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Ausstellung: "Fac simile - Mittelalterliche Handschriften entstehen neu"

28.10.2002 - (idw) Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

"Fac simile - Mittelalterliche Handschriften entstehen neu" - so lautet der Titel einer Ausstellung der Universitätsbibliothek der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), die am Dienstag, 5. November 2002 eröffnet wird. Die Ausstellung zeigt Reproduktionen mittelalterlicher abendländischer Handschriften und dokumentiert deren Herstellung.

Ein Teil dieser Wiedergaben erfolgte per Hand, also nach denselben Verfahren, mit denen schon die mittelalterlichen Schreiber, Miniatoren und Illuminatoren gearbeitet haben. Dazu werden auch Nachbildungen antiker und mittelalterlicher Schreibgeräte präsentiert, Grundstoffe und Zusammensetzung der Farben aus Erde oder Mineralien erläutert.

Zum größten Teil zeigt die Ausstellung jedoch gedruckte hochwertige Faksimile-Editionen, die in stetig verfeinerten technischen Verfahren eine originalgetreue Wiedergabe der Handschriften ermöglichen. Drei thematische Schwerpunkte wurden ausgewählt: Bibel-Handschriften des 8./9. Jahrhunderts, liturgische Texte des Hochmittelalters und Gebet- und Stundenbücher des Spätmittelalters. Hinzu kommen einzelne weltliche Texte. An den Beispielen von zwei Faksimiles Eichstätter Handschriften, des "Gundekarianums" (Eichstätt, begonnen 1070/75) und des "Eichstätter Stundenbuchs" (Flandern, um 1500) werden einzelne Schritte bis hin zur fertigen Wiedergabe dokumentiert.

Anlass der Ausstellung ist das soeben im Faksimile Verlag Luzern herausgekommene Faksimile des Evangeliars von Lindisfarne, der Lindisfarne Gospels. Das Original wird heute in der British Library aufbewahrt. Das um 710 angefertigte Evangeliar ist Englands hervorragendeste illuminierte Handschrift und ein Zeugnis für die hochstehende Kultur und Bildung in sächsischer Zeit. Das 259 Blätter umfassende Werk mit seinen illuminierten Seiten in bis zu 45 individuellen Farbtönen kann in der Ausstellung Seite für Seite bestaunt werden.

Ebenfalls dokumentiert wird die Arbeitsweise mittelalterlicher Schreibstuben. Diese Arbeit wird auch in einer eigenen Veranstaltung am 7. Dezember 2002 dargestellt.

Die Eröffnung der Ausstellung, zu der alle Interessierten eingeladen sind, findet am Dienstag, 5. November 2002 um 19.30 Uhr in der ehemaligen Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, Eichstätt) statt. Nach der Einführung durch den Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Hermann Holzbauer, hält Dr. Manfred Kramer, Faksimile-Verlag, Luzern, den Eröffnungsvortrag zum Thema "Faksimile-Editionen - der perfekte Zugang zu den ältesten Bibelhandschriften des Abendlandes".

Die Ausstellung ist vom 6. November bis 13. Dezember 2002 in der ehemaligen Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, Eichstätt) jeweils montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr, zu sehen.


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