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Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Kirche soll Vorbild sein

19.12.2001 - (idw) Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Die Kirche soll als Arbeitgeber bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit gutem Beispiel vorangehen, forderte der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky heute bei der Einweihung der Räume des Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Zudem sollten die konkreten Angebote kirchlicher Einrichtungen für Familien besser vernetzt werden, betonte der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz.

Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit ist eines der Themen, mit dem sich das vor etwa einem Jahr gegründete Zentralinstitut befasst. In seinen Projekten beschäftigt sich das ZFG unter anderem mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Soldaten in Auslandseinsätzen und übernimmt die wissenschaftliche Begleitung der Einführung von Kinderkrippen in Bayern. In weiteren Forschungsbereichen befasst sich das Institut mit den Möglichkeiten kommunalen Handelns zugunsten von Familien sowie mit dem Potenzial von Generationenbeziehungen für den Gesundheitsbereich.

Ermöglicht worden war die Gründung des Instituts durch die bayerischen Bischöfe, die die Kosten für das ZFG - ergänzt durch Leistungen des Freistaates und der Universität - finanzieren. Besonders eingesetzt hatten sich für die Gründung des Instituts die Kardinäle Wetter und Sterzinsky sowie Prälät Dr. Valentin Doering, Katholisches Büro Bayern und der Eichstätter Bischof Walter Mixa. In seiner Arbeit solle das Institut nun "durch Forschung in wissenschaftlicher Freiheit sich einen Namen machen und der kirchlichen wie der staatlichen Familienpolitik Impulse geben", sagte Universitätspräsident Prof. Ruprecht Wimmer heute.

Prof. Hans-Ludwig Schmidt konkretisierte die Aufgaben des ZFG: Es solle einerseits die "in Familien erbrachten Leistungen für moderne Gesellschaften aufzeigen und andererseits die Rahmenbedingungen der Gesellschaft für Familien verbessern helfen". Die Forschungsdisziplinen, die sich mit der Familie beschäftigen, haben nach Schmidts Ansicht bislang noch keinen Lösungsansatz für den Widerspruch, in dem die Familie stecke, erschlossen: Denn die Familie sei zwar für junge Menschen ein Ideal, doch die Wunschvorstellung sei durch hohe Scheidungsraten, niedrige Geburtenziffern, Gewalt in der Familie und Armutsrisiken für große Familien überschattet.

Im wissenschaftlichen Programm der Einweihungsveranstaltung erläuterte Monsignore Grzegorz Kazak aus Rom die Bedeutung der Familienthematik in den päpstlichen Verlautbarungen. Georg Kardinal Sterzinsky ging insbesondere auf die Familienorientierung der deutschen Kirche ein und hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Familie für die Pastoral hervor.

Aktuelle Fragestellungen in Bezug auf die Familie wurden schließlich von drei Wissenschaftlern diskutiert: Der Freiburger Moraltheologe Prof. Eberhard Schockenhoff, Mitglied im Nationalen Ethikrat, bezog die Gentechnikdebatte auf die Familie, während die Familie im Transformationsprozess Osteuropas Thema für den aus Warschau stammenden Prof. Tadeusz Pilch war. Prof. André Habisch, Direktor des ZFG, erläuterte abschließend die Bedeutung der Familie in der aktiven Bürgergesellschaft.
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