klimaveränderungen im weltweiten Vergleich erlaubte. Insgesamt tragen Wolf-Christian Dullos Arbeiten entscheidend zum Verständnis des Klima-Ozean-Systems bei.


Das Leipniz-Programm
Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.

Die feierliche Verleihung der Preise im Leibniz-Programm für das Jahr 2002 durch den DFG-Präsidenten Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker findet am 6. März in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.
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