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DRGs: Herausforderung für alle Krankenhäuser

30.10.2002 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Den Krankenhäusern in Deutschland stehen große Änderungen bevor: Spätestens 2004 müssen sie ein neues Abrechnungswesen einführen, das in vielen anderen Ländern bereits gang und gäbe ist. Die Vorbereitung darauf ist zurzeit eine der zentralen Herausforderungen für Kliniken. Mit diesem Thema befasst sich das DRG-Symposium an der Uni Würzburg.

Hinter dem Kürzel DRG steht der Ausdruck "Diagnosis Related Groups" ("Diagnose-orientierte Fallpauschalen") und damit ein Fallpauschalensystem, das viele Länder zur Abrechnung von stationären Krankenhausaufenthalten verwenden. Statt wie bisher die Verweildauer in Tagen zur Grundlage der Rechnung zu machen, soll in Deutschland ein DRG-System nach australischem Vorbild eingeführt werden: Hauptdiagnose und gegebenenfalls Hauptleistung (Operation) werden zur Bestimmung einer spezifischen DRG genutzt, die dann pauschal vergütet wird. Insgesamt soll es in Deutschland rund 650 DRGs geben, die alle Leistungen der Krankenhäuser abdecken.

Die Kliniken können das neue System freiwillig schon ab 1. Januar 2003 einführen. Zur Pflicht wird es dann ab dem 1. Januar 2004. Dazu Dr. Thomas Menzel, einer der beiden Leiter des Servicezentrums DRG am Klinikum der Uni Würzburg: "Der Gesetzgeber verspricht sich davon eine Senkung der Verweildauer im Krankenhaus. Damit verbunden ist die Hoffnung auf eine Kostensenkung. Das ist in anderen Ländern im stationären Bereich tatsächlich beobachtet worden - allerdings haben sich dafür die ambulanten Aufwendungen erhöht."

Das Würzburger DRG-Symposium findet am Samstag, 9. November, von 9.00 bis 14.00 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik in der Josef-Schneider-Straße 2 statt. Es richtet sich besonders an Ärzte und Fachpersonal aus Kliniken und Praxen, steht aber auch anderen Interessierten offen. Veranstalter sind die Medizinische Klinik und das Servicezentrum DRG mit Unterstützung des Klinikumsvorstands.

Die Einführung der DRGs wird aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Über den Stand der Planungen im Bundesministerium für Gesundheit informiert Georg Baum. Er leitet im Ministerium die für die Einführung der DRGs federführende Abteilung und ist somit der entscheidende Fachbeamte für die Umsetzung der DRGs.

Weitere Themen: Was erwarten Krankenhäuser, Krankenkassen, Pharmaindustrie und Unternehmensberater von den DRGs? Was wird sich ändern? Wie stellen sich die unterschiedlichen Bereiche auf diese Veränderungen ein? Abschließend treten alle Referenten um 12.15 Uhr zu einer Podiumsdiskussion zusammen.

Weitere Informationen: Dr. Thomas Menzel, T (0931) 201-59461, E-Mail:
T.Menzel@medizin.uni-wuerzburg.de
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