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Startschuss für das Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin

10.12.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Erneut wird an der Universität Würzburg ein zukunftsträchtiges Bauprojekt in Angriff genommen: Am Montag, 10. Dezember, erfolgte der symbolische Erste Spatenstich für das Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin (ZEMM) an der Medizinischen Fakultät. Das 60 Millionen Mark teuere Gebäude entsteht am Zinklesweg nahe beim Uniklinikum und soll 2004 fertiggestellt sein.


Erster Spatenstich für das Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin der Universität Würzburg. Foto: Emmerich Die Spaten nahmen in die Hand: Staatsminister Hans Zehetmair, Unipräsident Prof. Dr. Theodor Berchem, Unikanzler Bruno Forster, Würzburgs Oberbürgermeister Jürgen Weber, Prof. Dr. Volker ter Meulen, Dekan der Medizinischen Fakultät, Hans Bock, Leiter des Unibauamtes, und Architekt Jürgen Grellmann.

Der Bau des ZEMM trägt der Tatsache Rechnung, dass in den vergangenen zehn Jahren an der Medizinischen Fakultät der Uni Würzburg zahlreiche neue Forschungsinitiativen umgesetzt wurden. Dabei handelt es sich unter anderem um fünf Sonderforschungsbereiche, mehrere Klinische Forschergruppen, das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung, das Zentrum für Infektionsforschung und das im Jahr 2001 bewilligte Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin. All diese Einrichtungen werden in erheblichem Umfang von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert.

Für diese Forschungsbereiche stellen tierexperimentelle Untersuchungen einen unverzichtbaren Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit dar, so Dekan Volker ter Meulen. Unentbehrlich seien diese Versuche für immunologische, infektiologische, pharmakologische, physiologische, molekularbiologische und klinische Forschungsarbeiten, einschließlich Untersuchungen über die Entstehung und Verhütung von Krebserkrankungen.

Insbesondere durch die Entwicklung der rekombinanten DNA-Technologie sei es möglich geworden, bei Versuchstieren wichtige Gene gezielt auszuschalten oder Fremdgene in ihre Eizellen einzuschleusen. Auf diese Weise lasse sich die Bedeutung dieser Gene für den Gesamtorganismus und, auf dem Niveau der Organfunktion, für die Entstehung von Krankheitsprozessen studieren.

Diese experimentellen Möglichkeiten haben laut ter Meulen eine besondere Bedeutung erlangt, nachdem das gesamte Erbgut des Menschen sequenziert wurde. Hierdurch seien neue Perspektiven für die biomedizinische Forschung entstanden, die es ermöglichen, die Entstehung von Krankheiten beim Menschen aufzuklären.

Damit die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg auf diesem Sektor weiter forschen kann, benötigt sie eine moderne, dem Tierschutzgesetz entsprechende Tierhaltung in Kombination mit modernen Laboratorien: "Nur wenn derartige Forschungseinrichtungen mit einem hohen hygienischen und gentechnologischen Standard zur Verfügung stehen, sind die vielen drittmittelgeförderten Projekte der Medizinischen Fakultät erfolgreich durchzuführen", so Prof. ter Meulen.

Im Rahmen der High-Tech-Offensive des Freistaates Bayern wurden 60 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, damit am Zinklesweg ein entsprechendes Forschungsinstitut, das ZEMM, gebaut werden kann. Der Bund übernimmt die Hälfte der Kosten. Das ZEMM wird 3.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche umfassen. Die unmittelbare Nähe zum Klinikum ermöglicht eine enge Kooperation mit vielen Arbeitsgruppen im Luitpoldkrankenhaus und mit den Instituten an der Versbacher Straße.

Die Feier zum Ersten Spatenstich fand aufgrund der unkalkulierbaren Wetterlage in der Gemäldegalerie des universitätseigenen Martin-von-Wagner-Museums in der Residenz statt. Wie Präsident Prof. Berchem in seiner Begrüßung sagte, werde mit dem ZEMM kein Institut im klassischen Sinn entstehen. Vielmehr handle es sich um ein Gebäude, das medizinisch forschenden und über Drittmittel finanzierten Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt wird. Ein Beirat soll das Nutzungsrecht für die Räumlichkeiten nach Leistungskriterien vergeben.

Staatsminister Hans Zehetmair und Oberbürgermeister Jürgen Weber betonten in ihren Ansprachen die bundesweit herausragende Stellung der Biomedizin an der Universität Würzburg. Weber bezeichnete diesen Forschungsbereich als Aushängeschild für die Stadt Würzburg und für ganz Mainfranken. Der Minister erwähnte auch die Spitzenstellung Würzburgs bei den Sonderforschungsbereichen: "Das ist ein Adelstitel", so Zehetmair. Hans Bock lieferte den Zuhörern dann Erläuterungen zum Neubau und einen Rückblick auf dessen Vorgeschichte. Das Schlusswort sprach Dekan ter Meulen.

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