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Finanzspritze aus den USA für das fränkische Medical Valley

25.10.2002 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Aus einer ungewöhnlichen Quelle fließen Fördergelder in die medizinisch-technische Forschung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Das Institut für Medizinische Physik unter der Leitung von Prof. Dr. Willi Kalender ist an einem Projekt beteiligt, das vom National Cancer Institute der USA, der zentralen Einrichtung zur Krebsforschung in den Vereinigten Staaten, als förderungswürdig befunden wurde. Weitere Kooperationspartner sind die Universität von Pittsburgh und CPS, die CTI PET Systems Inc. in Knoxville, Tennessee. Thema des Forschungsvorhabens ist die Verbesserung der Bildqualität insbesondere in neuartigen Geräten, die Computertomographie und Positronen-Emissions-Tomographie kombinieren.

Bis Ende Juli 2005 wird das Gesamtbudget des Erlanger Instituts für das Vorhaben 750.000 US-Dollar betragen. Für das erste Jahr der Projektlaufzeit stehen 254.140 Dollar bereit. Da nationale Fördermittel in der Regel nicht ins Ausland vergeben werden dürfen, bedeutet die Entscheidung eine hohe Anerkennung für das Institut für Medizinische Physik. Mit den Drittmitteln aus den USA können Stellen für Fachkräfte in Deutschland finanziert werden. Die Erlanger Wissenschaftler hoffen außerdem auf Anschlussprojekte. Im Zusammenhang mit dem Großprojekt MedBild, das die Bayerische Forschungsstiftung vor einigen Monaten bewilligt hat, und in Kooperation mit Siemens Medical Solutions ist es möglich, dass bald der Prototyp eines neuen PET/CT-Kombinationsgeräts in Erlangen installiert wird. Universitätsklinikum, Siemens AG und Patienten könnten davon gleichermaßen profitieren.

Durch Computertomographie (CT) werden Strukturen und Formveränderungen im Innern des Körpers sichtbar gemacht, während Stoffwechselprozesse und funktionelle Vorgänge mittels Positronenemissionstomographie (PET) dargestellt werden können. Ziel des Kooperationsprojekts ist es, die Bildqualität für eigenständige Geräte und vor allem für die Kombination beider Verfahren in einem Gerät zu erhöhen. Ansätze zur Datenkorrektur vor der Bildrekonstruktion und neue Rekonstruktionsverfahren sollen zu einer besseren Qualität beitragen. Wo Atmung und Herzschlag die Messungen komplizieren, soll die Registrierung der Messergebnisse verfeinert werden. In Kooperation mit dem Hersteller CPS werden zudem Hardware-Komponenten, beispielsweise Detektormaterialien für PET und CT, weiter untersucht.

Da Siemens Medical Solutions einen wesentlichen Anteil an CPS hält, war eine Verbindung zwischen Deutschland und den USA bereits gegeben. Dennoch erwies sich der Weg bis zur Genehmigung des Antrags als äußerst lang und schwierig. Neben forschungspolitischen Bedenken wurde die aktuelle Sicherheitslage zu einem Hindernis, das es zu überwinden galt: Seit dem 11. September 2001 überprüfen die USA alle ausländischen Kooperationspartner besonders kritisch. Professor Willi Kalender und Dr. Marc Kachelrieß, die Antragsteller, mussten vor der Bewilligung das "Clearing" durch das amerikanische State Departement abwarten.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Willi Kalender
Institut für Medizinische Physik
Tel.: 09131/85 -22310
willi.kalender@imp.uni-erlangen.de
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