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Griechische Reederin tauft Mathe-Hörsaal

25.10.2002 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

München, 25. Oktober 2002 - Das Mathematische Institut der Ludwig-Maximilians-Universität würdigt den vielleicht bedeutendsten Mathematiker, der je an der LMU gewirkt hat, durch Namensgebung eines Hörsaals. Am kommenden Mittwoch, dem 30. Oktober 2002, wird Despina Rodopoulou-Carathéodory, die als Reederin Schiffe getauft hat, dem Hörsaal E51 in den Institutsgebäuden Theresienstraße 37-41, den Namen ihres Vaters geben.

Der Grieche Constantin Carathéodory (1873-1950) wurde 1924 an die Universität München berufen und lehrte und forschte hier bis zu seinem Tod. In Berlin als Sohn eines Diplomaten im türkischen Dienst und international anerkannten Völkerrechtlers geboren, absolvierte er zunächst ein Ingenieurstudium und arbeitete am Assuan-Staudamm. Dann wandte er sich der Mathematik zu, die er in Berlin und Göttingen studierte und in der er bald bedeutende Leistungen erbrachte. Seine Arbeiten lieferten äußerst wichtige Beiträge zur Reinen und zur Angewandten Mathematik bis hin zur Mathematischen Physik; hierher gehören Ergebnisse, auf denen Albert Einstein aufbaute.

Vom deutschen Kaiser mit der Gründung der Technischen Hochschule Breslau beauftragt, holte ihn nach dem Ende des Ersten Weltkrieges der griechische Ministerpräsident Venizelos zum Aufbau der ionischen Universität Smyrna. Die "Katastrophe von Smyrna" beendigte 1922 die vieltausendjährige griechische Kultur in Kleinasien. Von den Türken vertrieben, nahm Carathéodory den Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität an. Er liegt mit seiner Frau und seinem Sohn auf dem Münchner Waldfriedhof begraben.


Die Namensgebung für den Hörsaal erfolgt in
einer festlichen Veranstaltung in Anwesenheit des
Griechischen Generalkonsuls in München, Andreas Papastavrou,
am Mittwoch, 30. Oktober 2002, um 16.30
im Hörsaal E51, Theresienstr. 39

Die ersten Vorlesungen in dem neu benannten Hörsaal halten die Professoren Rudolf Fritsch "Constantin Carathéodorys Herkunft und Leben" und Heinz Siedentop "Axiomatisierung der Thermodynamik".
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