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"Unfallopfer und Unfallbeteiligte für wissenschaftliche Therapiestudie gesucht!"

06.02.2002 - (idw) Technische Universität Dresden

An der TU Dresden wird im Februar die erste standardisierte Therapiestudie für Verkehrsunfallopfer mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung in Deutschland beginnen. Dafür werden noch Studienteilnehmer/innen gesucht.

Schwere Verkehrsunfälle gehören zu den häufigsten traumatischen Erlebnissen in Deutschland. Im Jahr 2000 ereigneten sich über 3,2 Millionen Unfälle mit insgesamt über 500.000 Verletzten und ca. 7.500 Toten. Jeder Mensch geht mit solchen traumatisch wirkenden Erlebnissen anders um, doch gibt es zwischen den Betroffenen häufig ähnliche "Stress"-Merkmale: viele Unfallopfer leiden in den Wochen nach dem Unfall unter wiederkehrenden störenden Erinnerungen/Bildern an den Unfall, Alpträumen, Ängstlichkeit oder depressiven Verstimmungen. Aus Angst vor einem erneuten Unfall haben viele das Auto fahren auch völlig aufgebeben.
Bei vielen Betroffenen klingen diese Beschwerden, die auch als "posttraumatische Belastungssymptome" bezeichnet werden, nach einiger Zeit von alleine wieder ab; bei ca. 15-30% bleiben diese Beschwerden jedoch noch Monate nach dem Unfall bestehen und schränken die betroffenen Menschen in ihrem Lebensalltag stark ein. Professionelle psychologische Hilfe kann aber auch diesen Unfallopfern helfen, die psychischen Unfallfolgen besser zu bewältigen.

Im Rahmen der jetzt anlaufenden Studie kann Betroffenen ein auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhendes Therapieprogramm in der Ambulanz der TU Dresden angeboten werden. Das aus den USA stammende Therapieprogramm wurde speziell für Unfallopfer entwickelt, die als Unfallfolge an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTB) leiden. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf der Untersuchung von sowohl psychischen als auch körperlichen Veränderungen durch die Therapie.

Für das Projekt werden Studienteilnehmer gesucht, die vor mehr als 6 Monaten einen Verkehrsunfall mit schweren Personen- oder Sachschäden erlitten haben und die in Folge noch unter zuvor beschriebenen psychischen Beschwerden leiden und möglicherweise deswegen auch gerne ein therapeutisches Angebot in Anspruch nehmen möchten.

Informationen: Tanja Zöllner, Klinische Psychologie und Psychotherapie; Sirko Rabe, Biopsychologie, Projekt-Telefon (03 51) 4 63-3 24 93, e-mail: rabe@psychologie.tu-dresden.de, zoellner@psychologie.tu-dresden.de.
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