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"Hier spricht der Dichter": Robert Gernhardt kommt als "poet in residence" an die Uni Essen

25.01.2002 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

"Hier spricht der Dichter - Robert Gernhardt". Er spricht in der Uni Essen als "poet in residence" in fünf öffentlichen Poetikvorlesungen, in denen er durch "das Haus der Poesie" streift, und in einer dreitägigen Schreibwerkstatt, in der er mit den Studierenden "geselliges Dichten" übt.

Am Montag, 4. Februar, 16 Uhr, beginnt Gernhardts Uni-Auftritt im Glaspavillon an der Universitäts-, Ecke Gladbecker Straße. "Von nichts kommt nichts", wird er behaupten und dabei "Einblicke in Krabbelstube, Kinderzimmer und Klassenraum des Hauses der Poesie" geben. Anschließend schaut er im Clubraum Dichtern beim geselligen Dichten zu. Dafür hat er sich unter anderem Goethe, Schiller und sich selbst ausgesucht.

Robert Gernhardt vorstellen zu müssen, empfinden die Germanisten an der Uni Essen als "eine der letzten Herausforderungen". Denn (fast) jede(r) kenne ihn, meinen sie erstens, und zweites sehen sie alle Versuche, über Gernhardt schreibend seinen Humor imitieren zu wollen, der Gefahr der Lächerlichkeit ausgesetzt. So schreiben die Gastgeber nur wenig über Gernhardt und lassen ihn reden: Am Dienstag, 5. Februar, über die "Die mit dem Hammer dichten", am Mittwoch, 6. Februar, zum Postu-lat "Ordnung muss sein", am Donnerstag, 7. Februar, zur Frage "Schläft ein Lied in allen Dingen?" und am Freitag, 8. Februar - keine Rede, sondern ein Aufschrei: "Schmerz, lass nach". Alle Veranstaltungen, ausgenommen die am Freitag, beginnen um 16 Uhr, am Freitag aber trifft man sich zur "Führung durch das Haus der Poesie" bereits um 14 Uhr. Sie droht in den Kranken- und Sterbezimmern der Dichter zu enden, doch so trostlos ist das Ende nicht. Denn Kuriositätenkabinett, Abstellraum und Schatzkammer bergen bei Gernhardt durchaus Erfreuliches oder Belustigendes.

Gernhardt-Freunde, die sich tagsüber nicht für den Dichter frei machen können, ha-ben vielleicht Gelegenheit, "Gedichte aus 40 Jahren" am Dienstag, 5. Februar, 20 Uhr, in der Städtischen Zentralbibliothek zu hören oder bereits jetzt im Foyer der Univer-sitätsbibliothek seine Arbeiten wenigstens zu betrachten. Denn Robert Gernhardt ist nicht nur Erzähler, Lyriker, Essayist, Satiriker und Drehbuchautor, sondern auch Maler und Zeichner.

Von 1964 bis 1976 war er Redakteur beim Satiremagazin "pardon", später Mitarbeiter bei "Titanic". Viele Jahre lang vom Literaturbetrieb eher nur am Rande zur Kenntnis genommen, wurde er später mit angesehenen Preisen bedacht: 1987 mit dem Kriti-kerpreis der Berliner Akademie der Künste, 1997 mit dem Preis "Literatur Nord", 1998 mit dem Bert-Brecht-Preis der Stadt Augsburg, 1999 mit dem Erich-Kästner-Preis. Ein Reimer von Rang also, und das ist kein Wunder, denn das Reimen fällt ihm leicht "Die größte Schwierigkeit beim Schreiben, das ist das auf der Zeile bleiben", weiß er.


Redaktion: Monika Rögge, Telefon (02 01) 1 83 - 20 85
Weitere Informationen: Dr. Hannes Krauss, Telefon (02 01) 1 83 - 41 91
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