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Wachstumssektor Umwelttechnik: Deutsche Unternehmen entdecken die internationale Abfallwirtschaft

04.03.2002 - (idw) Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

Die Abfallwirtschaft boomt global: Abfall ist ein drängendes Problem insbesondere in den schnell wachsenden Metropolen Asiens und Latein-Amerikas und in Osteuropa. Immer mehr deutsche Umwelttechnik-Unternehmen entdecken derzeit diese internationalen Betätigungsfelder, während der Markt im deutschen Entsorgungssektor stagniert. Ein Unternehmerforum bietet jetzt konkrete Hilfestellung für neue Geschäftsverbindungen ins Ausland.

Etwa 5,2 Millionen Menschen sterben laut Agenda 21 weltweit jedes Jahr an Krankheiten, die mit Entsorgungsproblemen in Zusammenhang gebracht werden können. Allein in Brasilien fehlt es an geordneten Entsorgungsmöglichkeiten für an die 78 000 Tonnen Hausmüll - täglich. Ein steigendes Umweltbewusstsein und vor allem drängende Probleme aus dem unsachgemäßen Abkippen von Abfällen wie das Abrutschen von Deponien oder die Verseuchung von Grundwasser lassen den Bedarf an geeigneten Instrumenten der Abfallwirtschaft nicht nur in Brasilien stark steigen.

Viele deutsche Unternehmen verfügen gerade auf diesem Gebiet über ausgeprägtes Know-how und bewährte Technologien. Vor allem mittelständische Betriebe können flexibel und mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit auf den neuen Märkten agieren. Doch fehlt es hier bisher oft an unkomplizierten Fördermöglichkeiten und an den notwendigen Kenntnissen und Kontakten vor Ort. Ein Unternehmerforum, organisiert von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem "Knoten Weimar" leistet jetzt Orientierungshilfe bei der Mittelbeschaffung, beantwortet konkrete Fragen und kann als "Türöffner" für neue Projekte im Ausland fungieren. Unter dem Stichwort "Public Private Partnership im internationalen Abfallsektor" werden Pilotprojekte vorgestellt und betreut.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke, Leichtweiß-Institut für Wasserbau, Abteilung Abfallwirtschaft, der Technischen Universität Braunschweig ist Gesellschafter des "Knoten Weimar", einer international agierenden Schnittstelle zwischen Forschung, Industrie und Behörden im Umweltsektor. Gemeinsam mit der GTZ organisiert er das Unternehmerforum. "Deutschland verfügt im Grundsatz über alle Voraussetzungen, international im Bereich der Umwelttechnik respektive im Bereich Abfallwirtschaft erfolgreich zu sein", so Fricke, "vor allem wenn die Zusammenarbeit verbessert wird zwischen der Privatwirtschaft, den Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen und den Förderinstitutionen."

Mehrere Projekte sind bereits - betreut von GTZ und Knoten Weimar - erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Die Firma Wilhelm Faber GmbH aus Alzey konnte zum Beispiel an zwei Standorten in Brasilien beweisen, dass ihr Verfahren zur Abfallbehandlung auch unter den dortigen klimatischen und infrastrukturellen Bedingungen gut funktioniert. Inzwischen sind weitere Projekte, unter anderem in Thailand, Mexiko und Südafrika, in Arbeit. In Mendoza, Argentinien geht es um die Behandlung der organischen Abfälle aus einem Zoo und einem Park, die mithilfe der Firma Umweltschutz-Nord in Kompost umgewandelt werden.

80 Teilnehmer sind zurzeit im Unternehmerforum organisiert - weitere Firmen und andere Interessierte sind willkommen.

Auskunft erteilt Prof. Klaus Fricke
Knoten Weimar an der Technischen Univeristät Braunschweig
Telefon: 0531-3 91 39 58
Telefax: 0531-3 91 61 05
http://www.tu-bs.de/institute/lwi/abwi/index.html
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