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Jahresfeier der Universität: Lernkultur und Wissenstransfer

14.12.2001 - (idw) Universität Dortmund

Die "Verantwortung der Politik in der Wissensgesellschaft." Das war das Thema der Festansprache von Wolf-Michael Catenhusen, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, am heutigen Freitag (14.12.2001) anlässlich der Jahresfeier der Universität Dortmund.

Um die Rahmenbedingungen und Inhalte von Wissenschaft und Bildung ging es auch in den Grußworten des Rektors, des Oberbürgermeisters und des Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde der Universität. Die jüngsten Meldungen der Medien über eine europäische Vergleichsstudie, die den deutschen Schülerinnen und Schülern ein eher schlechtes Zeugnis ausgestellt hatte, haben offenkundig die notwendigen Debatten um neue Bildungsanstrengungen belebt.
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Gästehaus wird Helmut Keunecke-Haus

Die Jahresfeier, die an die Eröffnung der Dortmunder Universität am 16.12.1968 erinnert, diente auch der Auszeichnung von Freunden und Förderern der Universität, der Vergabe des Lehrpreises 2001 sowie eines Preises des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für eine besonders engagierte ausländische Studierende (Sie heutige Medieninformation 01-410).

Rektor Prof. Dr. Albert Klein erklärte eingangs, die Universität habe in diesem Jahr Abschied nehmen müssen von ihrem ersten Ehrenbürger Dr. Helmut Keunecke, dem langjährigen Vorsitzenden der Freunde-Gesellschaft. Die Hochschule werde als Zeichen der Verbundenheit mit dem im Juli Verstorbenen das internationale Gästehaus in Helmut Keunecke-Haus umbenennen.
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Ingenieurwissenschaften wieder attraktiv

Der Rektor unterstrich, dass die Internationalisierung der Hochschulen, wie 1999 von führenden Bildungspolitikern Europas in Bologna manifestiert, sich immer auch unter Wahrung der kulturellen und wissenschaftlichen Traditionen der Hochschulen entwickeln müsse. Die strukturelle Neuorganisation der Hochschule ist aus seiner Sicht gekennzeichnet von einem transdisziplinären Wissenschaftsverständnis. Angesichts vieler Restriktionen komme es darauf an, den besonderen Platz der Universität in der Hochschullandschaft und das Profil ihrer Leistungsfähigkeit zu erarbeiten.

Erfreut äußerte sich Klein vor diesem Hintergrund über das neu gewachsene Interesse der Studienbewerber an den modernisierten Ingenieurwissenschaften. Demgegenüber müssten in den Naturwissenschaften die Anstrengungen erhöht werden, um wieder eine große Zahl von Studierenden anzusprechen.

Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Untersuchungen über Bildungsdefizite bei den Schülerinnen und Schülern deutscher Schulen muss nach den Worten des Rektor der puren Spaßgesellschaft eine neue Lernkultur entgegengesetzt werden. Klein: "Es liegt an uns, die gerade hier in Dortmund vorangetriebene wissenschaftliche Qualifikation von künftigen Lehrern und Lehrerinnen nach einem Modell, das wir einmal als das Dortmunder bezeichnet haben, noch systematischer zu professionalisieren, um anderen Ländern mit ausgeprägten 'Lernkulturen' nicht länger nachstehen zu müssen." Die in fast allen Fachbereichen der Universität verankerte Didaktik biete die Chance, den erheblich gestörten Kreislauf von akademischer Bildung und Ausbildung, didaktischer und pädagogischer Umsetzung und schulischem Reflex zur akademischen Ausbildung zurück zu schließen.
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Dortmund braucht Wissenschaft

Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, der Universität selbst als Vorsitzender ihres Kuratoriums eng verbunden, hob in seinem Grußwort auf die enge Verbindung der Universität und der weiteren Wissenschaftseinrichtungen mit den Zukunftsperspektiven der Stadt ab.

Die vielfältigen kommunalpolitischen und wirtschaftlichen Bemühungen, die darauf abzielen, in der Revierstadt neue Arbeitsplätze zu schaffen, können nach Auffassung des Oberbürgermeisters nur gelingen, wenn das Know-how aus den Fachbereichen und Fakultäten eingebracht wird in die Gemeinschaftsinitiativen der Stadt und in die Gründungskonzepte vieler Absolventen. Die Stadt werde deshalb alles daran setzen, das Potenzial der wissenschaftlichen Einrichtungen zu nutzen und zu fördern.
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Universität braucht Freunde

Dr. Dr.h.c. Alfred Voßschulte, Vorsitzender der Freunde-Gesellschaft, konnte neben dem Rektor auch als zweiter Gastgeber der Jahresfeier ein Grußwort sprechen. Er verwies auf die schon lange vor der Eröffnung der Universität einsetzenden Bemühungen der Gesellschaft, den Aufbau und die Entwicklung der Dortmunder Hochschule zu fördern. Fast 16 Millionen Mark seien zu ihren Gunsten geflossen, beispielsweise bei der Anschubfinanzierung für das Universitätskolleg Bommerholz, für die Internationalen Musikwochen, die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Lehre sowie die Errichtung des Gästehauses.

Voßschulte hob insbesondere das Engagement der Unternehmen der Region hervor und unterstrich, dass die Universität ihrerseits eine wichtige Rolle beim wirtschaftlichen Strukturwandel gespielt habe und spiele. Mit ihrer Praxisnähe habe die Universität im Verein mit anderen Forschungs- und Lehreinrichtungen im Bildungswettbewerb hervorragend positioniert.

Der Vorsitzende drückte die Hoffnung aus, dass die Gesellschaft der Freunde auch in Zukunft jährlich rund 250.000 DM an Beiträgen, Spenden und Sponsorengeldern zur Förderung der Universität zusammentragen kann.
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Musik: Vielstimmig und an neuen Klavieren

Der musikalische Rahmen der Jahresfeier hatte in diesem Jahr besonderen Reiz. Angehörige der Universität bewiesen, dass sie die Hohe Schule der Musik beherrschen. Zu Beginn sang der große Universitätschor unter Leitung von Reinhard Fehling Robert Schumanns "Zigeunerleben" und eine vom Dirigenten selbst vertonte Textmontage "Der Frieden" nach Worten von Friedrich Hölderlin und Kurt Marti.

Zwischentöne und Abschlussmusik boten die Lehrbeauftragte Adelheid Wagner-Usler und ihr Klavierpartner Peter Krüger auf zwei neuen Steinway-Flügeln, die in diesem Monat für die Musiklehrer-Ausbildung an der Universität angeschafft wurden.

Zum Abschluss gehört bei der Jahresfeier der Universität wie immer der gesellige Ausklang: Auf Einladung der Freunde-Gesellschaft gibt es beim Bier und beim Buffet bis spät in den Abend viel zu bereden.
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Information

Klaus Commer, Ruf 0231-755-4811, Fax 0231-755-4819,
E-Mail: klaus.commer@udo.edu
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