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Neues Implantat gegen Harninkontinenz

25.02.2002 - (idw) Fachhochschule München

Zwei Studenten der FH München mit dem Deutschen Studienpreis 2001/02 ausgezeichnet

25.02.2002 - dr.schö-db

Die Auszeichnung, die Chi-Nghia Ho und Alexander Hentschel an diesem Montag, 25. Februar 2002, in Berlin verliehen wird, zählt zu den renommiertesten und attraktivsten der Bundesrepublik Deutschland. Die beiden Studenten der Studienrichtung Medizintechnik im Fachbereich Feinwerk- und Mikrotechnik/Physikalische Technik an der Fachhochschule München erhalten aus 65 Preisträgern einen der mit 3.000 Euro dotierten 3. Preise des Deutschen Studienpreises für ein neues Implantat gegen Harninkontinenz. Entwickelt wurde das alloplastische Implantat unter der Leitung von Prof. Helmut Wassermann. Jutta Limbach, die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes und Kuratoriumsvorsitzende des Deutschen Studienpreises, verleiht die Preise im Konzerthaus Berlin.
Der Deutsche Studienpreis ist ein Forschungswettbewerb für Studierende aller Fachrichtungen und Hochschulen im In- und Ausland. Die gemeinnützige Hamburger Körber-Stiftung als Träger schreibt ihn alle zwei Jahre aus zu einem aktuellen Thema von gesellschaftlicher Bedeutung. Diese Mal lautete die Ausgangsfrage des Wettbewerbs "Bodycheck - Wie viel Körper braucht der Mensch?". Die eingereichten Arbeiten zeigen: "der menschliche Körper ist zum Kultobjekt geworden. Jeder Einzelne strebt seine Vollkommenheit an. Untersuchungen zum Schönheitskult, künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Körper sowie handfeste Vorschläge für die medizinische Praxis und den Umgang mit Behinderung bilden den Schwerpunkt der studentischen Arbeiten", resümiert die Körber-Stiftung.
Die von Chi-Nghia Ho und Alexander Hentschel entwickelte Prothese gegen Harninkontinenz kann sechs bis sieben Millionen Menschen in Deutschland helfen, unfreiwilligen Urinverlust zu verhindern. Ursache ist eine Schließmuskelschwäche. Um Abhilfe zu schaffen legen Ärzte in Operationen einen torusartigen Cuff, eine Art aufpumpbare Manschette, um den Harnleiter. Durch Fehleinstellung kann es bei solchen Schließhilfen jedoch zu Nekrosen, einem Absterben des Gewebes, kommen. Diese Komplikation ist nicht nur schmerzhaft für die Patienten, sie kann zu dauerhaftem Leiden führen. Chi-Nghia Ho und Alexander Hentschel entwickelten eine neue Schließhilfe, die sich dem Belastungszustand des Körpers anpasst und so Nekrosen vermeidet. Sie verbesserten bestehende Implantatsysteme mit Hilfe eines feinsensorischen Regelkreises, so dass es nicht zu einem kritischen Blutstau kommen kann und gleichzeitig der Harnfluss sicher gesperrt ist. Am besten erfüllte diese Anforderung ein Schließmechanismus mit einem Silikon-Cuff, den eine in den Körper implantierten Kontrolleinheit steuert. Damit der Körper die Implantate nicht abstößt, sind Kontrolleinheit, Pumpe und Akku in biokompatiblem Material verkapselt. Der Akku wird durch Induktion über eine direkt unter die Haut eingesetzte Spule aufgeladen.
Bevor ihre Erfindung realisiert werden kann, müssen die Studenten im nächsten Schritt die Funktionstüchtigkeit verschiedener Implantate an einem Versuchsaufbau an der Fachhochschule untersuchen.
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