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Fischforscher geht in Ruhestand

30.10.2002 - (idw) Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Das AWI verabschiedet seinen stellvertretenden Direktor

Mit einem Kolloquium verabschiedet sich das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am 30.10.02 von seinem stellvertretenden Direktor. Dr. Hein von Westernhagen (60) ist Fischereibiologe und weit in der Welt herum gekommen, ehe er zur Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) kam und mit dieser 1998 ans AWI. Hier unterstützte er tatkräftig die Integration der BAH in das neue Mutterinstitut.


Dr. Hein von Westernhagen "Das hat mir hier viel Spaß gemacht", sagt er heute, wenn er auf seine drei Jahre währende Tätigkeit am AWI zurückblickt. Die wissenschaftliche Professionalität am AWI und die Nähe zu Kollegen aus verwandten und weniger verwandten Fachgebieten habe er sehr genossen. Dreizehn Jahre lang war von Westernhagen an der BAH tätig und viele Jahre hat er auch im Ausland zugebracht. Auf Madagaskar baute er für die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) eine Fischereischule mit auf, um die Einheimischen darin zu unterrichten, wie bestandsschonend gefischt werden kann. Auf den Philippinen war er drei Jahre lang als Professor an der Universität von San Carlos, Cebu City, tätig. Ein Monitoring-Projekt führte ihn an die Ostküste Australiens. Aber immer wieder kam er nach Deutschland, um "sein Standbein nicht zu verlieren". Der gebürtige Berliner hat in Hamburg studiert und dort auch lange Zeit gelebt.

Von Westernhagens wissenschaftlicher Fokus liegt in der Reproduktionsbiologie der Fische. Wie vermehren sich Fische, wie entwickeln sich Fischeier und -larven, und wie empfindlich sind diese, wenn sie in einer verschmutzten oder vergifteten Umwelt leben müssen? An der BAH gibt es seit 1962 Langzeituntersuchungen zur Entwicklung der ökologischen Bedingungen in der Deutschen Bucht. Umweltveränderungen und Artenverschiebungen sind in dieser "marinen Oase" besonders auffällig. 1998 wurde die BAH organisatorisch dem AWI angegliedert. Am 04.10.1999 bestellte ihn das Kuratorium des AWI zum stellvertretenden Direktor mit besonderer Zuständigkeit für die BAH. Darüber hinaus ist von Westernhagen heute Sektionsleiter der Abteilung Ökotoxikologie. Nun geht er in den Ruhestand. In Madagaskar hat er noch ein Haus am Meer. Außerdem freut er sich darauf, mehr Zeit für seine Familie zu haben.

Im Rahmen der Kuratoriumssitzung der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung am morgigen Tag wird Dr. von Westernhagen mit einem wissenschaftlichen Kolloquium für geladene Gäste verabschiedet. Grußworte von Direktor Prof. Dr. Jörn Thiede und Fachbereichsleiter Prof. Dr. Wolf Arntz sowie zwei Festvorträge von Wegbegleitern stehen auf dem Programm. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Harald Rosenthal vom Institut für Meereskunde in Kiel spricht über die "Ontogenese eines Fischereibiologen". Danach beschäftigt sich Prof. Dr. Peter-Dietrich Hansen von der Technischen Universität Berlin unter dem Titel "Sex und Stress" mit der Reproduktionsbiologie von Fischen. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im Hörsaal des AWI, Columbusstraße, in Bremerhaven. Im Anschluss an die Vorträge laden wir zu einem Empfang ein. Um 14 Uhr kommt das Kuratorium zu seiner Sitzung zusammen.
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